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„Männer sind Schweine“


12. Tag, Dienstag 21. Juni

Strecke: Vrsac – Vajdalak – Bela Crkva (Karte)

Streckenlänge: 45 km      Fahrzeit: 2 h 30 min

Vrsac war einen Stopp wert. Quirlige Kleinstadt umgeben von Wein, da lässt es sich aushalten. Aber das Verweilen an schönen Plätzen lässt der Zeitplan nicht zu. Doch heute ist das Radeln Nebensache. Das Ziel ist Bela Crkva, die Donau ist nicht mehr weit entfernt, genauso wie die rumänische Grenze. Mein aktuelles Bett steht in einem Wohnwagen, dieser lagert an einem ruhigen See nahe der Ortschaft. Weltklasse!
Die heutigen Hauptprioritäten liegen auf Radservice (eine kleine Panne unterwegs war schnell behoben) und vor allem Wäschewaschen! Wäschetechnisch schaut es ungefähr so aus: Es gibt eine Radfahr-Dress (tagsüber) und eine Ausgeh-Panier (abends). Beide müssen so zwei, drei, …., egal, Tage halten. Im Extremfall ergibt sich die Duftnote Katzenklo. Das Problem ist folgendes. Die Suche nach einer geeigneten Bettenstation verläuft nicht immer wunschgemäß, dann müssen die technischen Anforderungen passen, dann Körperpflege, bloggen, facebooken und letztlich stellt sich die Frage – Erfrischungsgetränk oder Wäschewaschen? No Comment!
Im Übrigen freu ich mich schon auf morgen und den „Schdrom“.

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Höchste Zeit „Danke“ zu sagen!


11. Tag, Montag 20. Juni

Strecke: Kikinda – Rusko Selo – Nova Crnja – Torak – Krajisnik – Secani – Konak – ab Konak bis Vrsac (Bus) (Karte)

Streckenlänge: 101 (Rad-) km Fahrzeit: 5 h 55 min (Mit dem Bus: 60 km)

Heute möchte ich EUCH ALLEN demütig Blumen streuen und DANKE sagen! Danke fürs Begleiten, fürs Liken, für all die aufmunternden Worte und Zeilen! DANKE. Gleichzeitig möchte ich mich dafür entschuldigen, dass ich selten bis gar nie antworte. Meine wohl überlegte Ausrede lautet: Treten, Schauen, Fotografieren, Bloggen, Instagramen, Facebooken, Körperpflege, Wundversorgungen, Wäschewaschen (dazu morgen mehr), Nahrungsaufnahme, Radpflege, …, das alles schafft mich. Sorry.
Speziellen Dank an mein Zauberteam Lili und Wini für Promotion und Internetzauftritt und meinem Freund Uwe Mauch für seinen liebevollen Blogeintrag („Lebensnah“) auf der Kurier-Website.  An meinen „Bobo-Porsche“ (© Reinhold „Schoko“ Schachner/Most-Experte), mein brompton-Faltrad. Und natürlich an meine Liebste, für Alles von bis.
Zum heutigen Tag. Die Temperaturen waren im Wohlfühlbereich und letztendlich sind es doch wieder 100 gefahrene Kilometer geworden. Und kein Bett in Sicht! Da hab ich drauf gesch….. Darauf gepfiffen und die fehlenden 60 Kilometer, bis zur nächsten Schlafstation, den öffentlichen Bus genommen.

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Alles inklusive, Handshake, „gute“ Zäune – „schlechte“ Zäune


10. Tag, Sonntag 19. Juni

Strecke: Subotica – Kanjiza – Banatsko Arandelovo – Mokrin – Kikinda (Karte)

Streckenlänge: 99 km Fahrzeit: 5 h 31 min

Dem gestrigen Trauerspiel habe ich noch vor Beendigung der regulären Spielzeit den Rücken gekehrt.
Der heutige Tag startete as usual: Gelbe Sau, viel Landwirtschaft, … Das Nachmittagsprogramm hatte da schon mehr zu bieten. Zuerst, über Kilometer, Platten-Wege (wie Platten-Bauten nur ebenerdig verlegt mit unbehandelter Oberfläche) und ein Hagelgewitter (kirschgroß). Sehr aufregend.
Ungarn liegt zwar schon eine Tagesreise hinter mir, aber da wär noch was. Auch wenn in Ungarn politisch nicht alles im Reinen ist, Benehmen haben sie die Ungarn. In lokalen Erfrischungslokalen werden noch Hände geschüttelt. Nicht nur den unter sich bekannten Menschen – nein – Allen! Die bessere Alternative zum gängigen „Hallo“.
Und noch einmal zum grauslichen Thema Zäune. Den „bösen“ Zaun hatten wir gestern, der Vollständigkeit halber will ich auch von den „guten“ Zäunen sprechen. Denjenigen die den Radler vor übermotivierten Vierbeinern bewahren. Sie sind für Zweibeiner in beide Richtungen durchlässig und haben auch eine gewisse, aus der Zeit gefallene, romantisch sentimentale Note (siehe „Fotos“).

