object(WP_Query)#7589 (51) { ["query"]=> array(2) { ["cat"]=> int(5) ["posts_per_page"]=> int(-1) } ["query_vars"]=> array(63) { ["cat"]=> int(5) ["posts_per_page"]=> int(-1) ["error"]=> string(0) "" ["m"]=> string(0) "" ["p"]=> int(0) ["post_parent"]=> string(0) "" ["subpost"]=> string(0) "" ["subpost_id"]=> string(0) "" ["attachment"]=> string(0) "" ["attachment_id"]=> int(0) ["name"]=> string(0) "" ["pagename"]=> string(0) "" ["page_id"]=> int(0) ["second"]=> string(0) "" ["minute"]=> string(0) "" ["hour"]=> string(0) "" ["day"]=> int(0) ["monthnum"]=> int(0) ["year"]=> int(0) ["w"]=> int(0) ["category_name"]=> string(4) "blog" ["tag"]=> string(0) "" ["tag_id"]=> string(0) "" ["author"]=> string(0) "" ["author_name"]=> string(0) "" ["feed"]=> string(0) "" ["tb"]=> string(0) "" ["paged"]=> int(0) ["meta_key"]=> string(0) "" ["meta_value"]=> string(0) "" ["preview"]=> string(0) "" ["s"]=> string(0) "" ["sentence"]=> string(0) "" ["title"]=> string(0) "" ["fields"]=> string(0) "" ["menu_order"]=> string(0) "" ["embed"]=> string(0) "" ["category__in"]=> array(0) { } ["category__not_in"]=> array(0) { } ["category__and"]=> array(0) { } ["post__in"]=> array(0) { } ["post__not_in"]=> array(0) { } ["post_name__in"]=> array(0) { } ["tag__in"]=> array(0) { } ["tag__not_in"]=> array(0) { } ["tag__and"]=> array(0) { } ["tag_slug__in"]=> array(0) { } ["tag_slug__and"]=> array(0) { } ["post_parent__in"]=> array(0) { } ["post_parent__not_in"]=> array(0) { } ["author__in"]=> array(0) { } ["author__not_in"]=> array(0) { } ["ignore_sticky_posts"]=> bool(false) ["suppress_filters"]=> bool(false) ["cache_results"]=> bool(true) ["update_post_term_cache"]=> bool(true) ["lazy_load_term_meta"]=> bool(true) ["update_post_meta_cache"]=> bool(true) ["post_type"]=> string(0) "" ["nopaging"]=> bool(true) ["comments_per_page"]=> string(2) "50" ["no_found_rows"]=> bool(false) ["order"]=> string(4) "DESC" } ["tax_query"]=> object(WP_Tax_Query)#7586 (6) { ["queries"]=> array(1) { [0]=> array(5) { ["taxonomy"]=> string(8) "category" ["terms"]=> array(1) { [0]=> int(5) } ["field"]=> string(7) "term_id" ["operator"]=> string(2) "IN" ["include_children"]=> bool(true) } } ["relation"]=> string(3) "AND" ["table_aliases":protected]=> array(1) { [0]=> string(21) "wp_term_relationships" } ["queried_terms"]=> array(1) { ["category"]=> array(2) { ["terms"]=> array(1) { [0]=> int(5) } ["field"]=> string(7) "term_id" } } ["primary_table"]=> string(8) "wp_posts" ["primary_id_column"]=> string(2) "ID" } ["meta_query"]=> object(WP_Meta_Query)#7587 (9) { ["queries"]=> array(0) { } ["relation"]=> NULL ["meta_table"]=> NULL ["meta_id_column"]=> NULL ["primary_table"]=> NULL ["primary_id_column"]=> NULL ["table_aliases":protected]=> array(0) { } ["clauses":protected]=> array(0) { } ["has_or_relation":protected]=> bool(false) } ["date_query"]=> bool(false) ["request"]=> string(311) "SELECT wp_posts.* FROM wp_posts LEFT JOIN wp_term_relationships ON (wp_posts.ID = wp_term_relationships.object_id) WHERE 1=1 AND ( wp_term_relationships.term_taxonomy_id IN (5) ) AND wp_posts.post_type = 'post' AND (wp_posts.post_status = 'publish') GROUP BY wp_posts.ID ORDER BY wp_posts.post_date DESC " ["posts"]=> array(36) { [0]=> object(WP_Post)#7574 (24) { ["ID"]=> int(3193) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2020-09-25 18:52:06" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2020-09-25 16:52:06" ["post_content"]=> string(1245) "
  1. Tag: Freitag, 25. September

Strecke: Białowieża – Hajnówka (Rad) – Warschau (Zug)

Streckenlänge: 22 km (Radkilometer)

Die erste Etappe der Rückreise führt noch einmal ein Stück durch Büffel-Revier, die gewünschte Begegnung bleibt abermals aus. In einem Kaff namens Hajnówka beginnt die Rückführung mit der Eisenbahn. Das Bahnhofsgebäude ist verlassen und trotz allem reizvoll (Bild). Maske auf und durch! Zwei Mal umsteigen und nach vier Stunden Hop-On-Hop-Off – es zieht viel Holz und Landwirtschaftsfläche am Fenster vorbei – rollt der Zug in Warschau Wschodnia ein. Für die restliche Strecke bis zum Mobilheim-Platz wäre die Beschreibung trostlos eine fahrlässige Untertreibung. Der Campingplatz kann es noch besser: eingezwängt zwischen einem Wisła- (Weichsel) Arm und einer Autobahn, ohne Dusche, dafür mit vielen kleinen garstigen Mistviechern. Ein verschärftes Kontrastprogramm zu den Nächten davor. Da hilft nur eines, den heutigen Tag schnell wegschlafen!

" ["post_title"]=> string(74) "Erster Rückreisetag, eine Rad-Bahn-Kombi und ein Campingplatz des Grauens" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(73) "erster-rueckreisetag-eine-rad-bahn-kombi-und-ein-campingplatz-des-grauens" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2020-09-26 07:59:08" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2020-09-26 05:59:08" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3193" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [1]=> object(WP_Post)#7573 (24) { ["ID"]=> int(3189) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2020-09-24 18:09:19" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2020-09-24 16:09:19" ["post_content"]=> string(1465) "
  1. Tag: Donnerstag, 24. September

Strecke: Stary Dwór – Białowieża

Streckenlänge: 45 km

«Dzień dobry!» Guten Tag, jerde/r wird begrüßt, allein schon, um das Sprechen nicht zu verlernen. Heute wird wieder aufgesessen auf dem Green Velo Radweg. Ein Verkehrsschild warnt vor Büffeln, es geht durch den Białowieża-Nationalpark wo Europas letzte wilde Wisente leben. Dummer Weise sind die bulligen Viecher sehr scheu und so bietet ein Besuch im Białowieża-Reservat die einzige Möglichkeit so ein Exemplar vor die Linse zu bekommen. Neben den grasenden Riesen beherbergt das Freiluft-Gehege auch brunftige Hirsche, schlafende Luchse, gleichgültige Elche und faule Wildschweine, einzig die Wölfe verstecken sich. Trotzdem, eingezäunte Wildtiere sind das halbe Vergnügen. In Białowieża hat sich eine Art zarter Büffeltourismus etabliert und die weißrussische Grenze ist zum Greifen nahe. Einmal schnell zur Grenze gefahren – tote Hose – die elektrischen Balken sind geschlossen und auch sonst rührt sich nichts.
Białowieża war die letzte geplante Station der Reise, Kopf und Körper sind erschöpft, das Herz traurig, ab morgen beginnt der Weg zurück in das, was «normales Leben» heißt.

" ["post_title"]=> string(63) "Sprechübungen, Achtung Büffel und die Endstation ist erreicht" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(62) "sprechuebungen-achtung-bueffel-und-die-endstation-ist-erreicht" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2020-09-24 18:47:01" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2020-09-24 16:47:01" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3189" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [2]=> object(WP_Post)#7572 (24) { ["ID"]=> int(3185) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2020-09-23 19:22:28" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2020-09-23 17:22:28" ["post_content"]=> string(1730) "
  1. Tag: Mittwoch, 23. September

Strecke: Ełk – Białystok (Zug) – Michałowo – Stary Dwór

Streckenlänge: 73 km (Radkilometer)

Punkt sechs Uhr, raus aus dem wärmenden Schlafsack! Heute wird eine Teilstrecke per Zugfahrt überbrückt. Wieder in Richtung Osten, wieder nach Białystok, ein Umsteigebahnhof auf der Anreise. Ähnlich wie Ełk kann auch Białystok überraschen, fern ab von Tourismus-Pfaden präsentiert sich eine lebendige Stadt.
Den Masuren wird der Rücken gekehrt und es führt der Weg zurück in die Woiwodschaft Podlachien. Der Unterschied? Statt roten Backsteinbauten beherrscht, ähnlich wie in den baltischen Ländern, die niedrige Holzbauweise das Landschaftsbild. Heute ist kein Tag für Schöngeister, heute ist ein Tag der Arbeit. Ein Zubringertag. Dafür vom Start bis zum Ziel fast ausnahmslos auf Asphalt. Die einzige Aufregung breitet wieder einmal die Kulinarik. Das Camping-Wirtshaus ist bereits auf Winterpause und der nächste Sklep (Gemischtwarenhandlung) sechs Kilometer in Herkunftsrichtung entfernt, wir hatten bereits das Vergnügen. Eine tour-retour zwölf Kilometer lange Fleißaufgabe zur Verbesserung der Tagesleistung. Ein Detail am Rande, die streng nach Corona-Regelung amtierende Besitzerin lässt pro Geschäftsanbahnung nur eine Kundschaft in ihr Reich: Bitte warten, einer nach dem anderen!
Das Mobilheim steht übrigens wieder an einem Gewässer (Stausee Siemianówka), aber das ist inzwischen auch nichts mehr Neues.

" ["post_title"]=> string(65) "Ein Tag der Arbeit, eine Fleißaufgabe und einer nach dem anderen" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(64) "ein-tag-der-arbeit-eine-fleissaufgabe-und-einer-nach-dem-anderen" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2020-09-24 14:46:18" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2020-09-24 12:46:18" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3185" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [3]=> object(WP_Post)#7571 (24) { ["ID"]=> int(3179) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2020-09-22 19:34:56" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2020-09-22 17:34:56" ["post_content"]=> string(2756) "
  1. Tag: Dienstag, 22. September

Strecke: Wiartel – Pisz – Ełk

Streckenlänge: 63 km

Ein bisserl die Wildtiere aus dem Wald, zwischendurch die Enten, manchmal springt ein Fisch, aus der Entfernung bellen Hunde, aber mit Abstand den meisten Lärm verursacht die katholische Kirche mit ihrem unerbittlichen Glockengebimmel. Ansonsten: vorgestern war ähnlich, gestern war gleich, insofern nichts Neues im Osten – darum zum Alltäglichem:

Sprache:
Buchstaben mit Strichen oben und unterhalb, eine Herausforderung für die Wiener Zunge. Sich Ortschaften merken – Fehlanzeige! Nur die Grundfloskeln haben sich eingebrannt: Guten Tag. Auf Wiedersehen. Bitte. Danke. Ein Erfrischungsgetränk!

Essen:
Ein Highlight sind die polnischen Suppen: Żurek (Sauermehlsuppe),
Barszcz (Rote Rübensuppe), Flaki (Kuttelsuppe), … Nur ist die Nahrungsaufnahme ist immer ein Lotteriespiel, Wirtshäuser sind spärlich gesetzt. Der letzte Ausweg ist der Sklep.

Sklep:
Gemischtwarengeschäft für den wichtigsten, täglichen Bedarf: Häuselpapier, Grundnahrungsprodukte, Erfrischungsgetränke. Nicht jede Ortschaft hat einen.

Städte:
Die norostpolnischen (Klein-)Städte geizen mit ihren Reizen, wo der Tourismus aufhört, fängt das Elend an. Um auch etwas Positives zu vermelden, auf den Hauptdurchzugsstraßen ist Radfahren verboten, dafür gibt es alternativ sehr großzügig angelegte Radwege.

Ortschaften:
Nicht immer sind alle Straßen asphaltiert, Hunde sind angeleint, das Eigenheim alarmgesichert und nur jede fünfte Ortschaft verfügt über einen Sklep.

Vögel:
Wie die meisten Touristen haben auch die Störche das Land bereits verlassen, verwaiste Behausungen überall.

Der Tagesabschluss hat noch eine Überraschung parat – Ełk! Ełk liegt abseits der masurischen Seenwelten, Ełk hat seien eigenen See und Ełk ist eine Stadt für die Menschen, die hier leben und nicht nur für Besucher_innen. Kinder spielen auf Spielplätzen, Liebespaare turteln auf der Seepromenade, es gibt ausreichend Lokale und einen wunderbaren Campingplatz. Alle Strapazen des Tages rücken – Ełk sei Dank! – in den Hintergrund.

" ["post_title"]=> string(72) "Schriller die Glocken nie klingen, Alltagsgeschichten und Ełk sei Dank!" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(69) "schriller-die-glocken-nie-klingen-alltagsgeschichten-und-elk-sei-dank" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2020-09-23 09:46:50" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2020-09-23 07:46:50" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3179" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [4]=> object(WP_Post)#7570 (24) { ["ID"]=> int(3173) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2020-09-21 18:50:35" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2020-09-21 16:50:35" ["post_content"]=> string(746) "
  1. Tag: Montag, 21. September

Strecke: Rydzewo – Mikołajki – Ruciane Nida – Karwica – Wiartel

Streckenlänge: 85 km

Die Tage wiederholen sich, alle Bilder waren irgendwann schon einmal gesehen. Das Vorhaben heute nur Asphaltwege zu befahren war nicht durchzuhalten – unterm Strich halbe-halbe – das Stimmungsbarometer war auch schon einmal in anderen Sphären. Das Mobilheim steht wieder einmal solo am Platz, die Beine sind müde, die Birne auch. Langer Tag, kurzer Eintrag, gute Nacht.

