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Kriminelle Piste, Blechlawine und ein Kulturschock am Shkodra See


7. Tag: Mittwoch, 18. September

Strecke: Uvac Canyon – Sjenica (SRB) – Bijelo Polje (MNE) – Lake Shkodra (ALB)

Streckenlänge: 241 km

Zum Frühstücks-Gaskocher-Kaffee das selbe Bild, nur diesmal kommt die Sonne von vorne, über uns kreisen die Weißkopf-Gänsegeier.
Die Rumpelpiste führt zurück nach Sjenica. Die serbische Kleinstadt liegt 1.000 Meter über der Adria, besitzt mehrere Moscheen und die Mehrheit der Einwohner bezeichnet sich als Bosniaken. Der Kaffee verdrängt das Bier als Haupterfrischungsgetränk. Von Sjenica führt eine asphaltierte Berg-Und-Tal-Spur Richtung montenegrinischer Grenze. Einige wenige Ansiedlungen und Aus, irgendwann ist auch der Asphalt weg, übrig bleibt eine Piste. Anfänglich noch akzeptabel, die letzten Kilometer kriminell endet sie vor einem Schranken mit Stopp-Schild, Montenegro in Sichtweite. Nach einer Schreckminute, der Schranken ist unversperrt, steht einem Grenzübertritt nach Montenegro nichts mehr im Wege.

Nachtrag/Beobachtungen zu Serbien:
– Landschaft top, Abfallwirtschaft flop!
– Nicht jeder Wegweiser ist auf die westeuropäische Typografie adaptiert.
– Geraucht wird örtlich unbegrenzt und in allen Lebenslagen.
– Jedem Serben sein Herren-Umhängtascherl.
– Jedes Dorf besitzt einen «Vulcanizer»
– Die Rindsviecher tragen noch stolz ihre Hörner.

Der Rest des Tages ist schnell erzählt. Ab Montenegro gibt es wieder ausreichend Asphalt. In Bijelo Polje gibt es ein zweites Frühstück. Der angepeilte Campingplatz nahe des Nationalparks Biogradska Gora befindet sich im Umbau. Und unweit später staut sich eine Blechlawine. Augen zu und durch nach Albanien! Podgorica, die unattraktivste Haupstadt Europas wird rechts liegen gelassen und an der Grenze zu Albanien feiert ein längst vergessenes Schauspiel sein Comeback: der Grenzstau!
Irgendwann wird der Campingplatz am Shkodra See dann doch erreicht, eine Kleinstadt mit Wohnmobilen aus allen Nationen. Nach der gestrigen einsamen Nacht ein Kulturschock. Zeltaufbau, Essen, Trinken und schnell einschlafen!

ps: aus Sehnsucht noch einmal der Uvac im Bild, diesmal aus der Frühstücksperspektive.

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Die Brücke über die Tara, mitten unter Kühen und ein Mini-Camp am Berg


Eine montenegrinisch/serbische Reise
Freitag, 22. September

Strecke: Dobrilovina – Đurđevića-Tara-Brücke – Pljevlja – Prijepolje – Nova Varoš – Acmačići

Als Morgenritual gibt es Tee und Kaffe vom Camping-Gaskocher noch vor dem Frühstück im Camp. Die Bergwelt rundherum ist wolkenverhangen, die Temperaturen weit entfernt vom Wohlfühl-, gerade noch im Plus-Bereich. Rund um die Tara-Brücke ein kurzes Eintauchen in den Tourismusbereich – sehr beliebt ist das Seilrutschen über den Canyon. Über Pljevlja geht es zurück nach Serbien, ein weiterer Canyon wartet. Nova Varoš gilt als Tor zum Naturschutzgebiet Uvac, eine selten hässliche Kleinstadt. Die Suche nach der Tourismus-Info wird zur Expedition. Wir machen uns selber schlau und durchforsten das Internetz. Nahe den Bergdorf Acmačići stoßen wir auf einen Mini-Campingplatz, in der Nachbarschaft einige wenige Bauernhöfe, Kühe, Hendl und Ziegen. Der Uvac-Fluß liegt unweit entfernt unter uns. Unser Vermieter bietet uns für mogen eine Flusstour an. Ein kurzer Spaziergang bietet einen Vorgeschmack. Unten das Wasser und wir, oben kreisen die Weißkopfadler. Zur Begrüßung, wie sollte es anders sein, gibt es Rakija, zum Abendessen traditionelle Hausmannskost. Alles was die Küche verlässt kommt aus eigener Produktion, alles ganz einfach, alles hervorragend! Die von gestern noch immer nasse Wäsche baumelt zwischen Autospiegel und Viechzaun im Wind am Strick

