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Ein unbestellter Begleiter, durch Ungarn durch und eine Zusammenfassung


13. Tag: Samstag, 29. September

Strecke: Bezdan (SRB) – Baja (HU) – Tata – Wien (AT)

Das Fisch-Paprikasch war ein Traum und unseren letzten Abend in Serbien verbringen wir zu dritt. Ein vierbeiniger Strawanzer macht es sich neben unserem Tisch auf der Terrasse gemütlich, begleitet uns auf dunklen Wegen bis zum Zelt und hält während unserer Nachtruhe Wache. In der Früh war er so unangekündigt verschwunden wie er unangemeldet aufgetaucht ist.
Ein letzter Blechhäferl-Kaffee an der Donau. Am serbischen Ufer ist die Sonne noch nicht angekommen, momentan erreicht sie gerade das kroatische Batina am anderen Donau-Ufer. Der Abschied fällt schwer, ab dem ungarischen Baja führt das große graue Band bis direkt zur Schrebergartenhütte in Wien-Wasserwiese. Eine letzte ungarische Nacht wird verworfen, es bleibt bei einer Verpflegungspause in Tata (im Bild). Ein harter Eintritt in die Festung Europa. Herausgeputztes Englisch, dicke Servietten, ein Pianospieler, geschliffene Kellner_innen. Das alles gibt es auch bei uns, also gleich nach Hause!
Noch eine kurze Zusammenfassung:
13 Reisetage. 12 Reisenächte, davon 11 im Zelt verbracht. 2.206 mit dem Automobil gefahrene Kilometer. 6 bereiste Länder (A, SLO, HR, BiH, SRB, HU). Wunderbare Ćevapi, traumhafter Fisch, exzellenter Vranac, ungezählte Pivo, …
Vielen Dank für’s Mitreisen, Blog lesen, … Im Dezember startet die nächste Tour, vorraussichtlich wieder mit dem Brompton Faltrad, geplant ist: den «Schdrom» gegen den Fluss entlang von Belgrad Richtung nach Hause, rechtzeitig zum Weihnachts-Fischerl!
Alles Liebe
Mario

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Ob «Jagnetina», ob «Perkelt» – Hauptsache Essen!


12. Tag: Freitag, 28. September

Strecke: Apatin – Sombor – Bezdan

Allein am Campingplatz irgendwo in den serbischen Donau-Auen, nichts rührt sich, einzig das Donau-Fluss-Gefieder reißt ab und an den Schnabel auf.
Eigentlich sind wir schon seit Mostar irgendwie auf der Rückreise, aber ab jetzt wird es ernst. Morgen machen wir rüber über die Grenze nach Ungarn. Die Donau bleibt uns erhalten, Serbien wird uns fehlen und darum: Ein letztes Frühstück in Apatin am «Schdrom». Apatin war bis 1944 die größte deutschsprachige Gemeinde in Jugoslawien. Später ein Erfrischungsgetränk in Sombor. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges dem Königreich Ungarn zugehörig, den ungarischen Einschlag schmeckt man bis heute. Auf der Landstraße Richtung Bezdan, die Hoffnung war schon längst begraben – «Jagnetina»!!! Ein einfaches Landgasthaus, ein windschiefes Blechgestell mit Dach vor dem Haus, über dem Feuer dreht sich ein Lamm am Spieß. Aus-Stopp-Retour – Umdrehen, zurückfahren, bestellen. Kurz gesagt: ein Gedicht! Trotzdem, der kulinarische Tag ist noch jung, wartet doch noch ein «Perkelt od Fileta Smuđa» (Fisch-Paprikasch mit Zander) in der Pikec Čarda, am letzten Zipfel Serbiens, wieder einmal direkt am «Schdrom». Vorher gibt es noch Schnaps und «Domaća Kafa» (Kaffee mit Sud im Häferl, darum kein Schluck zuviel!) in Bezdan, einen Umfaller von der ungarischen Grenze entfernt, um das Magerl auf das letzte Abendmahl vorzubereiten. Bevor die neuerliche kulinarische Orgie losgeht noch ein bisserl an der Donau sitzen und ein bisserl «blöd schaun» … Unser Haus steht direkt am Ufer, die Sonne ist am Untertauchen und das Paprikasch köchelt bereits – das Leben ist schön!