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Grenzwertige Zäune und ungewollter Patriotismus


9. Tag, Samstag 18.Juni

Strecke: Bezdan – Backi Breg (SRB) – Csátalja (HU) – Gara – Bácsbokod – Bácsalmás – Csikéria – Kelebia (SRB) – Subotica (Karte)

Streckenlänge: 118 km Fahrzeit: 6 h 25 min

DIe Nacht an der Donau, kitschiger Sonnenuntergang inklusive, hat mein Landschaftstrauma vergessen gemacht. Doch während sich die Donau Richtung Novi Sad und Belgrad ihren Weg bahnt, nimmt die Radroute die entgegengesetzte Strecke, wieder nach Ungarn. Obwohl wir alle es wissen, davon gelesen und bewegte Bilder gesehen haben, macht das reale Bild noch einen Zacken betroffener. Der Zaun. Noch 1989 skandierten die Bürger_innen der ehemaligen DDR „die Mauer muss weg“ und verbannten in Folge den „Eisernen Vorhang“ in die Geschichtsbücher. 17 Jahre später muss das vermeintliche Glück wieder geschützt werden. Die gesamte ungarisch/serbische Grenze streckt er sich aus und macht Grenzorte zu Geisterdörfer. So erlebt in Csikéria. Leere Straßen, fast keine Menschen, geschlossene Geschäfte. Gruselig, sogar bei Licht.
Darüber hinaus, Felder bis zum Horizont. Und immer anwesend die „gelbe Sau“. Verantwortlich für meine ungewollt patriotische Einfärbung: Rot (linker Arm), Weiß (Brust/Bauch), Rot (anderer Arm). In diesem Sinne. Geh jetzt Fuassboischaun.

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Alte Geschichte, jüngere Geschichte und ein Platzerl im Paradies


8. Tag, Freitag 17.Juni

Strecke: Donji Miholjac – Belisce – Beli Manastir – Batina (HR) – Bezdan (SRB) (Karte)

Streckenlänge: 87 km Fahrzeit: 4 h 45 min

Ein Nachtrag. In Donji Miholjac, der gestrigen Endstation, hat sich Franje Josipa der 1. (Franz Joseph I.) ein Denkmal gesetzt. Mitten im Zentrum. Alter Kaiser! Aber das ist eine alte Geschichte. Die Jüngere macht betroffen. In Belisce biegt die Drava von der Rad-Route Richtung Osijek ab, um sich mit der Donau zu vermischen. Ihre nördlichen Au-Wälder säumen noch immer Minen-Warnschilder, inzwischen 21 Jahre nach Ende des Kroatienkrieges!
Bei Batina macht sich dann die Donau breit und bildet die Grenze zwischen Kroatien und Serbien. Auf der anderen Flussseite, bei Bezdan, direkt an der Donau versteckt sich eine kleine Csárda. Das heutige Reiseziel. Ein Wirtshaus am letzten Zipfel Serbiens. Mit Worten schwer zu beschreiben. Ein Platzerl im Paradies wäre treffend. Und jetzt fällt mir mein Freund Ernst Molden ein, der der Donau ein ganzes Album gewidmet hat. Da heißt es verbindend: „Mia san der Schdrom …“ Noch Fragen?

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Die Drava und das Kreuz mit dem Kreuz


7. Tag, Donnerstag 16. Juni

Strecke: Barcs (HU) – Terezino Polje (HR) – Gradina – Novaki – Vaska – Noskovci – Cadavica – Donji Miholjac  (Karte)

Streckenlänge: 90 km Fahrzeit: 5 h

Neuer Tag neues Glück. Die Sensationen haben nicht stattgefunden, trotzdem gibt es Neuigkeiten.
Die Drava (Drau) hat sich als Grenzfluß zwischen Ungarn und Kroatien ins Geschehen eingemischt. Nach dem Seitenwechsel immer zur Linken, gibt sie sich meist schüchtern versteckt. Ein Erfrischungbad hat sie dann doch zugelassen. Weiters: Beeindruckend, die kroatische Vorliebe der Rohbauweise. Eine erste überstandene Hundeattacke. Und das Rasenmähen scheint ganz oben auf der Liste der hiesigen Lieblingsbeschäftigungen zu stehen. Ansonsten: Mais und Getreide soweit das Auge reicht, diesmal aus kroatischer Landwirtschaft. Da bleibt viel Zeit zum Grübeln neben dem Treten, auch kein Nachteil. Nicht nur schwerwiegende Tatsachen werden gewälzt, auch leichtgewichtige Themen kommen zum Zug. Aus aktuellem Anlass ist mir ein schon etwas angegrauter Wolfgang Ambros Schlager wieder in den Sinn gekommen: Mir geht es wie dem Jesus, mir tut das Kreuz so weh …“

