Am Laufband, Statistiken und ein künstlicher See
7. Tag: Sonntag, 7. Juni 2026
Strecke: Tiszadada – Tiszapart – Tiszafüred
Streckenlänge: 75 km (469 km)
Heute führt ein ausgeschilderter Radweg vom Start bis zum Ziel. Der „Radroute 3“ fällt mit dem „EuroVelo 11“ zusammen. Was vorerst verlockend klingt hat auch einen Haken. Ein Wegweiser führt auf einen Damm, für die ganze Etappe. 73 Kilometer lang das selbe Bild: Rechts und links Wiesen, Felder, Wälder, in der Mitter ein graues Asphalt-Band. Wie am Heimtrainer. Verschärfend brennt vom Himmel die gelbe Sau auf den Asphalt, Rad und Fahrer. Schatten null. Das Aufstellen von Statistiken vertreibt die Zeit, das Ergebnis lautet: 6 Sportradler, 3 Sonntagsradler, 1 Läufer, 11 Rehe, 2 Hasen, 1Fasan, 1 Baby-Ringelnatter, 2 Eidechsen, 2 Störche, alle weiteren Arten von Federvieh, unzählbare Schmetterlinge sowie Tausendschaften an Kleinstgetier. Ein kleiner Abstecher nach Tiszapart, einer Mini-Ortschaft am Fluss mit Fähre und Imbiss, sorgt für die einzige Abwechslung.
Tiszafüred, die Endstation, liegt direkt am Tisza-tó. Der Theiß-See ist Ungarns größter künstlicher See und wurde 1973 zur Hochwasserregulierung ausgehoben. Inzwischen ist er eine kostengünstigere Alternative zum Plattensee. Aber auch hier ist Obacht geboten, die Häfen werden mehr und größer, die Besucher:innenströme nehmen zu, ebenso die Bautätigkeit. Noch ist die Welt in Ordnung, die gelbe Sau geht unter und die Hafenkneipe „Albatrosz“ serviert den letzten Schlummertrunk!