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Serbische Müllentsorgung, mehrmalige Grenzübertritte und ewig lockt der «Schdrom»


11. Tag: Donnerstag, 27. September

Strecke: Zasavica – Sremska Mitrovica – Šid (SRB) – Ilok (HR) – Vukovar (HR) –Erdut (HR) – Apatin (SRB)

Nach einer frostigen Zeltnacht wärmt die Sonne während des Frühstücks am nördlichen Save-Ufer in Sremska Mitrovica. Es geht weiter auf Kurzstrecken bis zur heutigen Endstation nahe Apatin.
Kurz nach Šid am malerischen Sotsko Jezero, zu Füßen der Fruška Gora (Nationalpark am rechten Donauufer, in der serbischen Provinz Vojvodina), gibt es uein nrühmliches Beispiel von Müllverarbeitung – Alles rein in den Blech-Container und Feuer frei!
Der nächste Stopp liegt direkt am «Schdrom» (Donau), an der Nabelschnur, am Herzfluss, in Ilok. Bis zur ungarischen Grenze trennt er das ehemalige Jugoslawien in Kroatien und Serbien. Den «Schdrom» gegen den Strich geht es weiter in Richtung Vukovar. Im Kroatienkrieg war die Region um Vukovar das am stärksten unkämpfte Gebiet, die Wunden sind bis heute sichtbar. Im Stadtbild verheilt die Vergangenheit ungleich schneller als im zwischenmenschlichen Alltag, der noch immer von Kroaten und Serben bewohnten Stadt. In Erdut geht es für heute zum letzten Mal über die Grenze und unser Zelt steht schon wieder im Nirgendwo. Irgendwo in den weitläufigen Donau-Auen. Zur Nahrungsaufnahme müssen wir zurück nach Apatin, ein unpackbarer Sonnenuntergang direkt am «Schdrom» begleitet die Nahrungsaufnahme!

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Ein dampfender Fluss, ein Feuchtgebiet und jede Menge freigängiger Viecher


10. Tag: Mittwoch, 26. September

Strecke: Vrhpolje – Mali Zvornik – Loznica – Badovincoi – Zasavica

Die Hunde aus der Nachbarschaft sind sehr nachtaktiv, unsere Haushunde antworten bereitwillig und postwendend.
Auch frühmorgendlich sind die süßen Vierbeiner ungebrochen aktiv und erschweren den Bekleidungsvorgang. Dichte undurchschaubare Schleier tauchen auf, die Drina dampft. Bis Loznica weicht sie uns nicht von der linken Seite, später verschwindet sie aus dem Blickfeld, wir biegen ab in Richtung Sremska Mitrovica. Spätestens morgen sehen wir uns wieder, wenn sich die Drina in der Save Richtung Donau verfüssigt hat. Wider Erwarten finden wir ein Traumcampingplatzerl mitten in der Prärie, nahe der Save. Das Nest heißt Zasavica und liegt in einem der letzten, authentisch erhaltenen Feuchtgebiete Serbiens. Im angeschlossenen Naturschutzgebiet tummeln sich jede Menge freibewegende Viecher: Esel, Pferde, alle möglichen Arten von Rindviechern, Federvieh, Schweine, Schwäne, Schlangen, … Das Wirtshaus vorort serviert zum lokalen Pivo, Gulasch vom Mangaliza-Schwein. Und, das alles und noch viel mehr fast für uns alleine!

