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Viel Gegend, sehr kompliziert und Schlechtwetterprogramm


5. Tag: Freitag, 21. September

Strecke: Kulen Vakuf – Bosanski Petrovac – Ključ – Jajce

Die Landschaft? Viel Berg, viel Wald, viel Fluss, viel «Šljiva» (Zwetschke, sowohl fest als auch flüssig). Kleine Straßen mit und ohne Asphalt laufen Flüssen entlang und klettern Bergstraßen hinauf. Viel unberührte Gegend, weitgehend unbesiedelt, Serpentinen winden sich einen Pass auf 1.040 Meter Höhe hinauf, oben ein einsames Wirtshaus, umgeben von einem geschundenen Dorf, unten erstreckt sich ein Hochplateau. Vereinzelt wird unterwegs in Waldgebieten vor Personenminen gewarnt. Ab Ključ wird die Besiedelung wieder dichter und wir rollen ein in die Republika Srpska. Ein ehemaliger österreichischer Bundeskanzler hätte gesagt: «Das ist alles sehr kompliziert!» Bosnien und Herzegowina setzt sich aus den Regionen Bosnien im Norden und der Herzegowina im Süden zusammen. Politisch wird es «komplizierter», hier wird zwischen der Föderation Bosnien und Herzegowina (mehrheitlich Bosniaken und bosnische Kroaten), der Republika Srpska (mehrheitlich bosnische Serben) und dem Distrikt Brčko getrennt. Wieder zurück in der Föderation steht unser Zelt heute am Plivsko Jezero nahe Jajce. Unerwartet einsetzender Regen verhindert weitere Abenteuer. Unser Schlechtwetterprogramm: Duschen, Essen, Trinken!

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Ein fauler Tag, noch mehr Wasserfälle und der Fisch schwimmt!


4. Tag: Donnerstag, 20. September

Strecke: Kulen Vakuf – Martin Brod – Kulen Vakuf

Zu gut um wahr zu sein, es ist das bosnische Gulasch geworden und wir verlängern um eine Nacht um auch noch die Una-Forelle zu genießen.
Dichter Morgennebel verdeckt Fluss und Landschaft. Wir begeben uns ein weiteres Mal in den Una-Nationalpark, diesmal weiter südlich, einen Umfaller entfernt bei Martin Brod. Martin Brod ein winziger Ort mit etwas mehr als 120 Einwohnern zwischen Una und dem Nebenfluss Unac bietet ein ganzes Netz an Wasserfällen, Waschbecken und Wassermühlen. Sehr energiesparend auch der Bierkühlschrank im spartanischen, zwischen kleinen Wasserstraßen und Kaskaden gebetteten Terrassenlokal, die Wirtin fischt das «Pivo» direkt aus der glasklaren Una. Den späten Nachmittag verprassen wir, es ist schnell erklärt, trinkend in einem Wirtshaus in Kulen Vakuf, dem größten kleinen Ort im Nationalparkgebiet direkt am Fluss. Unsere neuen Freund_innen aus Eisenach haben ebenfalls Durst … Der Abend ist programmiert, Flüssigkeit haben wir genug, jetzt lassen wir die Forelle schwimmen!

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Ein Traumplatzerl, Rakija zur Begrüßung und ein Nationalpark-Paradies