" ["post_title"]=> string(23) "Langer Tag, kurzer Blog" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(22) "langer-tag-kurzer-blog" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2020-09-22 09:55:16" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2020-09-22 07:55:16" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3173" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [5]=> object(WP_Post)#7569 (24) { ["ID"]=> int(3164) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2020-09-21 09:14:38" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2020-09-21 07:14:38" ["post_content"]=> string(1789) "
  1. Tag: Sonntag, 20. September

Strecke: Rydzewo – Mikołajki – Rydzewo

Streckenlänge: 36 km

Weitblick ade, der See versteckt sich unter einer dichten hellgrauen Decke. Das Mobilhaus bleibt heute auf seinem Platz, Rad und Fahrer besteigen ein Ausflugsschiff in Richtung Mikołajki, im Rückblick ein Fehler: Schifferlfahrten über zwei Stunden haben etwas Grausames an sich, vor allem bei Temperaturen um die zehn Grad und das in kurzer Hose. In einem der Kanäle wettstreiten Angler_innen im Rahmen einer Competition um den fettesten Fisch.
Das ehemalige Fischerdorf Mikołajki hat sich zu einem Zentrum entwickelt und ist auf Tourismus gebürstet: Hotelanlagen, Hafenpromenade, Souvenir-Kitsch, Ess- und Trinkmeile. Inzwischen hat sich die Wolkendecke gelüftet und die Temperaturen klettern in den Wohlfühlbereich. Trotzdem hält sich das Bedürfnis zu verweilen in Grenzen. Gemütlich auf zwei Rädern und auf Nebenrouten wird die Spur aufgenommen zurück zum Mobilheim. Mr. Google berechnet für seinen Routenvorschlag knappe eineinhalb Stunden. Eine Spazierfahrt. Es kommt anders, kurz nach der Stadtausfahrt endet der Asphalt, es beginnt eine Tortur auf größtenteils Sandstraßen unterbrochen von Abschnitten ausgelegt mit dem gefürchteten Kopfsteinpflaster aus Vorkriegszeiten. Durch Wälder und Prärie, ohne Menschen, ohne Tränke verschlingt die vermeintliche Sonntagsausfahrt ganze drei schweißtreibende Stunden bis zum besten Bier der Welt. Morgen wird auf Romantik gepfiffen und auf asphaltierte Hauptrouten vertraut!

" ["post_title"]=> string(81) "Eine graue Decke, eine Schifferlfahrt und eine ungeplante Tortur am Tag des Herrn" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(80) "eine-graue-decke-eine-schifferlfahrt-und-eine-ungeplante-tortur-am-tag-des-herrn" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2020-09-21 10:21:06" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2020-09-21 08:21:06" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3164" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [6]=> object(WP_Post)#7568 (24) { ["ID"]=> int(3160) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2020-09-20 08:47:16" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2020-09-20 06:47:16" ["post_content"]=> string(1774) "
  1. Tag: Samstag, 19. September

Strecke: Węgorzewo – Giżycko – Rydzewo

Streckenlänge: 42 km

Die Tage wiederholen sich, Instant-Kaffee vom Gaskocher am menschenleeren Campingplatz. Einzig ein Arbeiter hat sich der Aufgabe gestellt eine Blechhütte mit frischer Farbe zu versehen. Leiter gibt es keine und um die höheren Lagen zu erreichen wird gestapelt – ein Podest, darauf ein wackeliger Sessel – sehr kriminell! Bis zur Abreise ist nichts passiert …
Auch im Kerngebiet der Masurischen Seenplatte bewegen sich nur wenige Menschen. Herbst? Corona? Auf welcher Farbe die Corona-Ampel auch stehen mag – wurscht! – auf Nord-Polen-Reise gibt es so gut wie keine Kontakte. Quasi Quarantäne.
Ein See folgt dem nächsten. Gefahren wird auf Asphalt, Sandwegen und Kopfsteinpflaster. Bei den Sandwegen ist Gefühl gefragt, sonst vergraben sich die Reifen, ein Geduldspiel. Auch das grobe Kopfsteinpflaster bringt keinen Frohsinn, großteils stammt es aus Zeiten vor dem letzten großen Krieg, als die Masuren noch ein Teil Deutschlands waren. Giżycko ist eines der Zentren zwischen den vielen Seen und es gilt selbiges wie für alle bisherigen Kleinstädte – schnell wieder raus aus der Stadt und rein in’s Land. Die heutige Endstation ist anders: Ein See (Boczne See), ein kleines Nest entlang einer Nebenstraße, ein Campingplatz mit Besucher_innen. Darüber hinaus vier geöffnete Gaststätten, eine davon mit Live-Musik unter freien Himmel. Nix mehr Isolation, trotzdem bleibt alles im "Grünen Bereich"!

" ["post_title"]=> string(57) "Quasi Quarantäne, von See zu See und ein lebendiges Dorf" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(56) "quasi-quarantaene-von-see-zu-see-und-ein-lebendiges-dorf" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2020-09-21 10:25:41" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2020-09-21 08:25:41" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3160" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [7]=> object(WP_Post)#7567 (24) { ["ID"]=> int(3156) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2020-09-19 09:39:12" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2020-09-19 07:39:12" ["post_content"]=> string(1669) "
  1. Tag: Freitag, 18. September

Strecke: Gołdap – Bani Mazurskie – Węgorzewo

Streckenlänge: 64 km

Der Gołdap-See, der bis über die Grenze nach Russland reicht, liegt ausgebreitet wie eine Decke vor einem völlig ausgestorbenen Campingparadies. Im Wasser baden Wildenten in der Morgensonne.
Schon seit Beginn der Reise kreuzt immer wieder der Green-Velo-Radweg die eingeschlagene Spur, so auch in Gołdap. Diesmal wird das Angebot angenommen. Der «Green Velo» (https://greenvelo.pl) führt über 1885 Kilometer von Elbląg im Nordwesten an der Ostsee bis knapp an die slowakische Grenze im Südosten des Landes. Immer entlang der Grenze und perfekt ausgeschildert! Somit verlegt sich die heutige Etappe vom Asphalt der Landstraßen auf Schotter- und Wald-Straßen durch eine Überdosis an Landschaft. Dörfer müssen durch Abweichungen von der Route extra angefahren werden. Einmal abgebogen vom grünen Band, rollen die Räder samt gut durchgeschütteltem Fahrer in Węgorzewo ein. Wenige Kilometer außerhalb der Stadt liegt Camping Rusałka direkt am Święcajty-See. Der Campingplatz war Schauplatz in einem Arno Surminski Roman, «Polninken», einer tragischen Liebesgeschichte zwischen Ost- und West-Deutschland – Empfehlung! Teilweise präsentiert sich Rusałka wie anno dazumal in realsozialistischen Zeiten.
Schluss jetzt, es ist höchste Zeit: Körper- und Wäsche-Pflege sind dringend notwendig.

" ["post_title"]=> string(83) "Der Green Velo, eine Überdosis Landschaft und ein realsozialistischer Campingplatz" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(82) "der-green-velo-eine-ueberdosis-landschaft-und-ein-realsozialistischer-campingplatz" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2020-09-21 10:34:51" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2020-09-21 08:34:51" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3156" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [8]=> object(WP_Post)#7566 (24) { ["ID"]=> int(3152) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2020-09-17 18:31:01" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2020-09-17 16:31:01" ["post_content"]=> string(2113) "
  1. Tag: Donnerstag, 17. September

Strecke: Wiżajny – Gołdap

Streckenlänge: 50 km

In der Nacht tobt ein Sturm und dicke Regentropfen klopfen auf das Dach. Das Mobilhaus steht wie angewachsen. Schlechtwettertest bestanden. Zum Abschied gibt es ein Gastgeschenk der Vermieterin in Form von lokalem Käse!
Heute verbindet Start und Ziel nur eine einzige Landstraße. Der Regen hat sich verzogen, der stürmische Wind ist geblieben. Nach wenigen Kilometern ist das Dreiländereck zwischen Polen, der russischen Exklave Kaliningrad und Litauen erreicht. Ein Obilisk, Warn-/Hinweis-Tafeln, ein Zaun – ein Schnappschuss und zurück auf die Piste. Die Woiwodschaft Podlachien geht in die Woiwodschaft Ermland-Masuren über, landschaftlich ändert sich nichts. Es geht entlang der Rominter Heide, ein ausgedehntes Waldgebiet zwischen Polen und Russland ausgestattet mit einer artenreichen Fauna. Für die Elche, Hirsche, Wölfe und Luchse, die da wohnen, fallen Grenzkontrollen aus. Das Wetter kann sich heute nicht entscheiden – Sonne, Wolken, Regentropfen wechseln sich ab, nur der Gegenwind bleibt standhaft. Es gibt Tage, die sind gut, welche, die sind besser und solche, die man gar nicht braucht. Ähnlich verhält es sich mit der Einsamkeit, die ist manchmal sehr "leiwand", oft aber auch sehr "g’schissn"! So verlangt es das Leben und es passt auch so. Fest treten hilft den Kopf wieder gerade zu richten …
Themenwechsel. Das Problem mit der Nahrungsaufnahme bleibt aufrecht. Gehen die Pol_innen nur in die Kirche und nicht ins Wirtshaus? Ein Land von Selbstversorger_innen? Beginnt der Winterschlaf bereits Mitte September? Auch der Campingplatz am Gołdap-See ist dicht verrammelt, natürlich auch die Sanitäranlagen – muss eben die Natur herhalten. Das Mobilheim wird trotzdem aufgebaut. Und überhaupt, ein gutes Flascherl in Rot wirkt Wunder!

" ["post_title"]=> string(54) "Starke Winde, ein Dreiländereck und Launen des Lebens" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(53) "starke-winde-ein-dreilaendereck-und-launen-des-lebens" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2020-09-21 10:40:07" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2020-09-21 08:40:07" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3152" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [9]=> object(WP_Post)#7565 (24) { ["ID"]=> int(3146) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2020-09-17 09:22:31" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2020-09-17 07:22:31" ["post_content"]=> string(2237) "
  1. Tag: Mittwoch, 16. September

Strecke: Stary Folwark – Suwałki – Wiżajny

Streckenlänge: 58 km

Der Lärm von röhrenden Hirschen und schrägem Federvieh verhindern einen ausgedehnten Morgenschlaf … Übergang zur Routine: Kaffee kochen, Zelt auftrocknen, Geräte laden, Abreise vorbereiten. In kleinen Schritten durch das Land. Da es kein wirkliches Ziel der Reise gibt, lassen sich die einzelnen Etappen gemütlich eindampfen. Rund um 50 Kilometer sind genug!
Eine Bundesstraße mit begleitendem Radweg, das polnische Radwegnetz kann sich sehen lassen, führt nach Suwałki, der letzten größeren Stadt im Nordosten des Landes. Die Hoffnungen auf ein Ham-And-Eggs-Frühstück werden bald begraben, stattdessen gibt es Erdäpfel-Bohnen-Suppe. Auch sehr gut. Die Polen sind die unumstrittenen Europameister im Suppen-Essen – 78 Liter pro Kopf im Jahr!
Kurz nach der Stadtausfahrt beruhigt sich der Verkehr und nahezu autofreie Landstraßen führen Richtung Norden. Auch die Landschaft verändert sich, das Flachland erwächst zur anspruchsvollen Hügellandschaft. Oben angekommen bedecken Felder und Weideflächen das Land, zwischendurch eingestreut Seen und Mischwälder. Im Vergleich zu den heimischen Rindviechern haben die polnischen ihren Kopfschmuck bewahrt. Und auch heute schwächelt die Infrastruktur, dazu kommen zwei selbstverschuldete «Verfahrer» bis die Räder in die heutige, einsam, aber romantische, Bettenstation einrollen. Diesmal ganz ohne Nachbar_innen!
Zum Schluss noch was zum Lachen: Die drei von Mr. Google angekündigten Gastwirtschaften sind entweder außer Betrieb oder existieren nicht. Egal, es gibt ja Nudeln im Sackerl! Aber, den eingekauften Spaghetti-Bolognese fehlen dummer Weise die Spaghetti (nur die Sauce eingekauft!). Der heutige Speiseplan kling somit wie folgt: Bolognese-Suppe mit Brot. Und auch der Broteinkauf ist in die Hose gegangen, die Heidelbeerfüllung war nicht gekennzeichnet. Morgen muss (kulinarisch) besser werden!

" ["post_title"]=> string(66) "Ruhestörungen, Hügelwelten und Probleme mit der Nahrungsaufnahme" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(65) "ruhestoerungen-huegelwelten-und-probleme-mit-der-nahrungsaufnahme" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2020-09-17 15:13:14" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2020-09-17 13:13:14" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3146" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [10]=> object(WP_Post)#7564 (24) { ["ID"]=> int(3141) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2020-09-15 19:38:00" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2020-09-15 17:38:00" ["post_content"]=> string(1624) "
  1. Tag: Dienstag, 15. September

Strecke: Studzieniczne See – Płaska – Bryzgiel – Stary Folwark

Streckenlänge: 50 km

Die Forelle vom Grill war ein Gedicht und die polnischen Nächte sind bereits herbstlich kühl. Rein in den wärmenden Schlafsack und die Augen zu.
Während der Instantkaffee kocht, arbeitet sich die Morgensonne hinter den Bäumen empor. Der Nordosten Polens erinnert landschaftlich an Finnland – viel Holz, viel Wasser, viel Gegend, wenig Menschen. Wenn Menschen unterwegs sind, sind sie ausgestattet mit Kübeln und Sackerln und sind auf der Suche nach Schwammerln. Das große Plus für Polen gegenüber Finnland, die Mistviecher (Gelsen; hochdt. Mücken) sind in Polen weniger zahlreich vertreten und auch die Bierpreise sind überdeutlich freundlicher. Die Räder rollen in Richtung Norden, dem Wigry-Nationalpark, nahe Suwałki entgegen. Auf wenig befahrenen Landstraßen oder auf verschlungenen Waldwegen. Der Untergrund macht die Musik: Teils über Stock, Wurzelwerk und Stein, sind die herausforderndsten Bodenbeläge die Sandpfade. Diesmal steht das Mobilheim am Wigry-See und auch hier hält sich der Andrang an Campern in Grenzen, einzig ein zweites Zelt mit gehörigem Respektabstand. Als Draufgabe befindet sich eine Gaststube in unmittelbarer Nähe und die vorsorglich eingekaufte Notration an Instant-Nudeln bleibt vorerst im Packerl!

" ["post_title"]=> string(83) "Polen wie Finnland, Menschen auf Schwammerlsuche und der Untergrund macht die Musik" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(82) "polen-wie-finnland-menschen-auf-schwammerlsuche-und-der-untergrund-macht-die-musik" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2020-09-16 11:30:57" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2020-09-16 09:30:57" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3141" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [11]=> object(WP_Post)#7562 (24) { ["ID"]=> int(3131) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2020-09-14 20:08:34" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2020-09-14 18:08:34" ["post_content"]=> string(1688) "
  1. Tag: Montag, 14. September

Strecke: Warschau – Białystok – Augustów

Streckenlänge: 10 km (Radkilometer)

Anreisetage haben nichts Romantisches. Raus aus dem Zug, rauchen, einkaufen, Gleis wechseln, rein in den Zug. Die Reiseproviantversorgung läuft nicht nach Plan – massenweise gekühlte Jugendgetränke, hingegen gestaltet sich die Suche nach Erfrischungsgetränken für Erwachsene eher schwierig. In Warschau, ebenso wie in Białystok, wo der Bahnhof gerade frisch renoviert wird. Das Bild in den Zügen ist nicht anders als zu Hause – Menschen ohne Mund und Nase. Die Garnitur in Richtung Suwałki ist am neuesten Stand, freies Internetz inklusive. Die einzige Ostromantik, die Zugführerin bekommt bei einem Aufenthalt, als Gastgeschenk der lokalen Bäuer_innen, einen Sack Äpfel. Am späten Nachmittag rollt der Zug dann doch in Augustów ein und das Tagesziel – Campingplatz, Essen, Trinken, Schlafen – rückt ein Stück näher. So der Plan. Schon die ersten Radkilometer entlarven die Probleme der kommenden Tage: In Nordost-Polen ist die Saison bereits gelaufen. Geschlossene Lokale. Geschlossene Campingplätze. Am Studzieniczne See findet sich ein Zelt-Platzerl, nur der Gastwirt ist auf Schwammerlsuche. Mit vereinten Kräften, ein polnisches Radler_innen Pärchen hat sich ebenfalls in dieser idyllischen Ecke verirrt, gelingt eine Rückholaktion. Der Wirt verspricht ein Fischmenü. Noch einmal Glück gehabt!