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Die Drina, eine geschichtsträchtige Brücke und eine zweifelhafte Fantasiestadt


9. Tag: Dienstag, 25. September

Strecke: Foča – Goražde – Višegrad – Bajina Bašta – Vrhpolje

Die Fühtemperaturen erreichen wenige Grade über Null, alle verfügbaren Schichten werden angelegt. Ein erdiges Frühstück gibt neue Energien.
Der heutige Tag führt von Licht an bis Licht aus entlang der Drina. Die erste Station ist Goražde, nach dem Ende des Bosnienkrieges (1992 – 1995) die einzige mehrheitlich von Bosniaken bewohnte Stadt an der Drina. Višegrad, keine 40 Kilometer entfernt hat in seiner jüngeren Geschichte wenig Ruhmreiches zu berichten. Die Stadt lebt bis heute von seiner einzigartigen Brücke (seit 2007 UNESCO-Weltkulturerbe) und dem dazugehörigen Roman (Ivo Andrić, «Die Brücke über die Drina»). Nur, von der einst multikulturellen Stadt ist nichts mehr übrig. Die letzte Aufregung die zweifelhafte Attraktion «Andrićgrad», eine vom serbischen Regisseur Emir Kusturica künstlich aus dem Boden gestampfte, 2014 fertiggestellte Fantasiestadt. Ausgerechnet auf dem Gelände eines Sportzentrums das einst als Internierungslager für bosnische Muslim_innen genutzt wurde.
Wir verlassen Bosnien in Richtung Serbien, durchqueren den wildromantischen Tara-Nationalpark und landen wieder an der Drina, die ab sofort bis zu ihrer Mündung in die Save die Grenze zwischen Bosnien und Serbien markiert. Auch heute werden die Zeltbetten an der Drina gemacht, auf dem Gelände des «Etno Selo Vrhpolje», einem «Wunder-Wirtshaus» direkt am Fluss. Eine «Maximum-Grillplatte» und nix geht mehr, außer «Laku noć» (Gute Nacht)!

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Muezzin, Temperatursturz und eine Kleinstadt namens Gacko


8. Tag: Montag, 24. September

Strecke: Mostar – Gacko – Foča

Zerrissenes Mostar: Wenn der Muezzin ruft, schalten manche Lokale die Musik lauter, andere schalten sie ab. Die Brücke hat sich geleert, der Mond über ihr ist im Zunehmen, wir sitzen ihr gegenüber und die Kalbsleber schmeckt hervorragend!
Weiter geht die Reise in Richtung Foča, wieder einmal über bergiges Gelände. Von gestern auf heute hat es um satte 23 Grad auf frostige 9 Grad abgekühlt. Die Kleinstadt Gacko präsentiert sich so wie ihr Name klingt: Kohletagebau rundherum, ein dazugehöriges Kraftwerk, marode Häuser, ein desolater Busbahnhof, einzig das Kriegerdenkmal und die othodoxe Kirche glänzen. Dazu gibt es orkanartige Windböen sowie Starkregen. Dober dan Tristesse! Wir finden im «Downtown Pub Gacko» Unterschlupf. Montags zur Mittagszeit, das Bierlokal ist bummvoll, alles junge Menschen, die Frauen allesamt aufgedonnert, die Burschen in erster Linie cool. Alles sehr bizarr, kein Ort um Wurzeln zu schlagen …
Nach einer Woche Sommer sind wir abrupt im Spätherbst angekommen, tiefliegende Wolken, Dauerregen. Auf den gewundenen Straßen trotten unbegleitete Kühe und lange unbeleuchtete Tunnel graben sich durch Bergwelten.
Die Liebste hat einen neuen Sport – Bildbeschreibungen während der Fahrt. Das ist wie Fernsehen für sehbeeinträchtigte Menschen: Kuhherde links. Vulkanizer rechts. Österreichisches Kennzeichen entgegenkommend. Traumhaftes Bergmassiv im Rückspiegel. Stinkende Müllhalde voraus. …
Der Campingplatz im Familienbetrieb direkt an der Drina nahe Foča ist sehr romantisch, auch bei Sauwetter! Wir warten auf eine Regenpause um unser Haus aufzustellen und verbringen die Wartezeit in Foča, einer selten hässlichen Stadt mit einer noch hässlicheren Geschichte. Aber als kleines Zeichen, nach Zerstörung und Vertreibung werden Moscheen wieder aufgebaut.
Das Wasser tröpfelt nur noch vom Himmel, aber jetzt …

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Ein Hotspot für uns allein, Maria über Alles und eine Brücke zwischen Welten