3. Tag: Mittwoch, 19. September

Strecke: Bihać – Orašac – Kulen Vakuf

Nächtliche Probleme mit meinem aufblasbaren Bett, dem mehrmals die Luft ausgegangen ist. Platzende Nähte, ein Montagsfabrikat!
Beim morgendlichen Frühstück oberhalb einer Una-Kaskade ist das nächtliche Liegeproblem auch bald wieder vergessen. Der heutige Tag ist voll und ganz auf den Una-Fluss ausgerichtet. Die Una entspringt im kroatischen Grenzgebiet zu Bosnien, markiert über eine weite Strecke die Grenze zwischen den beiden Ländern, mündet in die Save und erreicht weiter über die Donau das Schwarze Meer. Heute sind es nur rund 30 Kilometer bis zur nächsten Station. Am Weg immer wieder vom Wildwuchs überwucherte Ruinen des Balkankrieges.
In Kulen Vakuf befindet sich ein «Traum-von-Campingplatz» direkt an der Una. Der Besitzer kann sich auch in Deutsch verständlich machen, er verbrachte die Kriegsjahre in Krems an der Donau. Zur Begrüßung gibt es selbstgebrannten Rakija. Der Nachmittag gehört dem Una-Nationalpark, eine sandige Rumpelpiste führt bis auf wenige Meter zum Štrbački buk, dem höchsten Wasserfall im Nationalpark. Von hier aus geht es zu Fuß weiter auf schmalen Pfaden in die Wildnis, einzig die angekündigten Bären bleiben in ihrer Deckung. Ein Traumtagerl mit ganz viel «Sunce» (Sonne). Die schwerste Entscheidung kommt zum Schluss: Der Camping-Wirt hat ein Feuerl angeworfen, Una-Pastrmka (Forelle) oder bosnisches Kesselgulasch stehen zur Auswahl – die Auflösung folgt morgen – Prijatno!

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Länder im Schnelldurchlauf, offene Wunden und ein Fluss namens Una


2. Tag: Dienstag, 18. September

Strecke: Dedenitz (A) – Ptuj (SLO) – Zagreb (CRO) – Slunj – Bihać (BiH)

Zuerst war es der Nebel der sich dicht über den Feldern breit machte, dann arbeitete sich die Sonne durch die Bäume in Richtung Himmel und mit ihr kamen die Rehe.
Vier Länder im Zeitraffer: Einen letzten Katzensprung durch Österreich, auf schmalen Landstraßen durch Slowenien, auf breiten Highways bis Karlovac und weiter auf geschlungenen Wegen durch Kroatien bis ins bosnische Bihać, wo einsam am Ufer des Una Flusses unser Zelt-Haus steht.
Ab Karlovac zeigen sich immer noch die nicht verheilten Wunden des Jugoslawienkrieges – verwaiste Häuser, Einschusslöcher, Kriegsruinen. Die Kleinstadt Bihać erlangte als belagerte Enklave weltweite Aufmerksamkeit. An der Oberfläche ist wieder Ruhe eingekehrt und im «Restoran Sunce» direkt an der Una springen die Fische, freuen sich die Enten über Brotreste und die Pljeskavica schmecken wie damals. Einzig der nicht hohe, dafür breite Wasserfall rumort.

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Nach dem Auftritt ist vor der Reise


1. Tag, Montag 17. September 2018

Strecke: Leipzig – Prag – Wien – Dedenitz

Wenn der Rausch ausklingt … Ein heftiger Chorausflug drängt sich vor die Balkan-Tour. Der CHORKRAWALL 2018 live @ Gieszer 16 in Leipzig. Fünf Chöre aus vier Ländern. Der Stadtteil Plagwitz ist neben Connewitz das subkulturelle Zentrum der Stadt. Punks, Freaks, Trallala, … Fabrikshallen, Graffitis, alternative Wohnprojekte, Nachbarschaftsgärten, bewirtschaftete Baulücken (Tipp: Der wilde Heinz, ein Brettergasthaus), Spätis, Brass-Banditen, Rotkäppchen-Sekt, … Kurz zusammengefasst: das Stimmgewitter (anarchistischer Chor der Straßenzeitung Augustin) hat die Hütte gerockt, sowohl auf der Bühne als auch auf der Aftershowparty! Wenn der Rausch ausklingt ist der Tag am nächsten!
Aus-Stopp-Retour: Leipzig, Prag, Wien, raus aus dem Tourbus, rein in ein kleines Automobil und weiter geht die Reise. Unsere Bromptons bleiben diesmal zu Hause, im Kleinwagen geht es Richtung Ex-YUgoslawien. Nach zwölf Stunden Autobahn steht das Zelt unter Obstbäumen, neben Maisfeldern, die slowenische Grenze ist in Greifweite. Auf einer Streuwiese des Hollerhofes wo einst der deutsche Liedermacher und linksdrehende Kabarettist Dietrich Kittner (1935 – 2013) sein letztes Zuhause fand. Jetzt noch ein Backhenderl, ein Flascherl Heckenklescher (Wein/Rabiatperle) und gute Nacht!

