Es steppt der Bär, das Wunder von der Bornholmer Straße und ein wohlverdienter Heimabend


 

Montag 12. Dezember

Strecke: Mandelstraße – Mauerpark (Start der 3. Mauerradweg-Strecke) – Bornholmer Straße – Wollankstraße – Glienicke – Hohen Neuendorf – Henningsdorf (Ende der 3. Mauerradweg-Strecke)- mit der S-Bahn zurück in die Mandelstraße

Streckenlänge: 48 Radkilometer      Fahrzeit: ca. 4 h

Die Vernunft hat abgesagt. Kultur. Party. Ende? Nie! Dabei hat alles unverfänglich mit einer Sonntagslesung begonnen. In der Luxus Bar in der Prenzlauer Allee performt Hermann Jan Ooster über den „Rhythmus der Hörgeräte“ und Kai Pohl verordnet seinen „literarischen Notfallsplan“. Auf Kunst folgt Gin-Tonic. Ein Funken Denkvermögen führt dann doch nach Hause. Routinen werden gekippt: Boulette statt Rührei zum Frühstück. Alles anders. Um die Mittagszeit wird das Brompton entfaltet und die Route wird gegen den Uhrzeigersinn umgekrempelt. Ein Prachttag. Der Mauerpark in Prenzlauer Berg ist der heutige Null-Kilometer. Etwas nördlicher der ehemalige Grenzübergang Bornholmer Straße. Die Bösebrücke schrieb am 9. November 1989 Weltgeschichte als um 22.30 Uhr der Grenzübergang für alle Besucher aus dem Ostteil der Stadt geöffnet wurde. Der Anfang vom Ende der DDR. Immer den S-Bahn-Gleisen entlang dünnt sich die Stadt aus. Am Köppchensee an der nordöstlichen Stadtgrenze wird das pulsierende Berlin zur Ruheoase. Lange Geraden führen durch den Berliner Forst und die Stolper Heide bis nach Henningsdorf. Schluss für heute, jetzt beginnt ein wohlverdienter Heimabend ohne Ausgang.