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Grenzwertige Zäune und ungewollter Patriotismus


9. Tag, Samstag 18.Juni

Strecke: Bezdan – Backi Breg (SRB) – Csátalja (HU) – Gara – Bácsbokod – Bácsalmás – Csikéria – Kelebia (SRB) – Subotica (Karte)

Streckenlänge: 118 km Fahrzeit: 6 h 25 min

DIe Nacht an der Donau, kitschiger Sonnenuntergang inklusive, hat mein Landschaftstrauma vergessen gemacht. Doch während sich die Donau Richtung Novi Sad und Belgrad ihren Weg bahnt, nimmt die Radroute die entgegengesetzte Strecke, wieder nach Ungarn. Obwohl wir alle es wissen, davon gelesen und bewegte Bilder gesehen haben, macht das reale Bild noch einen Zacken betroffener. Der Zaun. Noch 1989 skandierten die Bürger_innen der ehemaligen DDR „die Mauer muss weg“ und verbannten in Folge den „Eisernen Vorhang“ in die Geschichtsbücher. 17 Jahre später muss das vermeintliche Glück wieder geschützt werden. Die gesamte ungarisch/serbische Grenze streckt er sich aus und macht Grenzorte zu Geisterdörfer. So erlebt in Csikéria. Leere Straßen, fast keine Menschen, geschlossene Geschäfte. Gruselig, sogar bei Licht.
Darüber hinaus, Felder bis zum Horizont. Und immer anwesend die „gelbe Sau“. Verantwortlich für meine ungewollt patriotische Einfärbung: Rot (linker Arm), Weiß (Brust/Bauch), Rot (anderer Arm). In diesem Sinne. Geh jetzt Fuassboischaun.

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Gute Gewinner, gute Verlierer


Tag 5, Dienstag 14. Juni

Strecke: Bajánsenye – Kerkavala – Lenti – Tótfalu – Letenye – Nagykánizsa (Karte)

Streckenlänge: 81 km      Fahrzeit: 4 h 23 min

Um am Anfang des Tages zu beginnen: Viel Landschaft, viele kleine Nester, wenig zu berichten. Letztendlich haben wir Frühschluss in Nagykánizsa gemacht. Punkt 16 Uhr. Um 18 Uhr waren wir unverabredet verabredet im The Clutch Pub. Ländermatch. Euro. Österreich, Ungarn. Nicht gegen wen, sondern gegeneinander. Der Spielausgang ist bekannt. Als gute Verlierer haben wir das Freibier wohlwollend angenommen. Danke den besseren Gewinnern. Und jetzt zur traurigen Nachricht: Meine Liebste steigt morgen in den Bus und sagt nach fast 500 Kilometern, es reicht und Auf Wiedersehen.

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Maria hülf!


Tag 4, Montag 13. Juni

Strecke: Bildein – Szentpéterfa – Moschendorf – Heiligenbrunn – Heiligenkreuz im Lafnitztal – Szentgotthárd – Domanjsevic – Prosenjakovci – Bajánsenye (Karte)

Streckenlänge: 86 km (insges. 917 Höhenmeter)      Fahrzeit: 5 h

Maria von Bildein bitte hülf: Bitte, kein Sauwetter, keine Patschen, keine müden Beine und bitte, bitte einen Schlafplatz (Heute eine Odyssee)! Apropos Bildein. Das Minimal-Dorf liegt auf einer schmalen österreichischen Landzunge mitten in Ungarn und hat maximal viel zu bieten: Einen Grenzerfahrungsweg, ein burgenländisches Geschichte(n) Haus, ein Weinarchiv, ein Wirtshaus, eine Konditorei, eine wunderbare Pension, Uhudler und das großartige Picture-On-Festival. Bildein, ein Tipp! Der Spielverlauf im Länder-Slalom: A – HU – A – HU – SLO – HU. Nach steiguns-und herbergsbedingtem Leidensweg sind wir – Ende gut, Alles gut – in Bajánsenye gelandet. Maria sei Dank.

 

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Up And Downs


Tag 3, Sonntag 12. Juni

Strecke: Sopron – Horitschon – Lutzmannsburg – Köszeg – Bucsu – Felsöcsatar – Bildein (Karte)

Streckenlänge: 94 km Fahrzeit: 5 h 18 min

… den ganzen Tag. Anfänglich mit Sprühregen. Ungarn, Österreich, Ungarn, Österreich, wir haben heute mehrfach die Seiten gewechselt. Eines war immer gleich: Up And Down. Das hat jetzt rein gar nichts mit unserer Stimmungslage zu tun, die ist top! Wir haben unzählige Kleinstortschaften durchmessen, den Regen vor uns hergeschoben oder hinter uns gelassen und letztlich im zauberhaften Bildein Obdach gefunden, bevor die Wolken richtig platzten.