7. Tag: Sonntag, 23. September

Strecke: Kravica Wasserfälle – Međugorje – Mostar

Dort wo sich gestern noch hunderte Touristen gedrängt haben ist bei Tagesanbruch außer uns niemand zu sehen, einzig die Wasserfontänen stürzen noch immer tosend über den Felsen. Auch die Sonne hält sich noch im Verborgenen. Bei so einer Kulisse schmeckt sogar der Löskaffee aus dem Blechhäferl … Noch bevor die Reisebus-Horden über die Kravica-Fälle, nahe der kroatischen Grenze, herfallen ist das Zelt im Automobil verstaut und wir rollen dem nächsten Hotspot entgegen. In Međugorje gibt es nur ein Thema – «Maria über Alles»! Seit in den 1980er Jahren Einwohner von Marienerscheinungen berichteten läuft der katholische Pilger_innen-Tourismus auf Hochtouren. Busladungen erwartungsvoller Bet-Brüder-und-Schwestern verströmen sich auf dem Gelände der St.-Jakobus-Kirche. Es ist Sonntag, das Gotteshaus ist brechend voll. Rundherum in den Souvenierläden regiert der Devotionalien-Kult: Maria in allen Ausführungen, Engerl im kroatischen rot-weiss-roten Schachbrett-Dress, heiliger Šljivovica, … Weiter, weiter! Nach Mostar ist es nur mehr eine Kurzstrecke. Heute gibt es nach sechs Zeltübernachtungen erstmals wieder ein gemachtes Bett. Aber auch in Mostar ist die Welt nicht ganz in Ordnung. Eine Brücke über den Fluss Neretva verbindet zwei ehemals verfeindete Lager. Der Kampf um die Stadt zwischen Bosniaken und bosnischen Kroaten hat tiefe Wunden hinterlassen. Äußerlich im Stadtbild omnipräsent, köchelt es zwischenmenschlich noch immer unter der Oberfläche. Die 2004 nach der Zerstörung wiedereröffnete Brücke ist auch aktuell das Herzstück der Stadt und es kommt immer wieder zu Verstopfungen aufgrund der hohen Besucher_innen-Dichte. Auch hier werden im Basar zweifelhafte Erinnerungsstücke angeboten: Patronen-Kugelschreiber, -Panzer, -Flugzeuge!
Abgesehen davon, mein Ziel endlich einmal «Janjetina» (unter Asche geschmortes Lammfleisch) auf den Teller zu bekommen, ist nach sieben Tagen Bosnien erneut gescheitert. Aber, aufgegeben wird ein Brief!

ps: Mostar im Bild wird morgen nachgeliefert!

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Go Jajce, Driving by Wetterlage und Winnetou forever!


6. Tag: Samstag, 22. September

Strecke: Jajce – Tomislavgrad – Kravica Wasserfälle

Frühtau, Morgennebel, faule Hunde rund um unser Zelt und Löskaffee aus dem Blechhäferl. Das Camping-Resti hat noch geschlossen, jetzt müssen die letzten Kekse herhalten.
Oberhalb des Pliva Wasserfalls thront die zentralbosnische Kleinstadt Jajce samt Burg. Wir wählen unser heutiges Tagesziel, die Kravica Wasserfälle, nach dem Wetterbericht aus dem Internetz. Der Bergsee Prokoško jezero muss wegen prophezeiter Schlechtwetterlage aussetzen. Es geht trotzdem über die Berge Richtung Süden, auf 900 Meter über dem Meer liegt das nach dem ersten kroatischen König benannte Tomislavgrad. Die bosnischen Kroaten zelebrieren ihre Abstammung mit Kroatien-Flaggen an jeder Ecke. Auf den letzten Kilometern werden Landschaft als auch Klima immer mediterraner. Die angenehme Einsamkeit der Anreise endet abrupt am Parkplatz zu den Kravica-Wasserfällen – Menschen en masse. Die Zufahrt zum Zeltplatz mit dem Automobil wird uns verwehrt, was heißt: Zelt, Bett und Küche tragen! Die Wasserfälle auf Augenhöhe rufen den großen Häuptling aus den ewigen Jagdgründen zurück ins Bild. Winnetou forever! Der Halli-Galli rundherum bringt uns wieder in die Gegenwart. Unser Zelt steht in unmittelbarer Nähe der Kulisse und wir warten nur noch darauf, dass sich die Ausflügler in ihre Stein-Wigwams zurückziehen … Tschüss-Baba!!!

ps: Jajce im Bild, die Kravica-Fälle werden morgen nachgereicht.