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Noch mehr Gegend


Tag 6, Mittwoch 15. Juni

Strecke: Nagykánizsa – Surd – Csurgo – Berzence – Babósca – Barcs  (Karte)

Streckenlänge: 91 km 4 h 55 min

Im Südosten nichts Neues. Noch mehr Gegend. Mais rechts, Getreide links und umgekehrt, dazwischen kleine Plantagen und Baumschulen, alle zehn Kilometer ein Dorf. Wenige Autos, wenige Menschen. Die sympathisch kleinen ABC-Märkte liefern die rettenden Erfrischungsgetränke. Ein harter Arbeitstag und der Gegenwind macht es auch nicht leichter. Aber, was am schwersten wiegt, die Liebste hat per Bus/Bahn die Heimreise angetreten. Jetzt kann mich nur noch ein ordentliches Kessel-Gulasch retten.

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Gute Gewinner, gute Verlierer


Tag 5, Dienstag 14. Juni

Strecke: Bajánsenye – Kerkavala – Lenti – Tótfalu – Letenye – Nagykánizsa (Karte)

Streckenlänge: 81 km      Fahrzeit: 4 h 23 min

Um am Anfang des Tages zu beginnen: Viel Landschaft, viele kleine Nester, wenig zu berichten. Letztendlich haben wir Frühschluss in Nagykánizsa gemacht. Punkt 16 Uhr. Um 18 Uhr waren wir unverabredet verabredet im The Clutch Pub. Ländermatch. Euro. Österreich, Ungarn. Nicht gegen wen, sondern gegeneinander. Der Spielausgang ist bekannt. Als gute Verlierer haben wir das Freibier wohlwollend angenommen. Danke den besseren Gewinnern. Und jetzt zur traurigen Nachricht: Meine Liebste steigt morgen in den Bus und sagt nach fast 500 Kilometern, es reicht und Auf Wiedersehen.

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Maria hülf!


Tag 4, Montag 13. Juni

Strecke: Bildein – Szentpéterfa – Moschendorf – Heiligenbrunn – Heiligenkreuz im Lafnitztal – Szentgotthárd – Domanjsevic – Prosenjakovci – Bajánsenye (Karte)

Streckenlänge: 86 km (insges. 917 Höhenmeter)      Fahrzeit: 5 h

Maria von Bildein bitte hülf: Bitte, kein Sauwetter, keine Patschen, keine müden Beine und bitte, bitte einen Schlafplatz (Heute eine Odyssee)! Apropos Bildein. Das Minimal-Dorf liegt auf einer schmalen österreichischen Landzunge mitten in Ungarn und hat maximal viel zu bieten: Einen Grenzerfahrungsweg, ein burgenländisches Geschichte(n) Haus, ein Weinarchiv, ein Wirtshaus, eine Konditorei, eine wunderbare Pension, Uhudler und das großartige Picture-On-Festival. Bildein, ein Tipp! Der Spielverlauf im Länder-Slalom: A – HU – A – HU – SLO – HU. Nach steiguns-und herbergsbedingtem Leidensweg sind wir – Ende gut, Alles gut – in Bajánsenye gelandet. Maria sei Dank.

 

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Up And Downs


Tag 3, Sonntag 12. Juni

Strecke: Sopron – Horitschon – Lutzmannsburg – Köszeg – Bucsu – Felsöcsatar – Bildein (Karte)

Streckenlänge: 94 km Fahrzeit: 5 h 18 min

… den ganzen Tag. Anfänglich mit Sprühregen. Ungarn, Österreich, Ungarn, Österreich, wir haben heute mehrfach die Seiten gewechselt. Eines war immer gleich: Up And Down. Das hat jetzt rein gar nichts mit unserer Stimmungslage zu tun, die ist top! Wir haben unzählige Kleinstortschaften durchmessen, den Regen vor uns hergeschoben oder hinter uns gelassen und letztlich im zauberhaften Bildein Obdach gefunden, bevor die Wolken richtig platzten.