" ["post_title"]=> string(65) "Hauptsächlich Zugabteile, eine Radkurzstrecke und großes Glück" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(64) "hauptsaechlich-zugabteile-eine-radkurzstrecke-und-grosses-glueck" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2020-09-16 11:32:30" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2020-09-16 09:32:30" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3131" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [12]=> object(WP_Post)#7561 (24) { ["ID"]=> int(3127) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2020-09-14 15:09:58" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2020-09-14 13:09:58" ["post_content"]=> string(645) "
  1. Tag: Sonntag, 13. September

Strecke: Nachtzug Wien – Warschau

Eigentlich ist mit der Überschrift bereits alles erzählt. Der 13. September ist auf alle Fälle kein Lieblingstag, aber das würde zu weit führen … Gut, dass er bald vorbei ist! Das Gasthaus «Wilder Löwe» serviert die letzten Drinks und das 3er-Schlafwagenabteil steht mir ganz alleine zur Verfügung. Das Bett ist bereits gemacht, die Müdigkeit ist übermächtig, in diesem Sinne – gute Nacht!

" ["post_title"]=> string(64) "Tag fast vorbei, ein wilder Löwe und schlafen im gemachten Bett" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(63) "tag-fast-vorbei-ein-wilder-loewe-und-schlafen-im-gemachten-bett" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2020-09-16 11:32:13" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2020-09-16 09:32:13" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3127" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [13]=> object(WP_Post)#7560 (24) { ["ID"]=> int(3123) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2020-07-03 19:45:28" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2020-07-03 17:45:28" ["post_content"]=> string(2562) "
  1. Tag: Freitag, 3. Juli

Strecke: Angern an der March – Marchegg (A) – Devín (SK) – Bratislava – Wien

Kilometer: 52 (bis Bratislava)

Das ehemalige Zollhaus von Angern seht auf Stelzen, ist heute ein Lokal und heißt «Das Leben ist schön». Das ist auch so, ein Erfrischungsgetränk in der Hand, die March im Blick und drüben am anderen Ufer Záhorská Ves. Die March formt sich hier zu einer Schlinge um die slovakische Nachbarortschaft. Ein echtes Traumplatzerl! Die beiden Grenzorte sind durch eine kleine Auto-Fähre miteinander verbunden. Nur dieser Tage nicht, die March führt Hochwasser. Das Mobilhaus wird direkt am Flussufer aufgebaut.
Diesmal sind es nicht die Hähne, diesmal ist es ein Gemeindearbeiter der ausgedehntes Schlafen unmöglich macht. Die Wiesen rund ums Zelt wollen gemäht werden. Der eifrige Arbeiter spricht von großem Glück, «manchmal steigt die March binnen weniger Stunden übers Ufer», so wie schon vor ein paar Tagen. Das Glück des Unwissenden. Als Denkzettel beginnt es zu regnen und auch heute kann die Fähre nicht ablegen. Neuer Plan, weiter auf der österreichischen Seite Richtung Schlosshof und über die «Fahrradbrücke der Freiheit» die Seiten gewechselt. Teils Schotter, teils Asphalt führen durch die Aulandschaft mit Abstecher in die jeweiligen Ortschaften. Alles gut ausgeschildert bis kurz nach Marchegg, ab jetzt keine Wegweiser mehr. Was zur Folge hat, dass sich die Räder in den Marchauen verstricken. Die Landkarte am Mobiltelefon rettet Rad und Fahrer. Nächste Hürde, die Freiheitsbrücke über die March ist mit Absperrbändern versperrt. Keine Menschen, keine Info. Keine Grenzen mehr! Die Hindernisse werden ignoriert und überwunden. Inzwischen hat sich der Himmel besonnen und den Regen abgestellt.
Devín liegt an der Mündung von der March in die Donau, besitzt eine Ruine auf einem Hügel, ein Denkmal für die Fluchtopfer des Eisernen Vorhangs (Foto) und eine Fußgängerpromenade. Auch so ein Sehnsuchtsort, gerade quält sich ein Frachtschiff aus Galați, Rumänien gegen den Strom. Die letzten Kilometer nach Bratislava rollen die Räder wie von alleine, die Ufo-Brücke erscheint und kündigt das Ende einer fünftägigen Stadtflucht an. Die Strecke Bratislava – Wien erledigt die ÖBB. Schön war’s, bitte mehr davon!

" ["post_title"]=> string(76) "Hochwasser, verschollen in den Marchauen und eine gesperrte Freiheitsbrücke" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(75) "hochwasser-verschollen-in-den-marchauen-und-eine-gesperrte-freiheitsbruecke" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2020-07-03 19:45:28" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2020-07-03 17:45:28" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3123" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [14]=> object(WP_Post)#7559 (24) { ["ID"]=> int(3120) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2020-07-02 21:30:31" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2020-07-02 19:30:31" ["post_content"]=> string(2709) "
  1. Tag: Donnrstag, 2. Juli

Strecke: Valtice – Břeclav (CZ) – Kúty (SK) – Moravský Svätý Ján (SK) – Hohenau an der March (A) – Dürnkrut – Mannersdorf – Angern an der March

Kilometer: 64

Der Campingplatz von Valtice hat den realen Sozialismus noch hautnah miterlebt, die einzigen Zugeständnisse an die moderne Zeit sind ein Kaffee-, sowie ein Jugend-Getränke-Automat. Ost-Romantik pur! Das angesagte Gewitter entlädt sich in der Nacht, dicke Tropfen trommeln auf die Zeltplane und sorgen für einen Dornröschen-Schlaf.
Die Weisheit des noch jungen Tages: «Frage stellt sich, Antwort gibt sich» (© Clemens Denk), heute bedeckt ein Hemd die geschundenen Arme.
Der Weg Richtung Břeclav führt auf verschlungenen Wegen durch den Kulturlandschaftspark Lednice-Valtice. Mitten im Märchenwald verstecken sich verzauberte Baudenkmäler der Familie Lichtenstein: Ein Apollo-Tempel, eine St. Hubertus Kapelle oder der Dianatempel auch «Rendevous» (Foto). In Břeclav gibt es ein Wiedersehen mit der Thaya und im Dreiländereck trennen Thaya und Morava (March) die Nachbarn_innen. Der ehemalige Eiserne Vorhang wird in Folge mehrfach durchtrennt. In der Dreiländercompetition zieht die Heimmannschaft wieder einmal den Kürzeren. Ab Hohenau ist Schluss mit Lustig, ein graues Asphaltband treibt einen Keil durch die Weinviertler Landwirtschaft. Einzige Aufregung der stündliche Railjet in beiden Richtungen. Spärlich verstreute Ortschaften, allesamt blutleer, keine Menschen, keine Erfrischungsstationen. Die erste offene Ausschank befindet sich in Dürnkrut, weltberühmt duch das Thaya-March-Hochwasser von 2006. Den Garten des Zentrum-Pubs beherrschen Stammtischgespräche: Gute Putzfrau/böse Putzfrau, guter Türke/schlechter Türke. Deswegen haben Auswärtsgastspiele einen großen Vorteil, die Resopaltischweisheiten bleiben aus sprachlichem Unvermögen im Verborgenen. Der Spritzwein im großen Gebinde lindert die Ohrenschmerzen.
Eine Abzweigung führt auf den Kamp-Thaya-March-Radweg, ein Schotterpfad entlang der March samt Nebengewässer. Ferdervieh aller Couleur liefert den Soundtrack bis nach Mannersdorf. Ab sofort wächst auch wirklich Wein im Weinviertel. Beim Heurigen dominieren die (Garten)Zaungespräche. In diesem Sinne: «Reißen wir die Zäune ein die uns trennen» (© Ton Steine Scherben)! Den Tagesausklang begleitet eine Winzerhofplatte. War gestern noch pfui, ist heute hui, sprich: «a perfekta dog»!

" ["post_title"]=> string(67) "Camping wie damals, durch den Märchenwald und Putzfrauengespräche" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(66) "camping-wie-damals-durch-den-maerchenwald-und-putzfrauengespraeche" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2020-07-02 21:30:31" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2020-07-02 19:30:31" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3120" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [15]=> object(WP_Post)#7558 (24) { ["ID"]=> int(3116) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2020-07-01 19:15:14" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2020-07-01 17:15:14" ["post_content"]=> string(2493) "
  1. Tag: Mittwoch, 1. Juli

Strecke: Brod nad Dyjí – Dolní Dunajovice – Mikulov (CZ) – Drasenhofen (A) – Steinebrunn – Schrattenberg – Valtice (CZ)

Kilometer: 51 Kilometer

Nur die Hähne der Umgebung waren frhhüher wach, die Morgensonne verhindert einen ausgedehnten Schlaf. Der Streckenverlauf wird kurzfristig geändert, nächster Halt Mikulov. Die Grenzstadt liegt am Fuß der Pollauer Berge. Mitten im schmucken Zentrum thront auf einem Felshügel das Lichtenstein-Schloss Mikulov. Bis zur Kaffeepause läuft noch alles nach Plan. Rüber über die Grenze nach Drasenhofen auf der Suche nach der Gedenktafel für die Opfer der aus Brünn vertriebenen Altösterreicher. Eine Expedition beginnt. Die Wirtin im Ortswirtshaus wirkt glaubwürdig sicher: «Das Südmährenkreuz.» Ein Irrtum! Gegen die Fahrtrichtung raus aus der Ortschaft. Die gelbe Sau ist abermals in Bestform, die schon beleidigte Haut brennt wie Hölle. Was folgt ist eine ungewollte Fleißaufgabe. Die kindergerechte Kurzfassung: das Südmährenkreuz wäre ein kleiner Wandertag ohne Rad und die gesuchte Gedenktafel befindet sich unweit der Gaststätte am Drasenhofener Friedhof.
Auf kleinen Landstraße ohne Wegweiser geht es immer entlang der Grenze Richtung Osten. Feld reiht sich an Feld, Hügel an Hügel, dazwischen kleine scheinbar ausgestorbene Ortschaften. Im Ländervergleich zwischen Tschechien und Österreich zieht die Heimat den Kürzeren: Die Radwege jenseits der Grenze sind eindeutiger besser ausgeschildert, darüber hinaus verfügt jede Ansiedlung über mindestens eine Gaststätte. Diesseits der Grenze ist die Dichte an tschechischen Kennzeichen viel höher als die einheimischen Taferln. Die Weinviertler spielen Karten, die Tschech_innen arbeiten.
Bei Schrattenberg geht es wieder über die Grenze. Die ehemalige Übergangsstelle beherbergt ein kleines Eiserner-Vorhang-Museum. Am Hügel über Valtice erhebt sich eine an die Gloriette in Schönbunn angelehnte Reistenkolonnade. Auch Valtice hat sein Lichtenstein-Schloss, rundherum wuchert der Wein. Verweilen oder weiter treten? Die bisherige Kilometerleistung ist bescheiden, die Haut glüht, der Tag dauert noch zu lange und die Lust ist längst beim Teufel! Fortsetzung folgt …

" ["post_title"]=> string(45) "Grenzslalom, Irrfahrten und es fehlt der Plan" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(44) "grenzslalom-irrfahrten-und-es-fehlt-der-plan" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2020-07-02 07:20:13" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2020-07-02 05:20:13" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3116" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [16]=> object(WP_Post)#7557 (24) { ["ID"]=> int(3109) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2020-06-30 20:59:54" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2020-06-30 18:59:54" ["post_content"]=> string(2222) "
  1. Tag: Dienstag, 30. Juni

Strecke: Brünn – Rajhradice – Židlochovice – Pohořelice – Ivan – Brod nad Dyjí

Kilometer: 56

Im Garten des Augustinerklosters St. Thomas in Alt-Brünn erinnert ein Gedenkstein an die vertriebenen deutschsprachigen Einwohner_innen der Stadt. Es ist wenig Betrieb im Klostergarten, ein junger Tscheche hinterlegt einen Blumenstrauß mit schwarz-rot-goldener Schleife.
Entlang des Flusses Svratka führt ein gut ausgebauter Radweg raus aus der Stadt. Stadtausfahrten gleichen Stadtzentren, nur anstatt Fleischlaberlkaiser und Designertrash verschandeln Möbelgiganten und Heimwerkertempel die Umgebung. Irgendwann nimmt die Dichte ab und es erstrecken sich Felder bis zum Blickende. Es geht durch verstreute Dörfer, Schrebergärten und tschechische Landwirtschaft. Nach Židlochovice, eine Abzweigung vom EuroVelo 9 (Ostsee-Adria-Radweg) Richtung Pohořelice. Raus aus der Idylle, zurück in die schwarze Zeitgeschichte. Die meisten Gräber des Brünner Todesmarsches sind cht gekennzeichnet, eine Ausnahme machen neun in Dreiergruppen angeordnete Steinkreuze auf einem Acker nahe Pohořelice. Seit 2015 führen Versöhnungsmärsche (www.meetingbrno.cz/de) vom Massengrab in Pohořelice zurück in den Augustinergarten in Alt-Brünn.
Weg vom Tod zurück ins Leben führt eine Schotterstraße über Weinebenen ins Dorf Ivan. Das Weingut Holánek erhellt mit bekömmlichen Tröpferln und einem unvergesslichen Fleisch-Schmalz-Sulz im Einwegglas die angeschlagene Gedankenwelt.
Inzwischen haben alle nicht von Stoff bedeckten Extremitäten eine ungesunde Rotfärbung angenommen. Gestern nicht im Spiel, läuft die gelbe Sau heute zur Bestform auf. Eine gemäßigte Abfahrt führt über Pasohlávky und die Thaya, die sich zum See ausbreitet nach Brod nad Dyjí. Dort steht heute auf einem versteckten Campingplatz das mobile Wohnheim: Die Vogerl zwitschern, die Katzerln streunen, ein Flascherl Veltlínské Zelené steht am Tisch!