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Zielfoto und Zusammenfassung


29. Tag: Montag, 16. Juli

Start: Grense Jakobselv/Norwegen
Strecke/Länder: Norwegen, Finnland, Russland
Ziel: St. Petersburg/Russland
Zielfoto: Lenin-Platz/St.Petersburg
Zurückgelegte Kilometer: 2.401 km
Zeit: 28 Tage
Bettenstationen: 16 Nächte im Zelt, 11 Nächte in Hütten/Hotels
Gefangene Fische: (magere) zwei Frisch-Fische

DANK an:
Meinen Reisepartner Konstantin «Konsti-Monsti» Lindner, die Liebste, Lili Hundstorfer, Dominik Mandl (Brompton-Zauberer, www.fahrrad.co.at), Mirjam & Robert (Reiseausstatter, www.treksport.com), Schwalbe (Bereifung, www.schwalbe.com), AUGUSTIN (Medienpartner, www.augustin.or.at) und an EUCH, fürs Blog lesen, mitfiebern, Unterstützung, …!!!

Alles Liebe
Mario

ps: die nächste Reise startet Mitte September durch balkanische Länder!

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Eine Notlüge, ein Reiseradler in der ersten Klasse und ein Wiedersehens-Abschieds-Fest


28. Tag: Sonntag, 15. Juli

Strecke: St. Petersburg – Wien (Flug)

Ich geb’s ja zu, das mit «um meinen Rückflug kümmern» war ein bisserl geschwindelt. Geschwindelt, weil ich meine Liebste überraschen will. Na, also!
Die letzten 24 Stunden waren die anstrengendsten der ganzen Reise. Fragen und Ängste türmen sich. Wie bring ich das Rad am besten in den Flugvogel? Wie komm ich mit dem ganzen Klumpert am Flughafen? Öffentlich? Öffentlich! Spektakuläre Fahrt mit Übergepäck vom Hotel zur Metro. Die Metro sperrt um 5.45 Uhr auf. Ein Ticket bis Moskovskaya, von dort geht der Bus zum Flughafen. Den ersten Bus sehe ich nur mehr von hinten. Der Mini-Bus geht sich gerade noch aus, beim Einstieg das befürchtete Chaos mit Faltrad plus zwei Riesen-Gepäcksstücken. Die Menschen rundherum berührt das nicht. Am Flughafen angekommen wird das Rad, Haus, Küche, … so verpackt, dass es Chancen auf eine Mitfluggenehmigung gibt. Alle Hürden werden überraschend viel einfacher überwunden als erwartet … Warum also diese blöde schlaflose Nacht?!
Am Flughafen regiert wieder der strenge Blick, Anlehnen geht nicht, gerade Stehen, genaue Musterung, nicht einmal ein Lächeln. «Do svidaniya!» Aber, das Beste kommt zum Schluss! Ich weiß nicht wem ich es zu verdanken habe, auf meinem Ticket steht Reihe 1, Sitz A. Denk mir noch, «Wahnsinn, keine Klassenunterschiede»! Sehr wohl, ich sitze, warum auch immer in der Ersten-Klasse, kaue Omlet und und erfrische mich «semi-dry» mit Weißwein. «Wahnsinn, ein Reiseradler in der ersten Klasse!» Genuss und Glück wohnen eng nebeneinander, trotzdem die Forderung: «Omlet und Semi-dry für Alle!»
Wieder in Wien gibt es am Abend die finale Party. Mit der Liebsten und der lieben Olga aus Australien. Zum zweiten Mal am Tag am Flughafen, Olga tritt nach ihrer erfolgreichen Großglockner-Besteigung – «Gratulation!» – die Heimreise an. Ein Wiedersehens-Verabschiedungs-Fest, es wird ordentlich erfrischt, daneben rollt die runde Kugel, jetzt ist auch dieser Zirkus Geschichte!

ps: Morgen gibt es noch eine kurze Zusammenfassung!

