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Eine Ruine wird zur Burg, ein vergessenes Dorf und Schlafen am See


Eine serbische Reise
Dienstag, 26. September

Strecke: Golubac – Vinci – Veliko Gradište – Srebrno Jezero – Ram – Bela Crkva

In Golubac laufen die Uhren noch nach der alten Zeit. Eine langgezogene Promenade, die Donau breitet sich aus zum See, Straßenhunde flanieren und alles im verlangsamten Tempo. Unverständlich und gleichzeitig begrüßenswert, die Tourismus-Maschinerie hat sich hier noch nicht breit gemacht. Unser «Kummerl-Hotel» aus der jugoslawischen Ära ist stark abgewohnt und genau das macht es so liebenswert. Allein auf der Terrasse genießen wir unser Frühstück (доручак/doručak) mit Blick auf die weitläufige Donau und die Festung Golubac am Eingang des
Đerdap Nationalpark. Am anderen Ufer schimmert Rumänien.
Die ehemalige Festungsruine ist gerade «unter Konstruktion» und wird zur schicken Burg ausgebaut. Der ungesichterte Abenteuerspielplatz ist Geschichte. Auch die spektakulär engen und unbeleuchteten Durchfahrtstunnel sind gesperrt und durch einen neuen breiteren ersetzt worden. Mehr Sicherheit, weniger Nervenkitzel.
Vinci an der Donau ein vergessenes Dorf, wenig später am Srebrno Jezero («Silbersee») entsteht gerade ein touristischer Hotspot und auch in Ram wird die ramponierte Ruine besucher_innengerecht aufgewertet. Jetzt wartet die große Überfahrt über den «Schdrom», samt Vierrad. In der Seenlandschaft kurz vor Bela Crkva wird heute wieder das Zelt aufgebaut, von der Liege zwei Mal umfallen bis ins Wasser.