" ["post_title"]=> string(65) "Verstreute Dörfer, dunkle Geschichte, gefährliche Einfärbungen" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(62) "verstreute-doerfer-dunkle-geschichte-gefaehliche-einfaerbungen" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2020-07-01 19:17:36" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2020-07-01 17:17:36" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3109" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [17]=> object(WP_Post)#7556 (24) { ["ID"]=> int(3104) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2020-06-29 22:39:02" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2020-06-29 20:39:02" ["post_content"]=> string(1838) "

  1. Tag, 29. Juni

Strecke: Wien – Brünn

Schluss mit Einschränkungen, es ist an der Zeit für Ausschweifungen. Eine Stadtflucht! Endlich wieder einmal die Freiheit riechen, auch wenn die Zeit nur eine Kurzstrecke zulässt. Ein zusammengefaltetes Rad und ein Zugbegleiter statt ein Flugbegleiter. Eineinhalb Stunden später ist eine Grenze überschritten und das Brompton rollt über Brünner Asphalt. Die Reisefreuden kann auch der prompt bei Ankunft einsetzende Dauerregen nur marginal trüben. Eine Stadtflanerie dies- und jenseits der klassischen Sehenswürdigkeiten: Stadtzentren sind in kapitalistischen Zeiten austauschbar – Fleischlaberlketten, Designerhütten, Dufttempel, weltweit das gleiche Bild. Rund um die Špilberk Festung breitet sich das historische Zentrum Mährens aus. Hinter den heiligen Türmchen der Innenstadt drängen sich Schlote und auf den umliegenden Hügeln reihen sich Plattenbausiedlungen. An den Rändern präsentiert sich eine Stadt im Wandel, k. u. k. Zeit Architektur vermischt sich mit realsozialistischer Schlichtheit, dazwischen zwängen sich Neubauten. Abseits der ausgetretenen Pfade finden sich lauschige Stilmixecken welche zum Verweilen einladen.
Ab morgen führt die Greenway-Radroute in Etappen retour nach Wien. Romantische Wege führen durch Dörfer, Felder und Weinberge. Dieser grenzüberschreitende Radweg hat aber auch seine historisch tragische Seite. Auf selbiger Strecke wurden am 31. Mai 1945 die deutschsprachigen Bürger_innen Brünns in Richtung österreichischer Grenze vertrieben, eingegangen in die Geschichtsbücher als Brünner Todesmarsch.