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Klassenfeinde, Schaffnerinnen und die russische Müllwirtschaft


27. Tag: Samstag, 14. Juli

Strecke: Repino – St. Petersburg (Karte)

Streckenlänge: 48 km (gesamt 2.401 km)

Der Zieleinlauf zwischen Stoßverkehr und unterbrochenen Radwegen. Kein Finale für Lyriker, ein Endstück für Trivial-Pragmatiker! In den Ballungszentren ist Russland voll in amerikanischer Hand. Von jeder Fassade lacht in grellen Farben und großen Lettern der Klassenfeind! Unterwegs begegnet mir wieder mein alter Freund. Schlecht schaut er aus, als ob er fragen wollte: «Und, wie geht’s der Revolution?!» Die Antwort: «Das Smartphone regiert das Proletariat, Putin und Trump geben die bösen Clowns und McDonalds beherrscht den Geschmack der Massen», denk ich mir lieber. Ich halte mich kurz: «Passt eh, die rote Fahne weht noch!»
In die Stadt geht es immer an der Newa entlang, bis zum Finnischen Bahnhof am Lenin-Platz. Ende der Reise! Der «Iron Curtain Trail» ist abgeradelt, über 10.000 Kilometer, von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer. Ein Stein fällt vom Herzen, aber das große Glück lässt noch auf sich warten. Dann eben das Ziel-Foto!
Es bleibt nicht viel Zeit zum Feiern, einmal noch vor Ort WM-Luft schnuppern. Mit der Tram 48 zum Stadion. Jede Straßenbahn hat eine eigene Schaffnerin – großartige Frauen! – verkaufen Tickets, geben Auskünfte und haben immer ein Lächeln auf den Lippen. Die Partie ist schon im Gange, rund ums Stadion regiert die Gelassenheit, die Farben sich mehrheitlich nicht die der spielenden Parteien, sondern hauptsächlich die russische Tricolore «Weiss-Blau-Rot». Das russische Herz schlägt für Belgien. Trotzdem wird der Erfolg gelassen hingenommen, die Uhren laufen einfach weiter. Auffallend, die Straßen rund ums Stadion sind picobello sauber, kein einziges Papierl, kein einziger Tschickstummel, einfach Null Müll im Gegensatz zu den verdreckten Stränden am Weg. So viel Sauberkeit verwirrt. Werde mich bei einem Erfrischungsgetränk, einer Solynaka und einem Shashlik eingehend mit der russischen Abfallwirtschaft beschäftigen! Aber, eigentlich sollte ich mich um meinen Rückflug kümmern …

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Wohlfühlfaktor unter Null, ein Bier hinter Gittern und Lenin verfolgt mich


26. Tag: Freitag, 13. Juli

Strecke: Wyborg – Sowjetski – Selenogorsk – Repino (Karte)

Streckenlänge: 123 km (gesamt 2.353 km)

Seit langer Zeit wieder einmal ein Stück Fleisch zwischen den Zähnen, ein Gedicht!
Heute noch einmal eine Langstrecke über 100 Kilometer, die letzte. Eine Nebenroute führt über Sowjetski und Selenogorsk Richtung St. Petersburg. Der Straßenbelag, von passabel bis kriminell. Das Verkehrsaufkommen, gemäßigt bis ausufernd. Die Disziplin der Mitbenutzer, sehr bescheiden. Ein erzwungener Ausritt in die Wiese ist unvermeidlich. In der Ortschaft Sowjetski scheint die Zeit vor 50 Jahren stehen geblieben zu sein: Ein Supermarkt, blasse Wohncontainer, Straßenverkäuferinnen mit Eiern und Gartenprodukten im Angebot, Kinder kehren den Platz vor einem Kriegerdenkmal, … Ein Wohlfühlfaktor unter Null. Die Bilder vom aufpolierten WM-Austragungsland und die Realität daneben wollen nicht zusammenpassen. In solchen Momenten zieht die Demut ein, über das Glück in Wien das Licht der Welt erblickt zu haben.
Nach einer langen Durststrecke wird die erstbeste Gelegenheit auf eine Erfrischung wahrgenommen, ein Resort im Nirgendwo. Verschlossene Türen. Läuten beim Kommen – Tor auf – sowie läuten beim Gehen um wieder rauszukommen. Ein teures Bier hinter Gittern!
Große Erschöpfung macht sich breit, es ist nicht nur der Körper der schwächelt, es ist vor allem der Kopf der hinterherhinkt das Erlebte zu verarbeiten. In Selenogorsk läuft mir wieder Genosse Lenin über den Weg, der Typ verfolgt mich, gestern, heute und vermutlich wird er mich auch morgen aufsuchen. Politische Diskussionen über Sozialismus und Co lassen wir aus, zu untrüglich ist die Realität. Ab Serowo führt ein Radweg direkt die Ostsee-Küste entlang und im Kurort Repino ist endgültig Schluss. Das Abendprogramm wird begleitet von Kinderanimation im Park, echt süß und das ist ausnahmsweise ehrlich gemeint. Morgen wartet St. Petersburg.

