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Halbe-Halbe, Schiefergebirge und das Thüringer Meer


28. Tag: Montag, 10. Juli

Strecke: Coburg – Ludwigsstadt – Lehesten – Grumbach – Blankenstein – Harra

Karte

Streckenlänge: 90 km

Statt „Tatort“ gab es gestern „Haxe“ zu später Stunde in einer Coburger Brauerei.
Meine erste Tat in der Früh war der Gang zur Post – Schlüsselrückführung samt Grüße nach Irmelshausen an den Gasthof „Zur Linde“. Der geplante Öffis-Tag geht sich nicht ganz aus, 7 Stunden Fahrzeit und X-Mal umsteigen, das ist zu viel des Guten. So fällt die Wahl auf Halbe-Halbe. Mit der Bahn nach Ludwigsstadt, mit dem Rad über das Schiefergebirge, inklusive allen Disziplinen: Rollen, Treten, Schieben. Diesmal gibt es sogar eine feste, sowie flüssige Mittags-Jause. Die Sonne („Gelbe Sau“) macht heute auf beleidigt und schickt Wolken und Regen, eine Schutzhütte bietet Unterschlupf. Irgendwann am Nachmittag kriegt sie sich wieder ein und schaut doch noch vorbei. Die Landschaft ist traumhaft, die Himmelsstimmungen spektakulär. Nach dem gestrigen Horror-Tag bin ich wieder in herzeigbarer Form. Der heutige Zeltplatz in Harra liegt direkt an der Saale, dem Thüringer Meer. Die vierte Woche ist voll, es fehlen noch um die 1.000 Kilometer bis zum Ziel in Wien und morgen wird Tschechien angesteuert. Das Zelt steht, die Wäsche ist gewaschen und es wartet ein Erfrischungsgetränk.

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Ein Hoppala, Felder bis zum Horizont und verloren im Wald


27. Tag: Sonntag, 9. Juli

Strecke: Irmelshausen – Rieth – Heldburg – Streudorf – Rottenbach – Weißenbrunn – Coburg

Karte

Streckenlänge: 113 km

Den nahegelegenen Badesee hab ich gestern ausgelassen, dafür habe ich meinen treuen Begleiter gepflegt.
Mein Brompton schnurrt wieder. Vor lauter Tatendrang hab ich den Zimmerschlüssel mit auf die Reise genommen. Hoppala! Morgen hat der Postfuchs was zu tun. Es geht durch ein Meer von Feldern, zwischendurch von scheinbar unbewohnten Dorf-Inseln unterbrochen. Landschaftlich sehr beeindruckend, die weiten Blicke, nur das Rundherum drückt die Laune: An Verpflegung gar nicht zu denken und von oben permanente Dauerbestrahlung, die „gelbe Sau“ ist in Bestform.
Für heute ist noch einmal ein festes Bett eingeplant, Campingplätze sind keine in Reichweite. Sonntag, 20.15 Uhr, seit Wochen wieder einmal „Tatort“ schauen. So war der Plan. Mein Radtourenbegleiter hat in verhindert, im Grenzgebiet zwischen Bayern und Thüringen lässt er mich zum wiederholten Mal im Stich, mitten in den Bergen, mitten im Wald, keine Markierungen, keine Anhaltspunkte. Zufall und Glück bringen mich wieder auf die richtige Spur. Sowohl unterernährt, wie untererfrischt, als auch überhitzt und einfach ganzheitlich am Sand lande ich in Coburg. Schluss, morgen Pause, morgen Bus!