" ["post_title"]=> string(74) "Freiheit schnuppern, Regen auf allen Wegen, ein Lokalaugenschein in Brünn" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(72) "freiheit-schnuppern-regen-auf-allen-wegen-ein-lokalaugenschein-in-bruenn" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2020-07-01 19:17:56" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2020-07-01 17:17:56" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3104" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [18]=> object(WP_Post)#7555 (24) { ["ID"]=> int(3085) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2019-12-24 09:41:13" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-12-24 08:41:13" ["post_content"]=> string(1243) "12. Tag: Montag, 23. Dezember Strecke: Liberec – Prag – Wien Reise, Reise und eine Zusammenfassung Liberec steckt im Nebel, das Wahrzeichen der Stadt der Jeschkenturm auf dem 1.012 Meter hohen Bergrücken des Jeschken bleibt auch heute fest zugedeckt. Zu ebener Erde bilden sich bereits in den Morgenstunden lange Schlangen vor den Weihnachts-Karpfen-Becken. An- und Abreisetage haben selten etwas Lustvolles. Die verflixte Bus-Station wurde gestern noch ausfindig gemacht, es folgt ein reibungsloser Transfer nach Prag. Die einzige Unebenheit im Rückreiseverkehr, die Radkurzstrecke vom Bus- zum Zug-Bahnhof. Einmal das Prager Zentrum streifen, Ticket lösen, Zug fährt ab! Coming Home for Christmas! Zusammenfassung: Reisetage: 12 Radtage: 9 Anreise: Wien – Berlin – Stralsund (D) – Świnoujście (PL) mit der Bahn Radreise: Świnoujście (PL) – Seebad Ahlbeck (D) – Anklam – Seebad Ueckermünde – Penkun – Schwedt/Oder – Felchow – Kostrzyn nad Odra (PL) – Frankfurt/Oder (D) – Eisenhüttenstadt – Forst/Lausitz – Rothenburg/O.L. – Görlitz – Zittau – Liberec Kilometer: 635 Abreise: Liberec – Prag – Wien mit Bus und Bahn Vielen Dank für's Mitreisen! Alles Liebe MaRio" ["post_title"]=> string(37) "Reise, Reise und eine Zusammenfassung" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(36) "reise-reise-und-eine-zusammenfassung" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-12-24 09:41:13" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-12-24 08:41:13" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3085" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [19]=> object(WP_Post)#7554 (24) { ["ID"]=> int(3080) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2019-12-22 20:33:26" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-12-22 19:33:26" ["post_content"]=> string(1564) "11. Tag: Sonntag, 22. Dezember Strecke: Zittau (D) – Liberec (CZ) Streckenlänge: 33 km Ein Katzensprung sollte es werden, bis zur Endstation Liberec. Noch einmal durch das noch schlafende Zittau, heute laufen die Uhren langsamer. Das Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien liegt in Greifweite. Ab dem Grenzübertritt ändern sich auch die Verhältnisse, der perfekte Radweg wird zur Rumpelstraße. Aus eigener Blödheit und der Gier nach einer Abkürzung rollen die Räder auf einmal auf einer Hauptverkehrsroute. Nächste Ausfahrt abzweigen! Der vermeintliche Katzensprung wird zur Herausforderung, rauf und runter auf zweifelhaften Untergründen. Die heutige Schlafstation liegt in einem Randbezirk von Liberec, mehrere Versuche führen zum Ziel. Wie immer bei Zieleinläufen lässt auch heute das große Glücksgefühl auf sich warten. Zuerst will die Rückführung nach Wien geplant werden. Die Industriestadt Liberec birgt einen rauen Charme, das Herz will erst entdeckt werden. Bei aller Sympathie es gelingt nicht. Ehemaliger Ostblock gepaart mit billigem Kapitalismus, keine Stadt für zarte Gemüter. Beim ersten Erfrischungsgetränk in einer versteckten Innenstadt-Kneipe, deuten Blicke und Gesten der Stammgäste hin auf einen Wickel (= Probleme). Austrinken, gehen! Auf den Straßen schwimmen die Weihnachts-Karpfen in großen Kübeln, vor dem Rathaus werden Glüh-Getränke gebürschtelt (= gesoffen) und den Einkaufstempeln sind Sonntagsruhezeiten ein Fremdwort. Und wo ist die verflixte Bus-Station für den morgigen Prag-Transfer!" ["post_title"]=> string(54) "Doch keine Kleinigkeit, rauer Charme und Kübelkarpfen" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(54) "doch-keine-kleinigkeit-rauher-charme-und-kuebelkarpfen" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-12-22 20:49:01" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-12-22 19:49:01" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3080" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [20]=> object(WP_Post)#7553 (24) { ["ID"]=> int(3069) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2019-12-21 21:30:53" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-12-21 20:30:53" ["post_content"]=> string(1641) "10. Tag: Samstag, 21. Dezember Strecke: Rothenburg/O.L. – Görlitz – Ostritz – Zittau Streckenlänge: 70 km Wiederholungen am laufenden Band, Görlitz soll Abhilfe schaffen. Die Mittelalterstadt ist im Zweiten Weltkrieg von der großen Zerstörung verschont geblieben und kann deshalb mit einem der besterhaltenen historischen Stadtbildern in ganz Deutschland prahlen. Darüber hinaus hatte Görlitz einen mysteriösen Spender der die Stadt über Jahre mit «Millionen» versorgte, einzige Bedingung: die Restaurierung der Kulturdenkmäler. Also, ein historisches Schmuckkasterl, das Dumme ist nur, das Altstadtparadies ist von einem Mega-Weihnachtsmarkt zugeschissen! Deshalb gibt es heute ein anderes Görlitz-Bild, ein Fundstück auf der Stadtausfahrt, die Fassade des ehemaligen «VEB (Volkseigener Betrieb) Kondensatorenwerk Görlitz», 100 Prozent Weihnachts-resistent! Die restliche Strecke ist harte Arbeit: den Stille-Nacht-Schlager im Ohr, die Sonne meldet sich ab, die Wegweiser spinnen, ein trostloses Ostritz ohne Verpflegung, Beine die nicht mehr treten wollen und, und, und. Jetzt muss Zittau der südöstlichste deutsche Außenposten im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien für alles herhalten. Im Vergleich mit Görlitz ist Zittau nicht so herausgeputzt dafür punktet Zittau mit einer romantisch bröckelnden Innenstadt, mit charmanten DDR-Überbleibsel (unter anderem ein heruntergekommenes Eingangsportal mit einer gerade noch lesbaren Aufschrift: «Grüner Ring - Jugend Tanz») und mit nur einer Punschausschank am zentralen Platz. Das innersächsische Städte-Duell geht somit mit 3:1 an Zittau." ["post_title"]=> string(96) "Ein verseuchtes Schmuckkasterl, harte Arbeit und ein eindeutiger Sieger im Sachsen-Städte-Duell" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(95) "ein-verseuchtes-schmuckkasterl-harte-arbeit-und-ein-eindeutiger-sieger-im-sachsen-staedte-duell" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2020-01-05 13:49:49" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2020-01-05 12:49:49" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3069" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [21]=> object(WP_Post)#7552 (24) { ["ID"]=> int(3065) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2019-12-20 18:23:41" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-12-20 17:23:41" ["post_content"]=> string(1564) "9. Tag: Freitag, 20. Dezember Strecke: Forst – Bad Muskau – Rothenburg/O.L. Streckenlänge: 70 km Hoppala, der Hosenschlitz-Zipp gibt den Geist auf, ein kleines Missgeschick zu Tagesbeginn. Mein Freund Lechner würde sagen – Achtung Herrenwitz! – «Ein gutes Geschäft hat immer offen»! Im Übrigen verläuft der Tag nach Vorgabe: Runter zum Fluss, immer auf der linken Seite, gleich dahinter breitet sich Polen aus und scharfe 70 Kilometer bis zum Tagesziel. Die Bilder wiederholen sich, Natur, Natur, … In der Natur wird auch die innerdeutsche Grenze von Brandenburg nach Sachsen überrollt. Bad Muska, die einzig erwähnenswerte Zwischenstation kennt man wegen des «Fürst-Pückler-Parks» inklusive Teichen, Brücken, Schlössern, wer's mag. Vor der Grenzbrücke macht sich, wie schon in Frankfurt/Oder, die Polizei wichtig, indem sie Menschen mit gesunder Gesichtsfarbe belästigt. Die große Motivation macht heute Pause und in den Pausen wird die Radkarte studiert. Wie auch schon entlang des «Eisernen Vorhangs» ist ein «bikeline» Tourenbuch mein täglicher Begleiter. Eine Hass-Liebe verbindet uns, immer wieder tauchen Ungereimtheiten auf. Die Karten sind hilfreich, die geschriebenen Wegbeschreibungen mitunter irreführend und die Infos sehr kirchenlastig, ein Pilger-Radreiseführer. Die bessere Lektüre ist heute mein Betthupferl: «Die Nacht ist Leben», die Autobiographie von Sven Marquardt, schwuler Punk zu DDR-Zeiten, Fotograf, ganzkörpertätowiert und die Türe zum Techno-Schuppen Berghain – ein Gesamtkunstwerk!" ["post_title"]=> string(82) "Gleiche Bilder, ein Pilgerreisen-Tourbegleiter und ein Gesamtkunstwerk in Buchform" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(81) "gleiche-bilder-ein-pilgerreisen-tourbegleiter-und-ein-gesamtkunstwerk-in-buchform" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2020-01-05 13:49:07" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2020-01-05 12:49:07" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3065" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [22]=> object(WP_Post)#7551 (24) { ["ID"]=> int(3058) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2019-12-19 19:21:18" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-12-19 18:21:18" ["post_content"]=> string(1370) "8. Tag: Donnerstag, 19. Dezember Strecke: Eisenhüttenstadt – Ratzdorf – Gubin (PL) – Guben (D) – Forst (Lausitz) Streckenlänge: 63 km Gespenstisch! Dichter Nebel verhüllt die Wohnblockschluchten und macht Eisenhüttenstadt noch unwirtlicher. Darüber hinaus hat der «Schluckspecht» seine Wirkung nicht verfehlt, heute sitzen wir zu zweit am Rad, ein Kater fährt mit. Bei Ratzdorf biegt die Oder ab ohne sich zu verabschieden und die Neiße kommt ohne Begrüßung. Der Zusammenfluss lässt sich nur vermuten, die graue Suppe deckt alles zu. Es dauert bis Guben bis sich die Situation wieder normalisiert und sich die Sonne durchsetzt. Guben/Gubin, wieder so eine geteilte Stadt, diesmal liegt der ursprüngliche Stadtkern auf der östlichen, polnischen Seite. Gubin trägt nicht dieses tragische Gesicht der anderen polnischen Grenzstädte. Was ebenfalls freut, auf deutscher Seite sind in der Lausitz fast alle Wegweiser zweisprachig beschriftet. Am Weg folgt Brücken-Ruine auf Brücken-Ruine, beim Rückzug wurden fast alle Verbindungen über die Neiße von der deutschen Wehrmacht gesprengt. Später bei Grießen breitet sich eine riesige Kraterlandschaft aus, der Braunkohle Tagebau Jänschwalde. Irgendwann steigt auch der Kater ab und Forst wird noch bei Tageslicht erreicht. Ein Bett, eine Mahlzeit, ein Reparier-Bier und ab in die Kiste!" ["post_title"]=> string(66) "Stadt im Nebel, ein Kater fährt mit und auf Rausch folgt Erholung" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(65) "stadt-im-nebel-ein-kater-faehrt-mit-und-auf-rausch-folgt-erholung" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-12-22 14:50:23" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-12-22 13:50:23" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3058" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [23]=> object(WP_Post)#7550 (24) { ["ID"]=> int(3055) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2019-12-19 19:14:32" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-12-19 18:14:32" ["post_content"]=> string(2646) "7. Tag: Mittwoch, 18. Dezember Strecke: Kostrzyn nad Odra (PL) – Küstrin-Kietz (D) – Lebus – Frankfurt (Oder) – Eisenhüttenstadt Streckenlänge: 69 km Polnische Grenzstädte haben etwas Tragisches. Eine billige Frisur, noch billigere Tschick, ein voller Bauch um wenig Geld und einen günstigen Rausch in der Birne. Weiter, weiter! Auf die Morgensonne ist Verlass, rauf auf den Damm, der Rest gleicht dem gestrigen Tag – Fluss, Schilf, Asphaltband, Viecher. Glückliche Schafe, glückliche Gänse, glückliche Kühe kauen Grashalme auf ausufernden Au-Weideplätzen. Die Rindviecher tragen sogar, entgegen dem Trend, noch ihren spitzen Kopfschmuck. Das Glück währt solange, bis die Tiere auf unseren Tellern landen. Zum Thema Fleischverzehr kommt mir Kollege Fuzzman in den Sinn: «Ich ess doch keine Leichenteile!» Ich arbeite daran. Frankfurt an der Oder ist wieder eine, als Folge des 2. Weltkrieges, geteilte Stadt. Die ehemalige Dammvorstadt östlich der Oder heißt heute Słubice. Im Lenné-Park steht eine Karl-Marx-Büste, versteinert verzweifelt der Kapitalismus-Kritiker über das Scheitern des realen Sozialismus. An der Brücke über die Oder haben Polizisten einen Flüchtling in der Mangel, eine Fußgeher-Zone ohne Fußgeher, mit leeren Geschäftslokalen und am Brunnenplatz tobt die Weihnachts-Disco. 35 Kilometer weiter oderabwärts in Eisenhüttenstadt ist die Lage wesentlich schlimmer. Es gibt keine Weihnachts-Disco, aber auch keine Gaststätten, keine Kneipen, keine Plätze der Zerstreuung. Was es gibt ist eine Linden-Alle mit dürftigen Einkaufsmöglichkeiten, eine Säule zur Erinnerung an die deutsch-russische Freundschaft, rundherum gleichgeschaltete Wohneinheiten, die «Stalinstadt» und Kaufhallen an den Rändern. Ein tragisches Bild. Was klingt sind die Straßennamen: Friedrich Engels, Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Puschkin, … und selbstredend darf auch der Marx Karl nicht fehlen. Eisenhüttenstadt hat nach der Wende rund die Hälfte seiner Bewohner_innen verloren und ist total überaltert. Wer flüchten kann, der flüchtet. Blöd gesprochen, Parkplatzproblem gibt es hier keines. Nach einem atemraubenden Fußmarsch findet sich doch noch eine Kneipe, sehr urig, wie der Name vermuten lässt: «Schluckspecht»! Es wird politisch kluggeschwätzt und Freundschaften für einen Abend geschlossen. Ein weiterer Höhepunkt ist die heutige Schlafstation oberhalb von einem Balkan-Grill. Zoran, der Inhaber hat in den 80er Jahren für den Wiener Sportklub gekickt, später für Eisenhüttenstadt und hier ist er auch hängen geblieben. Heute steht mir der Sinn nach Ausschweifung!" ["post_title"]=> string(63) "Glückliches Vieh, unglücklicher Karl Marx und die Stalinstadt" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(62) "glueckliches-vieh-ungluecklicher-karl-marx-und-die-stalinstadt" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-12-22 14:49:56" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-12-22 13:49:56" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3055" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [24]=> object(WP_Post)#7549 (24) { ["ID"]=> int(3051) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2019-12-17 19:08:10" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-12-17 18:08:10" ["post_content"]=> string(2155) "6. Tag: Dienstag, 17. Dezember Strecke: Felchow – Alt-Galow – Hohenwutzen – Kienitz (D) – Kostrzyn nad Odra (PL) Streckenlänge: 78 km Was für ein Tagesbeginn, die Morgensonne strahlt, ein Radweg für mich alleine, rechts der Fluss, links endlose Aulandschaften. Komische Vögel mit langen Beinen und langen Hälsen tanzen in den wärmenden Strahlen und sind dabei sehr laut. Anders die unzählbaren Rehe die ihr Frühstück stumm zu sich nehmen. Ebenfalls stumm kreuzen Raubvögel meine Spuren. Nach Lunow biegt die Spur ab vom kleinen Ableger zur großen Oder. Ab jetzt immer den Damm entlang. Alles sehr schön, aber mit steigender Kilometerzahl verliert sich der Zauber. Besonders dann, wenn auch die Sonne sich verabschiedet. Die Trance beim Fahren will sich heute nicht einstellen, wenn die Freude zum Krampf wird hilft der mitgeführte Tee mit Schuss. Die Gastronomie an der Oder ist gerade auf Winterpause, bei Kienitz dann endlich ein geöffnetes Wirtshaus. Was für uns Ösis das Christkind ist für die Ossis der Weihnachtsmann, jede Gaststube hat, wenn geöffnet, mindestens einen. Der Kienitzer «Gasthof zum Hafen» hat sehr viele, darunter auch einen unter Dauerbeschneiung! Kienitz, ursprünglich ein kleines Fischerdorf hatte im Zweiten Weltkrieg unbestellt seinen großen Auftritt. Hier überschritt die Rote Armee am 31. Jänner 1945 erstmals die Oder und befreite uns von dem kleinen Braunauer. Ein russischer Panzer im Ortskern erinnert noch heute an dieses Ereignis. Jetzt ist es nicht mehr weit zur heutigen Bettenstation auf der anderen Seite des Flusses. Kostrzyn, ehemals Küstrin, wurde durch das Potsdamer Abkommen 1945, welches die Westgrenze Polens bis zur Oder verschoben hat, in das polnische Kostrzyn nad Odra und das deutsche Küstrin-Kiez geteilt. Soviel zur Geschichte, wird die Oder überquert warten eine teilweise rekonstruierte Festung, viel mehr aber Tankstellen, Tabakläden, ein kapitalistischer Fleischlaberlhersteller, ein zweifelhaftes Einkaufsparadies, der Polenmarkt und ein XXL-Transparent: «Brauchst du einen Mitarbeiter ruf bei uns an!» Für heute sind alle Ausschweifungen abgesagt!" ["post_title"]=> string(64) "Komische Vögel, beschneite Weihnachtsmänner und der Polenmarkt" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(62) "komische-voegel-beschneite-weihnachtmaenner-und-der-polenmarkt" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-12-22 14:46:42" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-12-22 13:46:42" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3051" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [25]=> object(WP_Post)#7548 (24) { ["ID"]=> int(3045) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2019-12-16 20:43:06" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-12-16 19:43:06" ["post_content"]=> string(1960) "5. Tag: Montag, 16. Dezember Strecke: Penkun – Mescherin – Gartz – Schwedt/Oder – Stützkow – Felchow Streckenlänge: 70 km Ich such die DDR. Angefangen hat alles ganz unverfänglich, als Schallplattenunterhalter in einer abgerockten Eckkneipe an der Wiener Augartenmauer, mit einem Musikwunsch: «Spiel mir doch bitte Am Fenster von City!» Am Fenster wo und welche City? Also: City eine der drei großen DDR Bands und Am Fenster ihr größter Hit, erschienen auf dem Staatslabel Amiga. Musik verbunden mit Geschichte(n) und Reisen, ein Feuer war entfacht … Ich suche noch immer. Der Morgenspaziergang durch Penkun wartet auf mit sensationellen Fundstücken – HO Textilien, Haus der Einheit, … – ein inoffizielles DDR-Freilichtmuseum. Bei der Stadtausfahrt, Felder bis zum Horizont, wirbt eine Tafel «kauft bei der heimischen Landwirtschaft» für die lokale Produktion. Ein Hahn schreit, ein Hund bellt auf, kalte Hände, der Wind zieht auf. Hügelige Beton-Plattenwege führen bis zur polnischen Grenze. Endlich Oder! Nicht der Hauptstrom, ein Nebenzweig. Mescherin liegt bereits im Winterschlaf, nur die Vogelwelt tönt lebendig. Ein Asphaltband durch den Nationalpark «Unteres Odertal». Wälder, Auen, Sumpflandschaften, abgeknickte Bäume – die Biber sind ganzjährig aktiv. Auf die Idylle folgt die Industriestadt Schwedt. Ein kleiner Stadtkern mit einer Fußgängerzone ohne Fußgeher_innen und viel «Platte» (Fertigteilbauwohneinheiten) rundherum. Kein Platz zum Verweilen. Mit dem Stadtende kehrt auch die Idylle zurück. Gänsekolonien campen neben dem Fluss, Rindviecher genießen die satten Wiesen und die