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Quer durch die Stadt, eine Wall of Fame und der Griff ins Dekolleté


16. Tag: Montag, 29. Juli

Strecke: Dublin

Im Imbiss unter der Schlafkammer herrscht geschäftiges Treiben bis spät in die Nacht. Trotzdem, wunderbar geschlafen in meiner Rumpelkammer in der Belvidere Road.
In der Früh geht es von Norden nach Süden einmal quer durch die Stadt. Übersetzt auf Wien, einmal «Kagran – Perchtholdsdorf» tour-retour. In Goatstown wartet eine Transport-Verpackung für mein Brompton-Faltrad. Mit einem großen «Karton-Rucksack» am Rücken führt der Weg zurück in Richtung Stadt.
Das Zentrum von Dublin trennt der Liffey River. Die Innenstadt wirkt wie ein einziger, großer Pub. Viele bunte Holzläden verleiten zum Bierkonsum unterbrochen von Backsteinbauten. Noch einmal eintauchen in die Höhle des Löwen: In Temple Bar dem Vergnügungsviertel der Stadt gibt es Live-Musik schon zum Mittagstisch. Es gibt ein Irish Rock’n’Roll Museum und eine Wall of Fame der irischen Rock-Elite. In den Straßen von Dublin hat auch der kleine Bono (Vox/U2/Sunday Bloody Sunday) den Rock’n’Roll gelernt, bevor er Weltstar wurde und sich zum Jesus der Rockmusik hochspielte. Anderen Kolleg_innen aus Dublin ist der Rock’n’Roll-Lifestyle nicht so gut bekommen: Phil Lynott (Thin Lizzy/The Boys Are Back in Town) hat es mit den Rauschmitteln übertrieben und starb mit 47 Jahren. Sinéad O’Connor (Nothing Compares 2 U) kämpft immer wieder mit ihren Dämonen im Kopf. Bob Geldof (Boomtown Rats/I Don’t Like Mondays/Live Aid) wurde von der Queen zum Ritter geschlagen, darf den Titel «Sir» aber nicht tragen, da er Staatsbürger der Republik Irland ist. Den wenigsten wird der Name Luke Kelly (1940 – 1994) geläufig sein, der irische Sänger und Banjo-Spieler war Mitbegründer der Irish-Folk-Gruppe The Dubliners, aber jetzt klingelt was?!
Ein weiteres Wahrzeichen ist die Molly Malone Statue, auch bekannt unter «Cockles and Mussels» („Herzmuscheln und Miesmuscheln“), einem bekannten irischen Volkslied und eine inoffizielle Hymne der Stadt. Die Ballade erzählt von einer schönen Dubliner Fischhändlerin, die in ihren jungen Jahren stirbt. Es soll Glück bringen der Dame ins Dekolleté zu greifen, die Herren haben sichtlich ihre Freude dabei und die dazugehörigen Damen schießen das Erinnerungsfoto. In der Meath Street in der Nähe des Guinness-Storehouse ist der Trubel dann vorbei, noch ein Erfrischungsgetränk und ab in den Norden der Stadt, dort wartet dann noch ein letztes.