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Familienzusammenführung, die Tara lockt und ein unfreiwilliges Bad


Eine montenegrinische Reise
Donnerstag, 21. September

Strecke: Žabljak – Đurđevića-Tara-Brücke – Dobrilovina – Mojkovac – Dobrilovina

Eine lange Regennacht ist gut überstanden, campen hält frisch. Heute steht nur eine Kurzstrecke auf dem Programm, runter von den Bergen zum Tara-Canyon. Im Rafting-Camp Kapija Kanjona (www.kapijakanjona.com) kommt es zu einer Familienzusammenführung, die Kinder (auch in der Gegend unterwegs) haben uns das Traumplatzerl an der Tara empfohlen. Reisen ist ein Kommen und Gehen, die Jugend zieht weiter Richtung Norden, die Alten bleiben. Im Vorfeld wir noch Wiedersehen und gleichzeitig Abschied gefeiert – landesüblich mit Šljivovica. Eine einsame Straße führt gegen den Strom Richtung Mojkovac, die Tara hält sich meist in der Tiefe verborgen, nur selten gestattet sie einen Blick auf ihren Verlauf. Das Vorhaben einen Frisch-Fisch zu fangen ist noch immer nicht abgehakt. Nächster Versuch. Vom Camp aus führt ein verschlungener Pfad durch den Wald runter zum Fluss. Ein Traumplatzerl gibt Hoffnung. Wobei, die andere Fluss-Seite ist immer die schönere. Gedacht. Getan. Hose aufgekrempelt und rüber. Wasser ist das beste Vergrößerungsglas, seicht ist nur der Blick, schon steht mir der Fluss bis zur Brust. Eiskalt. Flüche verhallen im Flussrauschen. Abbruch.

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Reduzierte Körperpflege, abenteuerliche Panoramastraßen und Wetterumschwung


Eine bosnisch/montenegrinische Reise
Mittwoch, 20. September

Strecke: Patkovina/Drina Camp – Foča – Drinatal – Hum (SRB) – Šćepan Polje (MNE) – Trsa – Žabljak

«Am Tag, als der Regen kam» (Dalida). Wenn der Himmel aus allen Öffnungen weint, gehen Camping und reduzierte Körperpflege Arm in Arm, umso mehr als der Weg zur Pflegestation unangemessen weit ist. Der Abschied vom Drina Camp fällt schwer, wunderbarer Platz, herzliche Betreuung, wunderbare Küche – eine Empfehlung.
Über Foča geht es erneut bergauf, bergab durchs Drinatal zur montenegrinischen Grenze. Direkt an der Grenze vereinigen sich die Flüsse Tara und Piva zur Drina, die Piva eingerahmt von steil aufragenden Felswänden. «Ich fahre mit dem Auto, alles geht so schnell, links der Berg, rechts die Schlucht …» (Minisex), die Straße windet sich durch unzählige unbeleuchtete Tunnel. Ab der Abzweigung nach Žabljak gehts steil bergauf bis zur Baumgrenze. Spätestens jetzt beginnt die Durmitor-Nationalpark-Traumwelt. Schafherden kreuzen die Straße, karge Berglandschaften so weit das Auge reicht. In Žabljak ist es vorbei mit der Abgeschiedenheit – Hotels, Pensionen, Restaurants – und alle wollen zum Crno Jezero, zum Schwarzen See, umgeben von 2.000er Gipfel. Kurze Sonnenfenster und Regen wechseln sich ab. Im Mlinski-Camp, ein montenegrinischer Empfang: Kaffee und Schnaps. In einer Regenpause wird das Zelt aufgebaut, es erwarten uns Temperaturen um die null Grad. Dank «Treksport» (www.treksport.com) ist uns das relativ «wurscht»! Im Aufenthaltsraum spazieren die Hühner zwischen den Tischen, noch schnell eine Jause und ab in die Schlafsäcke!