Rehe den Sonnenuntergang. Jetzt fehlt nur noch ein Bett. Und auch heute geht es nicht ganz ohne Intervention von außen. Nach mehreren Fehlschlägen führt eine Empfehlung der Nationalparkverwaltung wieder weg vom Fluss zurück ins Land nach Felchow, dort warten ein gemachtes Bett und eine warme Mahlzeit." ["post_title"]=> string(68) "Ich such die DDR, endlich Oder und immer wieder Schlafplatz-Troubles" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(67) "ich-such-die-ddr-endlich-oder-und-immer-wieder-schlafplatz-troubles" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-12-16 21:25:10" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-12-16 20:25:10" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3045" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [26]=> object(WP_Post)#7547 (24) { ["ID"]=> int(3039) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2019-12-15 20:28:13" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-12-15 19:28:13" ["post_content"]=> string(2105) "4. Tag: Sonntag, 15. Dezember Strecke: Heidemühl – Seebad Ueckermünde – Bellin – Ueckermünde (BH) – Pasewalk – Grambow – Penkun Streckenlänge: 104 km «Seemann lass das Träumen …», ein Alleinunterhalter sorgt für Stimmung im Waldgasthof! Außerhalb des Gemäuers grasen Rehe, röhren Hirsche, Wildschweine pflügen den Boden und Wölfe sind auf der Suche nach leichter Beute. «Erst kürzlich haben sie eine wild lebende Herde Mufflons gerissen», berichtet die Wirtin. Aber das bringt die Feierstimmung nicht ins Wanken, sowohl Jubilare als auch Gäste sind ausreichend erfrischt und bei bester Laune. Bei Tagesanbruch, die ersten Kilometer in das sonntäglich verschlafene Fischerdorf Mönkebude rollen sich wie von selbst. Kurz darauf wartet das Seebad Ueckermünde, noch läuft alles nach Plan. Ein Strandblick geht sich noch aus, dann brechen die Wolken. Noch ist der Wille nicht gebrochen, erst im nächsten Dorf. In Bellin hat die Bekleidung ihren Kampf gegen das Wasser verloren. Rückzug nach Ueckermünde und der Wechsel vom Fahrrad auf die Deutsche Bahn. Mit der Bahn kommt auch die Sonne wieder zurück, zu spät. Eine Kurzstrecke mit Umstieg in Pasewalk. Ein stattlicher Bahnhof ohne Alles. Leere, auf Mieter wartende Hallen, den per Werbetafel angekündigten Imbiss gibt es nicht mehr, einzig eine Spielhalle verspricht bessere Zeiten. Von der Wendeeuphorie ist hier nichts mehr übriggeblieben, wo sind die versprochenen «blühenden Dörfer»? Bei Abendrot kommt Penkun in Reichweite. Umgeben von mehreren Seen zu ebener Erde, liegt die Kleinstadt auf einem Hügel, oben drauf ein Schloss. Das angepeilte Stadt-Gasthaus mit Bettenstation macht heute Abend Pause. Das übrige Zentrum ist ausgestorben, menschenleere Gehsteige und bis auf die Straßenbeleuchtung, alles finster. Aus eigener Kraft ist auch heute kein Bett aufzutreiben. Im entscheidenden Moment verirrt sich doch wer auf die Straße, die Vizepräsidentin des örtlichen Fischerei-Vereins, und vermittelt mir «Günter's Bierstübchen» für Bett und Abendbrot. Ein Happy-End in letzter Minute!" ["post_title"]=> string(74) "Böser Wolf, ein Bahnintermezzo und auf der Suche nach blühenden Dörfern" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(73) "boeser-wolf-ein-bahnintermezzo-und-auf-der-suche-nach-bluehenden-doerfern" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-12-16 19:53:20" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-12-16 18:53:20" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3039" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [27]=> object(WP_Post)#7546 (24) { ["ID"]=> int(3032) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2019-12-14 21:12:29" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-12-14 20:12:29" ["post_content"]=> string(2121) "3. Tag: Samstag, 14. Dezember Strecke: Świnoujście (PL) – Seebad Ahlbeck (D) – Usedom – Karnin – Anklam – Bugewitz – Heidemühl Streckenlänge: 78 km Verdammt! Der erste Radreisetag beginnt unrund. Draußen fällt der Regen, drinnen fällt die Tür ins Schloss, die Schlüsselkarte verweilt noch im Zimmer. Die Reiseroutine ist noch nicht angesprungen. Vom polnischen ins deutsche Wunderland, das Seebad Ahlbeck hat seine unvermeidliche Seebrücke und Residenzen mit «klingenden» Namen wie «Germania» oder «Adler». Weg von den Seebädern, rein ins Land. Abseits vom Seebäderparadies lebt der Alltag, viel Landwirtschaft, viel Rindvieh, viel Holz, viel Wasser, viel Schilf. In den Dörfern lebt die Tristesse, bröckelnde Substanz und geschlossene Wirtshäuser. Offiziell existiert die DDR nur noch in den Geschichtsbüchern, unterwegs blitzt sie immer wieder auf, der Kapitalismus hat sich genommen, was er gebraucht hat, der Rest vergammelt. Eine Brücke führt über den Peenestrom zurück auf das vorpommersche Festland. Der Peenestrom geht über in das Stettiner Haff, wildromantische Wasser- und Sumpflandschaften. Das Peenethal der «Amazonas des Nordens» ist eines der letzten Urstomtäler Mitteleuropas. Nach Anklam ist Schluss mit asphaltierten Radwegen, DDR-Plattenpisten rütteln aus den Gedanken, später führt ein wassertriefender Schotterstreifen durch Schilfgebiete. Die Radgeräusche schrecken Wasservögel aus ihrer Deckung. Federvieh rundherum so weit das Auge reicht, lange Hälse, kurze Hälse, in allen Farbschattierungen und an den Bäumen nagen die Bieber. Bei Bugewitz geht dem Tag das Licht aus und noch immer kein Bett in Sicht. Ein Insidertipp führt mich ins einzige Wirtshaus im Umkreis, das wunderbare «Waldrestaurant Heidemühl». Hier wird gerade eine Diamanthochzeit gefeiert und an der Theke findet sich ein DDR-Stammtisch zusammen. Es wird in realsozialistischen Zeiten geschwelgt – «wir haben aus Kuhscheiße Bonbons gemacht» – und unterm Strich sind sich alle einig: «Nicht alles was der Westen gebracht hat ist der Weisheit letzter Schluss!»" ["post_title"]=> string(56) "Startschwierigkeiten, Vogelwelten und ein DDR-Stammtisch" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(55) "startschwierigkeiten-vogelwelten-und-ein-ddr-stammtisch" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-12-15 15:23:23" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-12-15 14:23:23" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3032" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [28]=> object(WP_Post)#7545 (24) { ["ID"]=> int(3029) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2019-12-13 18:50:59" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-12-13 17:50:59" ["post_content"]=> string(1784) "2. Tag: Freitag, 13. Dezember Strecke: Berlin – Stralsund (D) – Świnoujście (PL) Normalerweise sind Zeitangaben Schall und Rauch, vor allem bei Wiedersehensfreuden mit den Berliner Freunden und in Kombination mit Erfrischungsgetränken. Die Nacht kennt keine Stunde. Und manchmal doch, da stockt die Routine, es gibt auch im fortgeschrittenen Alter noch ein erstes Mal: 12. Dezember, 23:21Uhr! Und die Welt ist anders als sie vorher war, der Pepperl ist da, ich bin Opa! Hoch die Tassen, eine feste Umarmung nach Wien, eines geht noch! Ein Valentino oder doch ein Kurtl? Diese Info ist noch nicht in Berlin gelandet, stattdessen wartet der Regionalzug in Richtung Stralsund. Rauf aufs Brompton die Danziger rüber, vorbei am Mauerpark und runter die Bernauer. Zwei Mal über die nicht mehr unüberwindliche, lediglich am Boden markierte Mauer. Dort wo sie noch steht an der Bernauer, schnappschießen Mobiltelefone Selfies am laufenden Band. Kennen Sie den? Ein Opa sitzt im Zug und wartet auf Abenteuer! Draußen verschwindet die Stadt, Oranienburg, die Uckermark, Neubrandenburg fliegen vorbei und irgendwann ist das Festland zu Ende und die Ostsee breitet sich aus, Stralsund ist erreicht. Von hier aus rollt die Bäderbahn, setzt bei Wolgast auf die deutsch-polnische Insel Usedom über, klappert die Seebäder ab und hat seine Endstation im polnischen Świnoujście. Hier hat schon der deutsche Kaiser Wilhelm II. seine Zehen in der Ostsee erfrischt. Der erste Ostsee-Blick geht sich nur mehr im Kunstlicht aus, die Strandpromenade befindet sich gerade im Umbau und das Schuhwerk versinkt im Gatsch. Der heutige Abend wird ein kurzer, noch ein Żywiec auf den Pepperl, dann werden für heute die Kerzen ausgeblasen, morgen geht's los, es wird wieder bromptonisiert!" ["post_title"]=> string(64) "Was für eine Nacht, auf Schienen durchs Land und auf's Pepperl!" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(61) "was-fuer-eine-nacht-auf-schienen-durchs-land-und-aufs-pepperl" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-12-13 18:50:59" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-12-13 17:50:59" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3029" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [29]=> object(WP_Post)#7544 (24) { ["ID"]=> int(3026) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2019-12-13 10:33:07" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-12-13 09:33:07" ["post_content"]=> string(2452) "1. Tag: Donnerstag, 12. Dezember Strecke: Nachtzug Wien – Berlin «Wir haben nichts zu verlieren außer unsre Angst», ein unzerstörbarer Satz der Ton Steine Scherben Hymne «Der Traum ist aus»! Vorgestern noch auf der ebenerdigen Bühne des Gasthauses Praschl im zehnten Wiener Hieb (Anm. Gemeindebezirk), gemeinsam mit meinen Kollegen von Die Rio-Reiser. Band und Publikum verschmelzen zu einer unüberhörbaren Stimme – «Macht euch bereit, für den Kampf ums Paradies»! Einen kapitalen Rausch, einen Reparaturtag und eine Nachtbahnfahrt später zu Besuch am Grab des 1996 verstorbenen Sängers und Autors eingangs zitierter Zeilen. Berlin ist verschnupft, der Fernsehturm versteckt sein Haupt im dichten Nebel. Der Hauptstadtbesuch ist nur ein Zwischenstopp einer Stadtflucht auf der Suche nach Ruhe und Gelassenheit. Die eigentliche Reise, der Oder-Neiße-Radweg von Świnoujście (Polen) der deutsch-polnischen Grenze entlang bis nach Tschechien und weiter zurück nach Hause. Mit dem Faltrad. Coming Home for Christmas! Im Städtevergleich ist Radfahren in Wien ein Wellnesstrip. Die Stadtausfahrt führt zu Nebenschauplätzen der Metropole: In die Chausseestraße 131, wo Wolf Biermann bis zu seiner Ausbürgerung aus der DDR wohnte und arbeitete. In eine Altberliner Eckkneipe am Mariannenplatz wo die Kundschaft noch richtig «berlinert». Ans Tempelhofer Ufer, wo die Scherben-Familie in den frühen 70er Jahren gemeinsames wohnen übte. Zum Alten St. Matthäus Kirchhof wo Rio Reiser unter der Erde liegt. An das ehemalige Lenné-Dreieck, auf der Westseite gelegen und trotzdem Teil der DDR. Dieser nicht mehr existierende Wildwuchsstreifen erzählt eine andere Flucht-Geschichte. 1988 flüchteten die Besetzter dieses Grün-Dreiecks vor der Polizei über die Mauer nach Ost-Berlin, wurden dort von der Volkspolizei abgeholt, verpflegt und wieder zurückgeschickt. Die vorletzte Station ist der Ernst Thälmann Park, wo der Ernstl noch immer seinen rechten Arm zum kommunistischen Gruß erhebt. Rot Front Genosse! Die letzte ist ein Besuch in der «Bierquelle», meiner Stammkneipe an der Greifswalder Straße, wo die Zeit stecken geblieben ist, in der Vorwendezeit, als Walter Ulbricht das Ruder noch fest in der Hand hatte. Aber das Beste kommt zum Schluss: die Vertiefung einer deutsch-österreichischen Freundschaft beim gemeinsamen Kochen. Am Speiseplan stehen Königsberger Klopse, der Rest würde zu weit führen …!" ["post_title"]=> string(56) "Keine Angst, ein anderes Berlin und Königsberger Klopse" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(55) "keine-angst-ein-anderes-berlin-und-koenigsberger-klopse" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-12-15 15:20:44" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-12-15 14:20:44" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3026" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [30]=> object(WP_Post)#7543 (24) { ["ID"]=> int(3018) ["post_author"]=> string(1) "2" ["post_date"]=> string(19) "2019-12-10 14:24:01" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-12-10 13:24:01" ["post_content"]=> string(685) "Freies Radio Freistadt strahlt im Rahmen seiner Sendereihe 30 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs – Über die Grenze in den kommenden Tagen das Interview mit Mario Lang zu seiner rund 10.000 Kilomter langen Reise entlang des Eisernen Vorhangs aus! Sendezeiten: Di 10.12. um 18:00 Mi 11.12. um 13:00 Sa 14.12. um 10:00 Es ist aber auch in der Radiothek nachzuhören! https://www.frf.at/2019/12/umso-duenner-die-brieftaschen-werden-umso-weiter-werden-die-herzen/" ["post_title"]=> string(68) "Umso dünner die Brieftaschen werden, umso weiter werden die Herzen!" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(66) "umso-duenner-die-brieftaschen-werden-umso-weiter-werden-die-herzen" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-12-10 14:27:39" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-12-10 13:27:39" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3018" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [31]=> object(WP_Post)#7542 (24) { ["ID"]=> int(2844) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2019-07-09 13:58:43" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-07-09 11:58:43" ["post_content"]=> string(363) "Eine feine Randspalte im aktuellen «BIKE Bild»: Drei Fragen an den Bromptonisten! BIKE Bild Nr. 3 2019 ps: am kommenden Sonntag startet meine kleine Irland/Nordirland-Tour. Wie immer gibt es einen täglichen Blog, also aufsteigen und mitradeln!" ["post_title"]=> string(36) "Die «Vorhang-Auf-Tour» @ Bike Bild" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(30) "die-vorhang-auf-tour-bike-bild" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-07-09 14:16:01" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-07-09 12:16:01" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=2844" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [32]=> object(WP_Post)#7541 (24) { ["ID"]=> int(2825) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2019-05-07 14:44:29" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-05-07 12:44:29" ["post_content"]=> string(241) "  https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/10-000-kilometer-per-faltrad-durch-europa-1604638    " ["post_title"]=> string(63) "Die Deutsche Bundesregierung featured die «Vorhang-Auf-Tour»!" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(58) "die-deutsche-bundesregierung-featured-die-vorhang-auf-tour" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-05-07 14:48:16" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-05-07 12:48:16" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=2825" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [33]=> object(WP_Post)#7540 (24) { ["ID"]=> int(2685) ["post_author"]=> string(1) "2" ["post_date"]=> string(19) "2019-03-31 19:51:32" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-03-31 17:51:32" ["post_content"]=> string(173) "Am Mittwoch (27.3.2019) ist bereits der 5. Teil meiner Fotoserie «Vorhangauf» in der Wiener Wochenzeitung Falter erschienen. Das Rad dreht sich weiter, die Serie auch …" ["post_title"]=> string(19) "Fotoserie im Falter" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(19) "fotoserie-im-falter" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-04-17 14:12:34" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-04-17 12:12:34" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=2685" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [34]=> object(WP_Post)#7539 (24) { ["ID"]=> int(2680) ["post_author"]=> string(1) "2" ["post_date"]=> string(19) "2019-03-27 20:15:14" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-03-27 19:15:14" ["post_content"]=> string(320) "  Man freut sich natürlich, wenn man auch in Oberösterreich wahrgenommen wird ... Hier geht es zum Artikel vom 10. März 2017 in den OÖN  " ["post_title"]=> string(51) "Presseecho in den Oberösterreichischen Nachrichten" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(51) "presseecho-in-den-oberoesterreichischen-nachrichten" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-04-17 14:12:22" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-04-17 12:12:22" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=2680" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } [35]=> object(WP_Post)#7537 (24) { ["ID"]=> int(2663) ["post_author"]=> string(1) "2" ["post_date"]=> string(19) "2019-01-21 18:30:46" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2019-01-21 17:30:46" ["post_content"]=> string(1848) "Großes Land mit wenigen, im nüchternen Zustand sprachlosen Menschen. Viel Wasser und ganz, ganz viel Holz. Viele Rentiere, ein Vogelparadies, nur das mit den wilden Elchen und Bären ist eine Erfindung der Tourismus-Industrie. Dafür sind alle Horror-Geschichten über Gelsen und Schlechtwetter nicht nur wahr, sondern flächendeckend untertrieben! Trotzdem, es war jeden Kilometer wert zu fahren und am aufregendsten war es in Lappland bei den «Gscherten im Pelz» (© Helmut Qualtinger). Am 14. Juli dieses Jahres beendete der Fotograf der Straßenzeitung Augustin, Mario Lang, seine Iron Curtain Tour mit dem Fahrrad. Die Strecke entlang des Eisernen Vorhangs zwischen dem Schwarzen Meer und der Barentssee, die er in mehreren Etappen zurücklegte, ist mehr als 10.000 Kilometer lang. Das Zitat oben, seinem Reise-Blog http://www.vorhangauf.international/ entnommen, bezieht sich auf eine der letzten Strecken des Abenteuers: die Tour von Helsinki über Virolahti zum Campingplatz Vaalimaa. Mario Langs Foto-Show im Aktionsradius dokumentiert, wie der Spalt, den der Kalte Krieg quer durch Europa zog, überwunden geglaubte gesellschaftliche, geografische, städtebauliche Zustände bis heute konservierte. Künftige Iron Curtain-BikerInnen werden schon «reformierte» Zustände kennen lernen. Die Schlaglöcher werden bleiben, aber nach jedem zehnten Schlagloch wird globalisierte Systemgastronomie zur Einkehr locken. Denn die kommunistische Vision der Gleichheit wird auf paradoxe Weise realisiert sein: Jedem Menschen, ob arm oder reich, ob russisch oder antirussisch, das gleiche Fastfood aus der argentinischen Pampa! Dienstag, 12. März Aktionsradius Wien , Gaußplatz 11, 1200 Wien Infos: https://aktionsradius.at E: office@aktionsradius.at T: +43 1 332 26 94" ["post_title"]=> string(75) "12. März 2019 @ Aktionsradius Wien Iron Curtain Tour - Fotos und Reiseblog" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(58) "iron-cutain-tour-fotos-und-text-10-000-kilometer-reiseblog" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2019-04-17 11:38:59" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2019-04-17 09:38:59" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=2663" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } } ["post_count"]=> int(36) ["current_post"]=> int(-1) ["in_the_loop"]=> bool(false) ["post"]=> object(WP_Post)#7574 (24) { ["ID"]=> int(3193) ["post_author"]=> string(1) "3" ["post_date"]=> string(19) "2020-09-25 18:52:06" ["post_date_gmt"]=> string(19) "2020-09-25 16:52:06" ["post_content"]=> string(1245) "
  1. Tag: Freitag, 25. September