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Viel Gegend, sehr kompliziert und Schlechtwetterprogramm


5. Tag: Freitag, 21. September

Strecke: Kulen Vakuf – Bosanski Petrovac – Ključ – Jajce

Die Landschaft? Viel Berg, viel Wald, viel Fluss, viel «Šljiva» (Zwetschke, sowohl fest als auch flüssig). Kleine Straßen mit und ohne Asphalt laufen Flüssen entlang und klettern Bergstraßen hinauf. Viel unberührte Gegend, weitgehend unbesiedelt, Serpentinen winden sich einen Pass auf 1.040 Meter Höhe hinauf, oben ein einsames Wirtshaus, umgeben von einem geschundenen Dorf, unten erstreckt sich ein Hochplateau. Vereinzelt wird unterwegs in Waldgebieten vor Personenminen gewarnt. Ab Ključ wird die Besiedelung wieder dichter und wir rollen ein in die Republika Srpska. Ein ehemaliger österreichischer Bundeskanzler hätte gesagt: «Das ist alles sehr kompliziert!» Bosnien und Herzegowina setzt sich aus den Regionen Bosnien im Norden und der Herzegowina im Süden zusammen. Politisch wird es «komplizierter», hier wird zwischen der Föderation Bosnien und Herzegowina (mehrheitlich Bosniaken und bosnische Kroaten), der Republika Srpska (mehrheitlich bosnische Serben) und dem Distrikt Brčko getrennt. Wieder zurück in der Föderation steht unser Zelt heute am Plivsko Jezero nahe Jajce. Unerwartet einsetzender Regen verhindert weitere Abenteuer. Unser Schlechtwetterprogramm: Duschen, Essen, Trinken!

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Ein Traumplatzerl, Rakija zur Begrüßung und ein Nationalpark-Paradies


3. Tag: Mittwoch, 19. September

Strecke: Bihać – Orašac – Kulen Vakuf

Nächtliche Probleme mit meinem aufblasbaren Bett, dem mehrmals die Luft ausgegangen ist. Platzende Nähte, ein Montagsfabrikat!
Beim morgendlichen Frühstück oberhalb einer Una-Kaskade ist das nächtliche Liegeproblem auch bald wieder vergessen. Der heutige Tag ist voll und ganz auf den Una-Fluss ausgerichtet. Die Una entspringt im kroatischen Grenzgebiet zu Bosnien, markiert über eine weite Strecke die Grenze zwischen den beiden Ländern, mündet in die Save und erreicht weiter über die Donau das Schwarze Meer. Heute sind es nur rund 30 Kilometer bis zur nächsten Station. Am Weg immer wieder vom Wildwuchs überwucherte Ruinen des Balkankrieges.
In Kulen Vakuf befindet sich ein «Traum-von-Campingplatz» direkt an der Una. Der Besitzer kann sich auch in Deutsch verständlich machen, er verbrachte die Kriegsjahre in Krems an der Donau. Zur Begrüßung gibt es selbstgebrannten Rakija. Der Nachmittag gehört dem Una-Nationalpark, eine sandige Rumpelpiste führt bis auf wenige Meter zum Štrbački buk, dem höchsten Wasserfall im Nationalpark. Von hier aus geht es zu Fuß weiter auf schmalen Pfaden in die Wildnis, einzig die angekündigten Bären bleiben in ihrer Deckung. Ein Traumtagerl mit ganz viel «Sunce» (Sonne). Die schwerste Entscheidung kommt zum Schluss: Der Camping-Wirt hat ein Feuerl angeworfen, Una-Pastrmka (Forelle) oder bosnisches Kesselgulasch stehen zur Auswahl – die Auflösung folgt morgen – Prijatno!