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Österreichischer Wahnsinn, Schloss statt Palast und auf ein Gespräch mit dem Rammstein Flake Lorenz


 

8. Tag: Montag, 18. Dezember

Berlin

Heute ist kein guter Tag, in Österreich wird gerade eine Regierung angelobt, die sich kein klar denkender Mensch gewünscht haben kann. Weiters, die Liebste steigt heute in den großen Flugvogel zurück nach Wien. Einziger Lichtblick, das seit Tagen vermisste und heute zurückgekehrte Sonnenlicht!
Abgesehen davon bin ich aufgeregt, heute darf ich eine Ost-Berliner Legende, den Rammstein Keyboarder (auf ostdeutsch „Tastenficker“) Christan „Flake“ Lorenz zu den Themen Punk in der DDR, Feeling B, Rammstein, Wende, Einheit, Trallala, … ausfragen. Um den Kopf frei zu bekommen, streune ich heute durch die Bezirke Prenzlauer Berg und Mitte. Klingende Straßennamen auf Schritt und Tritt: Danziger Straße. Schönhauser Allee. Die zur Touri-Falle verkommene Curry-Wurst-Bude Konopke. Der Laufsteg Ostberlins, die Kastanienallee. Der Rosa-Luxemburg-Platz. Die Revanche-Foul-Bausünde Berliner Schloss, dort wo einst der Palast der Republik thronte. Eine ideologische Kurzvisite bei den Vordenkern Marx und Engels. Der Fernsehturm am Alexanderplatz. Weihnachtsmärkte werden dabei großräumig umgangen, nicht aus Angst vor Attentaten, vielmehr aus Angst vor dem Jingle-Punsch-Wahnsinns-Virus.
Zurück im ehemaligen Künstler-Viertel Prenzlauer Berg. Flake Lorenz, „Tastenficker“ der Böse-Buben-Band Rammstein, hat kürzlich sein neuestes Buch veröffentlicht. „Heute hat die Welt Geburtstag“ (Verlag S. Fischer) ist eine lustige „Klassenfahrt“ aus Erinnerungen, Gedanken und Anekdoten durch die Brille des Spaßvogels der Metal-Kapelle. Das Gespräch schweifte aus, der liebenswerte Ostler erzählte von guten alten Zeiten, von gewinnorientierten Westlern und einer Stadt im Wandel. Danke Flake! Mehr darüber gibt es demnächst in der wunderbaren Wiener Straßenzeitung AUGUSTIN zu lesen.