Strecke: Białowieża – Hajnówka (Rad) – Warschau (Zug)

Streckenlänge: 22 km (Radkilometer)

Die erste Etappe der Rückreise führt noch einmal ein Stück durch Büffel-Revier, die gewünschte Begegnung bleibt abermals aus. In einem Kaff namens Hajnówka beginnt die Rückführung mit der Eisenbahn. Das Bahnhofsgebäude ist verlassen und trotz allem reizvoll (Bild). Maske auf und durch! Zwei Mal umsteigen und nach vier Stunden Hop-On-Hop-Off – es zieht viel Holz und Landwirtschaftsfläche am Fenster vorbei – rollt der Zug in Warschau Wschodnia ein. Für die restliche Strecke bis zum Mobilheim-Platz wäre die Beschreibung trostlos eine fahrlässige Untertreibung. Der Campingplatz kann es noch besser: eingezwängt zwischen einem Wisła- (Weichsel) Arm und einer Autobahn, ohne Dusche, dafür mit vielen kleinen garstigen Mistviechern. Ein verschärftes Kontrastprogramm zu den Nächten davor. Da hilft nur eines, den heutigen Tag schnell wegschlafen!

" ["post_title"]=> string(74) "Erster Rückreisetag, eine Rad-Bahn-Kombi und ein Campingplatz des Grauens" ["post_excerpt"]=> string(0) "" ["post_status"]=> string(7) "publish" ["comment_status"]=> string(6) "closed" ["ping_status"]=> string(4) "open" ["post_password"]=> string(0) "" ["post_name"]=> string(73) "erster-rueckreisetag-eine-rad-bahn-kombi-und-ein-campingplatz-des-grauens" ["to_ping"]=> string(0) "" ["pinged"]=> string(0) "" ["post_modified"]=> string(19) "2020-09-26 07:59:08" ["post_modified_gmt"]=> string(19) "2020-09-26 05:59:08" ["post_content_filtered"]=> string(0) "" ["post_parent"]=> int(0) ["guid"]=> string(43) "http://www.vorhangauf.international/?p=3193" ["menu_order"]=> int(0) ["post_type"]=> string(4) "post" ["post_mime_type"]=> string(0) "" ["comment_count"]=> string(1) "0" ["filter"]=> string(3) "raw" } ["comment_count"]=> int(0) ["current_comment"]=> int(-1) ["found_posts"]=> int(36) ["max_num_pages"]=> int(0) ["max_num_comment_pages"]=> int(0) ["is_single"]=> bool(false) ["is_preview"]=> bool(false) ["is_page"]=> bool(false) ["is_archive"]=> bool(true) ["is_date"]=> bool(false) ["is_year"]=> bool(false) ["is_month"]=> bool(false) ["is_day"]=> bool(false) ["is_time"]=> bool(false) ["is_author"]=> bool(false) ["is_category"]=> bool(true) ["is_tag"]=> bool(false) ["is_tax"]=> bool(false) ["is_search"]=> bool(false) ["is_feed"]=> bool(false) ["is_comment_feed"]=> bool(false) ["is_trackback"]=> bool(false) ["is_home"]=> bool(false) ["is_privacy_policy"]=> bool(false) ["is_404"]=> bool(false) ["is_embed"]=> bool(false) ["is_paged"]=> bool(false) ["is_admin"]=> bool(false) ["is_attachment"]=> bool(false) ["is_singular"]=> bool(false) ["is_robots"]=> bool(false) ["is_favicon"]=> bool(false) ["is_posts_page"]=> bool(false) ["is_post_type_archive"]=> bool(false) ["query_vars_hash":"WP_Query":private]=> string(32) "61d6a269c779cb6b7f7b22db9d8adc65" ["query_vars_changed":"WP_Query":private]=> bool(false) ["thumbnails_cached"]=> bool(false) ["stopwords":"WP_Query":private]=> NULL ["compat_fields":"WP_Query":private]=> array(2) { [0]=> string(15) "query_vars_hash" [1]=> string(18) "query_vars_changed" } ["compat_methods":"WP_Query":private]=> array(2) { [0]=> string(16) "init_query_flags" [1]=> string(15) "parse_tax_query" } }

Erster Rückreisetag, eine Rad-Bahn-Kombi und ein Campingplatz des Grauens


  1. Tag: Freitag, 25. September

Strecke: Białowieża – Hajnówka (Rad) – Warschau (Zug)

Streckenlänge: 22 km (Radkilometer)

Die erste Etappe der Rückreise führt noch einmal ein Stück durch Büffel-Revier, die gewünschte Begegnung bleibt abermals aus. In einem Kaff namens Hajnówka beginnt die Rückführung mit der Eisenbahn. Das Bahnhofsgebäude ist verlassen und trotz allem reizvoll (Bild). Maske auf und durch! Zwei Mal umsteigen und nach vier Stunden Hop-On-Hop-Off – es zieht viel Holz und Landwirtschaftsfläche am Fenster vorbei – rollt der Zug in Warschau Wschodnia ein. Für die restliche Strecke bis zum Mobilheim-Platz wäre die Beschreibung trostlos eine fahrlässige Untertreibung. Der Campingplatz kann es noch besser: eingezwängt zwischen einem Wisła- (Weichsel) Arm und einer Autobahn, ohne Dusche, dafür mit vielen kleinen garstigen Mistviechern. Ein verschärftes Kontrastprogramm zu den Nächten davor. Da hilft nur eines, den heutigen Tag schnell wegschlafen!

Sprechübungen, Achtung Büffel und die Endstation ist erreicht


  1. Tag: Donnerstag, 24. September

Strecke: Stary Dwór – Białowieża

Streckenlänge: 45 km

«Dzień dobry!» Guten Tag, jerde/r wird begrüßt, allein schon, um das Sprechen nicht zu verlernen. Heute wird wieder aufgesessen auf dem Green Velo Radweg. Ein Verkehrsschild warnt vor Büffeln, es geht durch den Białowieża-Nationalpark wo Europas letzte wilde Wisente leben. Dummer Weise sind die bulligen Viecher sehr scheu und so bietet ein Besuch im Białowieża-Reservat die einzige Möglichkeit so ein Exemplar vor die Linse zu bekommen. Neben den grasenden Riesen beherbergt das Freiluft-Gehege auch brunftige Hirsche, schlafende Luchse, gleichgültige Elche und faule Wildschweine, einzig die Wölfe verstecken sich. Trotzdem, eingezäunte Wildtiere sind das halbe Vergnügen. In Białowieża hat sich eine Art zarter Büffeltourismus etabliert und die weißrussische Grenze ist zum Greifen nahe. Einmal schnell zur Grenze gefahren – tote Hose – die elektrischen Balken sind geschlossen und auch sonst rührt sich nichts.
Białowieża war die letzte geplante Station der Reise, Kopf und Körper sind erschöpft, das Herz traurig, ab morgen beginnt der Weg zurück in das, was «normales Leben» heißt.

Ein Tag der Arbeit, eine Fleißaufgabe und einer nach dem anderen


  1. Tag: Mittwoch, 23. September

Strecke: Ełk – Białystok (Zug) – Michałowo – Stary Dwór

Streckenlänge: 73 km (Radkilometer)

Punkt sechs Uhr, raus aus dem wärmenden Schlafsack! Heute wird eine Teilstrecke per Zugfahrt überbrückt. Wieder in Richtung Osten, wieder nach Białystok, ein Umsteigebahnhof auf der Anreise. Ähnlich wie Ełk kann auch Białystok überraschen, fern ab von Tourismus-Pfaden präsentiert sich eine lebendige Stadt.
Den Masuren wird der Rücken gekehrt und es führt der Weg zurück in die Woiwodschaft Podlachien. Der Unterschied? Statt roten Backsteinbauten beherrscht, ähnlich wie in den baltischen Ländern, die niedrige Holzbauweise das Landschaftsbild. Heute ist kein Tag für Schöngeister, heute ist ein Tag der Arbeit. Ein Zubringertag. Dafür vom Start bis zum Ziel fast ausnahmslos auf Asphalt. Die einzige Aufregung breitet wieder einmal die Kulinarik. Das Camping-Wirtshaus ist bereits auf Winterpause und der nächste Sklep (Gemischtwarenhandlung) sechs Kilometer in Herkunftsrichtung entfernt, wir hatten bereits das Vergnügen. Eine tour-retour zwölf Kilometer lange Fleißaufgabe zur Verbesserung der Tagesleistung. Ein Detail am Rande, die streng nach Corona-Regelung amtierende Besitzerin lässt pro Geschäftsanbahnung nur eine Kundschaft in ihr Reich: Bitte warten, einer nach dem anderen!
Das Mobilheim steht übrigens wieder an einem Gewässer (Stausee Siemianówka), aber das ist inzwischen auch nichts mehr Neues.

Schriller die Glocken nie klingen, Alltagsgeschichten und Ełk sei Dank!


  1. Tag: Dienstag, 22. September

Strecke: Wiartel – Pisz – Ełk

Streckenlänge: 63 km

Ein bisserl die Wildtiere aus dem Wald, zwischendurch die Enten, manchmal springt ein Fisch, aus der Entfernung bellen Hunde, aber mit Abstand den meisten Lärm verursacht die katholische Kirche mit ihrem unerbittlichen Glockengebimmel. Ansonsten: vorgestern war ähnlich, gestern war gleich, insofern nichts Neues im Osten – darum zum Alltäglichem:

Sprache:
Buchstaben mit Strichen oben und unterhalb, eine Herausforderung für die Wiener Zunge. Sich Ortschaften merken – Fehlanzeige! Nur die Grundfloskeln haben sich eingebrannt: Guten Tag. Auf Wiedersehen. Bitte. Danke. Ein Erfrischungsgetränk!

Essen:
Ein Highlight sind die polnischen Suppen: Żurek (Sauermehlsuppe),
Barszcz (Rote Rübensuppe), Flaki (Kuttelsuppe), … Nur ist die Nahrungsaufnahme ist immer ein Lotteriespiel, Wirtshäuser sind spärlich gesetzt. Der letzte Ausweg ist der Sklep.

Sklep:
Gemischtwarengeschäft für den wichtigsten, täglichen Bedarf: Häuselpapier, Grundnahrungsprodukte, Erfrischungsgetränke. Nicht jede Ortschaft hat einen.

Städte:
Die norostpolnischen (Klein-)Städte geizen mit ihren Reizen, wo der Tourismus aufhört, fängt das Elend an. Um auch etwas Positives zu vermelden, auf den Hauptdurchzugsstraßen ist Radfahren verboten, dafür gibt es alternativ sehr großzügig angelegte Radwege.

Ortschaften:
Nicht immer sind alle Straßen asphaltiert, Hunde sind angeleint, das Eigenheim alarmgesichert und nur jede fünfte Ortschaft verfügt über einen Sklep.

Vögel:
Wie die meisten Touristen haben auch die Störche das Land bereits verlassen, verwaiste Behausungen überall.

Der Tagesabschluss hat noch eine Überraschung parat – Ełk! Ełk liegt abseits der masurischen Seenwelten, Ełk hat seien eigenen See und Ełk ist eine Stadt für die Menschen, die hier leben und nicht nur für Besucher_innen. Kinder spielen auf Spielplätzen, Liebespaare turteln auf der Seepromenade, es gibt ausreichend Lokale und einen wunderbaren Campingplatz. Alle Strapazen des Tages rücken – Ełk sei Dank! – in den Hintergrund.

Langer Tag, kurzer Blog


  1. Tag: Montag, 21. September

Strecke: Rydzewo – Mikołajki – Ruciane Nida – Karwica – Wiartel

Streckenlänge: 85 km

Die Tage wiederholen sich, alle Bilder waren irgendwann schon einmal gesehen. Das Vorhaben heute nur Asphaltwege zu befahren war nicht durchzuhalten – unterm Strich halbe-halbe – das Stimmungsbarometer war auch schon einmal in anderen Sphären. Das Mobilheim steht wieder einmal solo am Platz, die Beine sind müde, die Birne auch. Langer Tag, kurzer Eintrag, gute Nacht.

Eine graue Decke, eine Schifferlfahrt und eine ungeplante Tortur am Tag des Herrn


  1. Tag: Sonntag, 20. September

Strecke: Rydzewo – Mikołajki – Rydzewo

Streckenlänge: 36 km

Weitblick ade, der See versteckt sich unter einer dichten hellgrauen Decke. Das Mobilhaus bleibt heute auf seinem Platz, Rad und Fahrer besteigen ein Ausflugsschiff in Richtung Mikołajki, im Rückblick ein Fehler: Schifferlfahrten über zwei Stunden haben etwas Grausames an sich, vor allem bei Temperaturen um die zehn Grad und das in kurzer Hose. In einem der Kanäle wettstreiten Angler_innen im Rahmen einer Competition um den fettesten Fisch.
Das ehemalige Fischerdorf Mikołajki hat sich zu einem Zentrum entwickelt und ist auf Tourismus gebürstet: Hotelanlagen, Hafenpromenade, Souvenir-Kitsch, Ess- und Trinkmeile. Inzwischen hat sich die Wolkendecke gelüftet und die Temperaturen klettern in den Wohlfühlbereich. Trotzdem hält sich das Bedürfnis zu verweilen in Grenzen. Gemütlich auf zwei Rädern und auf Nebenrouten wird die Spur aufgenommen zurück zum Mobilheim. Mr. Google berechnet für seinen Routenvorschlag knappe eineinhalb Stunden. Eine Spazierfahrt. Es kommt anders, kurz nach der Stadtausfahrt endet der Asphalt, es beginnt eine Tortur auf größtenteils Sandstraßen unterbrochen von Abschnitten ausgelegt mit dem gefürchteten Kopfsteinpflaster aus Vorkriegszeiten. Durch Wälder und Prärie, ohne Menschen, ohne Tränke verschlingt die vermeintliche Sonntagsausfahrt ganze drei schweißtreibende Stunden bis zum besten Bier der Welt. Morgen wird auf Romantik gepfiffen und auf asphaltierte Hauptrouten vertraut!

Quasi Quarantäne, von See zu See und ein lebendiges Dorf


  1. Tag: Samstag, 19. September

Strecke: Węgorzewo – Giżycko – Rydzewo

Streckenlänge: 42 km

Die Tage wiederholen sich, Instant-Kaffee vom Gaskocher am menschenleeren Campingplatz. Einzig ein Arbeiter hat sich der Aufgabe gestellt eine Blechhütte mit frischer Farbe zu versehen. Leiter gibt es keine und um die höheren Lagen zu erreichen wird gestapelt – ein Podest, darauf ein wackeliger Sessel – sehr kriminell! Bis zur Abreise ist nichts passiert …
Auch im Kerngebiet der Masurischen Seenplatte bewegen sich nur wenige Menschen. Herbst? Corona? Auf welcher Farbe die Corona-Ampel auch stehen mag – wurscht! – auf Nord-Polen-Reise gibt es so gut wie keine Kontakte. Quasi Quarantäne.
Ein See folgt dem nächsten. Gefahren wird auf Asphalt, Sandwegen und Kopfsteinpflaster. Bei den Sandwegen ist Gefühl gefragt, sonst vergraben sich die Reifen, ein Geduldspiel. Auch das grobe Kopfsteinpflaster bringt keinen Frohsinn, großteils stammt es aus Zeiten vor dem letzten großen Krieg, als die Masuren noch ein Teil Deutschlands waren. Giżycko ist eines der Zentren zwischen den vielen Seen und es gilt selbiges wie für alle bisherigen Kleinstädte – schnell wieder raus aus der Stadt und rein in’s Land. Die heutige Endstation ist anders: Ein See (Boczne See), ein kleines Nest entlang einer Nebenstraße, ein Campingplatz mit Besucher_innen. Darüber hinaus vier geöffnete Gaststätten, eine davon mit Live-Musik unter freien Himmel. Nix mehr Isolation, trotzdem bleibt alles im „Grünen Bereich“!

Der Green Velo, eine Überdosis Landschaft und ein realsozialistischer Campingplatz


  1. Tag: Freitag, 18. September

Strecke: Gołdap – Bani Mazurskie – Węgorzewo

Streckenlänge: 64 km

Der Gołdap-See, der bis über die Grenze nach Russland reicht, liegt ausgebreitet wie eine Decke vor einem völlig ausgestorbenen Campingparadies. Im Wasser baden Wildenten in der Morgensonne.
Schon seit Beginn der Reise kreuzt immer wieder der Green-Velo-Radweg die eingeschlagene Spur, so auch in Gołdap. Diesmal wird das Angebot angenommen. Der «Green Velo» (https://greenvelo.pl) führt über 1885 Kilometer von Elbląg im Nordwesten an der Ostsee bis knapp an die slowakische Grenze im Südosten des Landes. Immer entlang der Grenze und perfekt ausgeschildert! Somit verlegt sich die heutige Etappe vom Asphalt der Landstraßen auf Schotter- und Wald-Straßen durch eine Überdosis an Landschaft. Dörfer müssen durch Abweichungen von der Route extra angefahren werden. Einmal abgebogen vom grünen Band, rollen die Räder samt gut durchgeschütteltem Fahrer in Węgorzewo ein. Wenige Kilometer außerhalb der Stadt liegt Camping Rusałka direkt am Święcajty-See. Der Campingplatz war Schauplatz in einem Arno Surminski Roman, «Polninken», einer tragischen Liebesgeschichte zwischen Ost- und West-Deutschland – Empfehlung! Teilweise präsentiert sich Rusałka wie anno dazumal in realsozialistischen Zeiten.
Schluss jetzt, es ist höchste Zeit: Körper- und Wäsche-Pflege sind dringend notwendig.