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Finnland Baba, lachende Grenzbeamtinnen und auf Besuch beim «Glatzerten»


25. Tag: Donnerstag, 12. Juli

Strecke: Vaalimaa – Wyborg (Karte)

Streckenlänge: 66 km (gesamt 2.230 km)

Eine angebotene Frei-Übernachtung mit Waschmöglichkeit und Familienanschluss mit großer Mühe (Notlügen, …) abgelehnt! Fast vier Wochen auf einer aufblasbaren Matratze zeigen Wirkung: «Mir geht es wie dem Jesus, mir tut das Kreuz so weh!»
Finnland Baba! Die Grenze in Greifweite: Grenzübertritt. Strenge Fragen. Noch strengere Blicke. Diesmal alles anders: «With bicycle?» Das Rad wird bestaunt. Daumen hoch! Kopfschütteln. Anerkennendes Kopfnicken. Herzliches Lachen. Mitleidige Blicke. Unverständnis. Daumen hoch! Ein aufmunterndes Lächeln … Die Schlange der Übertrittswilligen wächst, die Beamtinnen lassen sich nicht irritieren – es folgt ein (frei übersetztes) Hoppauf!
Die Strecke nach Wyborg verweigert jegliche Romantik: Stark befahrene Straße – Bäume, Asphalt, Bäume (hatten wir schon). Ab und zu eine «Babuschka» mit einem Küberl frischer Heidelbeeren am Straßenrand. Die Querstraßen zu eventuellen Ortschaften sind ein einziges Schlagloch. Irgendwann kommt dann doch die Wyborger Burg in Sichtweite. Die Hotelsuche gestaltet sich schwierig, diese seltsamen unleserlichen Schriftzeichen. Gefühlt halb Wyborg sucht mit mir, am Ende steht ein (gemeinsamer) Erfolg. Abgesehen von den hilfsbereiten Menschen ist die ehemals schwedische, dann finnische, jetzt russische Stadt eine Tragödie. Schwer ramponiert, bröckelt es vor sich hin und präsentiert sich als einzige Baustelle. Es sind die Menschen, die die Stadt großmachen. Im Gegensatz zu Finnland wird sofort Kontakt aufgenommen, Freigetränk inklusive. Ein Einstandsbesuch beim «Glatzerten» (für Wladimir Iljitsch Uljanow, kurz Lenin, © Max Wachter) am Roten Platz. «Druschba, Genosse!»
Und eigentlich wäre heute ein schönes, fettes Stück Fleisch angesagt, aber in die Lokale die das «fette Fleisch» anbieten mag ich nicht und andere gibt es nicht! Die «Schere» zwischen viel Geld und wenig Geld sticht sofort ins Auge. Die «Hackler» trinken/essen nicht im Wirtshaus, die müssen zu Hause essen und trinken …
Doch noch ein erdiges Lokal gefunden. Speisekarte lesen? Unmöglich! Der Koch bekommt alle Freiheiten, schau ma mal was er bringt …