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Berliner Humor, RAW Power und vom „anderen“ Ostrock zu „anderer“ Theaterarbeit


9. Tag: Dienstag, 19. Dezember

Berlin

Berliner Schmäh funktioniert wie folgt: „Kennst du den? Fliegen ein Schwabe, ein Hesse, ein Rheinländer nach Berlin. Und dann? Fliegen sie wieder zurück!“ Alles klar?
Heute wird zum ersten Mal das Brompton entfaltet. Vernünftige Menschen würden das bei der vorliegenden Wetterlage vermeiden. Trotzdem. Am Plan steht das RAW-Gelände zwischen der Warschauer Straße und dem Warschauer Bahnhof. Raw steht für Reichsbahnausbesserungswerk. Eine alternative Stadt in der Stadt: Bars, Veranstaltungshallen, ein Skatepark, ein Kletterpunker, … Ein kleines anarchisch anmutendes Freigelände unnah der Spree. Untertags ist nicht viel los, nur einige versprengte Touristen zücken ihre Kameras. Heute mach ich zum ersten Mal rüber, über die Oberbaumbrücke rüber nach Kreuzberg, Westberlin. Ein Stück den Mauerradweg entlang. Friedrichstraße, Checkpoint Charlie, Potsdamer Platz, Mitte, das ehemalige Tacheles, Bernauer Straße, … Ganz Berlin ist eine einzige, große Baustelle. Die Stadt lässt sich dabei zusehen wie der Kommerz sie aufsaugt. Alles wird vermarktet, heute hip morgen tot.
Am Nachmittag wartet Freund und DDR-Punk-Zeitzeuge Ronald Galenza um die Glanzzeiten des „anderen“ Ostrocks noch einmal aufzuwärmen. Herr Galenza, ein großer Erzähler!
Für den Abend steht Kulturprogramm auf den Zettel. Hochkultur. Theater Ramba Zamba spielt „Der gute Mensch von Downtown“ mit Eva Mattes und ganz besonderen („Menschen mit einer anderen geistigen Ordnung“) Schauspieler_innen.