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Ob «Jagnetina», ob «Perkelt» – Hauptsache Essen!


12. Tag: Freitag, 28. September

Strecke: Apatin – Sombor – Bezdan

Allein am Campingplatz irgendwo in den serbischen Donau-Auen, nichts rührt sich, einzig das Donau-Fluss-Gefieder reißt ab und an den Schnabel auf.
Eigentlich sind wir schon seit Mostar irgendwie auf der Rückreise, aber ab jetzt wird es ernst. Morgen machen wir rüber über die Grenze nach Ungarn. Die Donau bleibt uns erhalten, Serbien wird uns fehlen und darum: Ein letztes Frühstück in Apatin am «Schdrom». Apatin war bis 1944 die größte deutschsprachige Gemeinde in Jugoslawien. Später ein Erfrischungsgetränk in Sombor. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges dem Königreich Ungarn zugehörig, den ungarischen Einschlag schmeckt man bis heute. Auf der Landstraße Richtung Bezdan, die Hoffnung war schon längst begraben – «Jagnetina»!!! Ein einfaches Landgasthaus, ein windschiefes Blechgestell mit Dach vor dem Haus, über dem Feuer dreht sich ein Lamm am Spieß. Aus-Stopp-Retour – Umdrehen, zurückfahren, bestellen. Kurz gesagt: ein Gedicht! Trotzdem, der kulinarische Tag ist noch jung, wartet doch noch ein «Perkelt od Fileta Smuđa» (Fisch-Paprikasch mit Zander) in der Pikec Čarda, am letzten Zipfel Serbiens, wieder einmal direkt am «Schdrom». Vorher gibt es noch Schnaps und «Domaća Kafa» (Kaffee mit Sud im Häferl, darum kein Schluck zuviel!) in Bezdan, einen Umfaller von der ungarischen Grenze entfernt, um das Magerl auf das letzte Abendmahl vorzubereiten. Bevor die neuerliche kulinarische Orgie losgeht noch ein bisserl an der Donau sitzen und ein bisserl «blöd schaun» … Unser Haus steht direkt am Ufer, die Sonne ist am Untertauchen und das Paprikasch köchelt bereits – das Leben ist schön!