Starke Winde, ein Dreiländereck und Launen des Lebens


  1. Tag: Donnerstag, 17. September

Strecke: Wiżajny – Gołdap

Streckenlänge: 50 km

In der Nacht tobt ein Sturm und dicke Regentropfen klopfen auf das Dach. Das Mobilhaus steht wie angewachsen. Schlechtwettertest bestanden. Zum Abschied gibt es ein Gastgeschenk der Vermieterin in Form von lokalem Käse!
Heute verbindet Start und Ziel nur eine einzige Landstraße. Der Regen hat sich verzogen, der stürmische Wind ist geblieben. Nach wenigen Kilometern ist das Dreiländereck zwischen Polen, der russischen Exklave Kaliningrad und Litauen erreicht. Ein Obilisk, Warn-/Hinweis-Tafeln, ein Zaun – ein Schnappschuss und zurück auf die Piste. Die Woiwodschaft Podlachien geht in die Woiwodschaft Ermland-Masuren über, landschaftlich ändert sich nichts. Es geht entlang der Rominter Heide, ein ausgedehntes Waldgebiet zwischen Polen und Russland ausgestattet mit einer artenreichen Fauna. Für die Elche, Hirsche, Wölfe und Luchse, die da wohnen, fallen Grenzkontrollen aus. Das Wetter kann sich heute nicht entscheiden – Sonne, Wolken, Regentropfen wechseln sich ab, nur der Gegenwind bleibt standhaft. Es gibt Tage, die sind gut, welche, die sind besser und solche, die man gar nicht braucht. Ähnlich verhält es sich mit der Einsamkeit, die ist manchmal sehr „leiwand“, oft aber auch sehr „g’schissn“! So verlangt es das Leben und es passt auch so. Fest treten hilft den Kopf wieder gerade zu richten …
Themenwechsel. Das Problem mit der Nahrungsaufnahme bleibt aufrecht. Gehen die Pol_innen nur in die Kirche und nicht ins Wirtshaus? Ein Land von Selbstversorger_innen? Beginnt der Winterschlaf bereits Mitte September? Auch der Campingplatz am Gołdap-See ist dicht verrammelt, natürlich auch die Sanitäranlagen – muss eben die Natur herhalten. Das Mobilheim wird trotzdem aufgebaut. Und überhaupt, ein gutes Flascherl in Rot wirkt Wunder!

Ruhestörungen, Hügelwelten und Probleme mit der Nahrungsaufnahme


  1. Tag: Mittwoch, 16. September

Strecke: Stary Folwark – Suwałki – Wiżajny

Streckenlänge: 58 km

Der Lärm von röhrenden Hirschen und schrägem Federvieh verhindern einen ausgedehnten Morgenschlaf … Übergang zur Routine: Kaffee kochen, Zelt auftrocknen, Geräte laden, Abreise vorbereiten. In kleinen Schritten durch das Land. Da es kein wirkliches Ziel der Reise gibt, lassen sich die einzelnen Etappen gemütlich eindampfen. Rund um 50 Kilometer sind genug!
Eine Bundesstraße mit begleitendem Radweg, das polnische Radwegnetz kann sich sehen lassen, führt nach Suwałki, der letzten größeren Stadt im Nordosten des Landes. Die Hoffnungen auf ein Ham-And-Eggs-Frühstück werden bald begraben, stattdessen gibt es Erdäpfel-Bohnen-Suppe. Auch sehr gut. Die Polen sind die unumstrittenen Europameister im Suppen-Essen – 78 Liter pro Kopf im Jahr!
Kurz nach der Stadtausfahrt beruhigt sich der Verkehr und nahezu autofreie Landstraßen führen Richtung Norden. Auch die Landschaft verändert sich, das Flachland erwächst zur anspruchsvollen Hügellandschaft. Oben angekommen bedecken Felder und Weideflächen das Land, zwischendurch eingestreut Seen und Mischwälder. Im Vergleich zu den heimischen Rindviechern haben die polnischen ihren Kopfschmuck bewahrt. Und auch heute schwächelt die Infrastruktur, dazu kommen zwei selbstverschuldete «Verfahrer» bis die Räder in die heutige, einsam, aber romantische, Bettenstation einrollen. Diesmal ganz ohne Nachbar_innen!
Zum Schluss noch was zum Lachen: Die drei von Mr. Google angekündigten Gastwirtschaften sind entweder außer Betrieb oder existieren nicht. Egal, es gibt ja Nudeln im Sackerl! Aber, den eingekauften Spaghetti-Bolognese fehlen dummer Weise die Spaghetti (nur die Sauce eingekauft!). Der heutige Speiseplan kling somit wie folgt: Bolognese-Suppe mit Brot. Und auch der Broteinkauf ist in die Hose gegangen, die Heidelbeerfüllung war nicht gekennzeichnet. Morgen muss (kulinarisch) besser werden!

Polen wie Finnland, Menschen auf Schwammerlsuche und der Untergrund macht die Musik


  1. Tag: Dienstag, 15. September

Strecke: Studzieniczne See – Płaska – Bryzgiel – Stary Folwark

Streckenlänge: 50 km

Die Forelle vom Grill war ein Gedicht und die polnischen Nächte sind bereits herbstlich kühl. Rein in den wärmenden Schlafsack und die Augen zu.
Während der Instantkaffee kocht, arbeitet sich die Morgensonne hinter den Bäumen empor. Der Nordosten Polens erinnert landschaftlich an Finnland – viel Holz, viel Wasser, viel Gegend, wenig Menschen. Wenn Menschen unterwegs sind, sind sie ausgestattet mit Kübeln und Sackerln und sind auf der Suche nach Schwammerln. Das große Plus für Polen gegenüber Finnland, die Mistviecher (Gelsen; hochdt. Mücken) sind in Polen weniger zahlreich vertreten und auch die Bierpreise sind überdeutlich freundlicher. Die Räder rollen in Richtung Norden, dem Wigry-Nationalpark, nahe Suwałki entgegen. Auf wenig befahrenen Landstraßen oder auf verschlungenen Waldwegen. Der Untergrund macht die Musik: Teils über Stock, Wurzelwerk und Stein, sind die herausforderndsten Bodenbeläge die Sandpfade. Diesmal steht das Mobilheim am Wigry-See und auch hier hält sich der Andrang an Campern in Grenzen, einzig ein zweites Zelt mit gehörigem Respektabstand. Als Draufgabe befindet sich eine Gaststube in unmittelbarer Nähe und die vorsorglich eingekaufte Notration an Instant-Nudeln bleibt vorerst im Packerl!

Hauptsächlich Zugabteile, eine Radkurzstrecke und großes Glück


  1. Tag: Montag, 14. September

Strecke: Warschau – Białystok – Augustów

Streckenlänge: 10 km (Radkilometer)

Anreisetage haben nichts Romantisches. Raus aus dem Zug, rauchen, einkaufen, Gleis wechseln, rein in den Zug. Die Reiseproviantversorgung läuft nicht nach Plan – massenweise gekühlte Jugendgetränke, hingegen gestaltet sich die Suche nach Erfrischungsgetränken für Erwachsene eher schwierig. In Warschau, ebenso wie in Białystok, wo der Bahnhof gerade frisch renoviert wird. Das Bild in den Zügen ist nicht anders als zu Hause – Menschen ohne Mund und Nase. Die Garnitur in Richtung Suwałki ist am neuesten Stand, freies Internetz inklusive. Die einzige Ostromantik, die Zugführerin bekommt bei einem Aufenthalt, als Gastgeschenk der lokalen Bäuer_innen, einen Sack Äpfel. Am späten Nachmittag rollt der Zug dann doch in Augustów ein und das Tagesziel – Campingplatz, Essen, Trinken, Schlafen – rückt ein Stück näher. So der Plan. Schon die ersten Radkilometer entlarven die Probleme der kommenden Tage: In Nordost-Polen ist die Saison bereits gelaufen. Geschlossene Lokale. Geschlossene Campingplätze. Am Studzieniczne See findet sich ein Zelt-Platzerl, nur der Gastwirt ist auf Schwammerlsuche. Mit vereinten Kräften, ein polnisches Radler_innen Pärchen hat sich ebenfalls in dieser idyllischen Ecke verirrt, gelingt eine Rückholaktion. Der Wirt verspricht ein Fischmenü. Noch einmal Glück gehabt!

Tag fast vorbei, ein wilder Löwe und schlafen im gemachten Bett


  1. Tag: Sonntag, 13. September

Strecke: Nachtzug Wien – Warschau

Eigentlich ist mit der Überschrift bereits alles erzählt. Der 13. September ist auf alle Fälle kein Lieblingstag, aber das würde zu weit führen … Gut, dass er bald vorbei ist! Das Gasthaus «Wilder Löwe» serviert die letzten Drinks und das 3er-Schlafwagenabteil steht mir ganz alleine zur Verfügung. Das Bett ist bereits gemacht, die Müdigkeit ist übermächtig, in diesem Sinne – gute Nacht!

Hochwasser, verschollen in den Marchauen und eine gesperrte Freiheitsbrücke


  1. Tag: Freitag, 3. Juli

Strecke: Angern an der March – Marchegg (A) – Devín (SK) – Bratislava – Wien

Kilometer: 52 (bis Bratislava)

Das ehemalige Zollhaus von Angern seht auf Stelzen, ist heute ein Lokal und heißt «Das Leben ist schön». Das ist auch so, ein Erfrischungsgetränk in der Hand, die March im Blick und drüben am anderen Ufer Záhorská Ves. Die March formt sich hier zu einer Schlinge um die slovakische Nachbarortschaft. Ein echtes Traumplatzerl! Die beiden Grenzorte sind durch eine kleine Auto-Fähre miteinander verbunden. Nur dieser Tage nicht, die March führt Hochwasser. Das Mobilhaus wird direkt am Flussufer aufgebaut.
Diesmal sind es nicht die Hähne, diesmal ist es ein Gemeindearbeiter der ausgedehntes Schlafen unmöglich macht. Die Wiesen rund ums Zelt wollen gemäht werden. Der eifrige Arbeiter spricht von großem Glück, «manchmal steigt die March binnen weniger Stunden übers Ufer», so wie schon vor ein paar Tagen. Das Glück des Unwissenden. Als Denkzettel beginnt es zu regnen und auch heute kann die Fähre nicht ablegen. Neuer Plan, weiter auf der österreichischen Seite Richtung Schlosshof und über die «Fahrradbrücke der Freiheit» die Seiten gewechselt. Teils Schotter, teils Asphalt führen durch die Aulandschaft mit Abstecher in die jeweiligen Ortschaften. Alles gut ausgeschildert bis kurz nach Marchegg, ab jetzt keine Wegweiser mehr. Was zur Folge hat, dass sich die Räder in den Marchauen verstricken. Die Landkarte am Mobiltelefon rettet Rad und Fahrer. Nächste Hürde, die Freiheitsbrücke über die March ist mit Absperrbändern versperrt. Keine Menschen, keine Info. Keine Grenzen mehr! Die Hindernisse werden ignoriert und überwunden. Inzwischen hat sich der Himmel besonnen und den Regen abgestellt.
Devín liegt an der Mündung von der March in die Donau, besitzt eine Ruine auf einem Hügel, ein Denkmal für die Fluchtopfer des Eisernen Vorhangs (Foto) und eine Fußgängerpromenade. Auch so ein Sehnsuchtsort, gerade quält sich ein Frachtschiff aus Galați, Rumänien gegen den Strom. Die letzten Kilometer nach Bratislava rollen die Räder wie von alleine, die Ufo-Brücke erscheint und kündigt das Ende einer fünftägigen Stadtflucht an. Die Strecke Bratislava – Wien erledigt die ÖBB. Schön war’s, bitte mehr davon!

Camping wie damals, durch den Märchenwald und Putzfrauengespräche


  1. Tag: Donnrstag, 2. Juli

Strecke: Valtice – Břeclav (CZ) – Kúty (SK) – Moravský Svätý Ján (SK) – Hohenau an der March (A) – Dürnkrut – Mannersdorf – Angern an der March

Kilometer: 64

Der Campingplatz von Valtice hat den realen Sozialismus noch hautnah miterlebt, die einzigen Zugeständnisse an die moderne Zeit sind ein Kaffee-, sowie ein Jugend-Getränke-Automat. Ost-Romantik pur! Das angesagte Gewitter entlädt sich in der Nacht, dicke Tropfen trommeln auf die Zeltplane und sorgen für einen Dornröschen-Schlaf.
Die Weisheit des noch jungen Tages: «Frage stellt sich, Antwort gibt sich» (© Clemens Denk), heute bedeckt ein Hemd die geschundenen Arme.
Der Weg Richtung Břeclav führt auf verschlungenen Wegen durch den Kulturlandschaftspark Lednice-Valtice. Mitten im Märchenwald verstecken sich verzauberte Baudenkmäler der Familie Lichtenstein: Ein Apollo-Tempel, eine St. Hubertus Kapelle oder der Dianatempel auch «Rendevous» (Foto). In Břeclav gibt es ein Wiedersehen mit der Thaya und im Dreiländereck trennen Thaya und Morava (March) die Nachbarn_innen. Der ehemalige Eiserne Vorhang wird in Folge mehrfach durchtrennt. In der Dreiländercompetition zieht die Heimmannschaft wieder einmal den Kürzeren. Ab Hohenau ist Schluss mit Lustig, ein graues Asphaltband treibt einen Keil durch die Weinviertler Landwirtschaft. Einzige Aufregung der stündliche Railjet in beiden Richtungen. Spärlich verstreute Ortschaften, allesamt blutleer, keine Menschen, keine Erfrischungsstationen. Die erste offene Ausschank befindet sich in Dürnkrut, weltberühmt duch das Thaya-March-Hochwasser von 2006. Den Garten des Zentrum-Pubs beherrschen Stammtischgespräche: Gute Putzfrau/böse Putzfrau, guter Türke/schlechter Türke. Deswegen haben Auswärtsgastspiele einen großen Vorteil, die Resopaltischweisheiten bleiben aus sprachlichem Unvermögen im Verborgenen. Der Spritzwein im großen Gebinde lindert die Ohrenschmerzen.
Eine Abzweigung führt auf den Kamp-Thaya-March-Radweg, ein Schotterpfad entlang der March samt Nebengewässer. Ferdervieh aller Couleur liefert den Soundtrack bis nach Mannersdorf. Ab sofort wächst auch wirklich Wein im Weinviertel. Beim Heurigen dominieren die (Garten)Zaungespräche. In diesem Sinne: «Reißen wir die Zäune ein die uns trennen» (© Ton Steine Scherben)! Den Tagesausklang begleitet eine Winzerhofplatte. War gestern noch pfui, ist heute hui, sprich: «a perfekta dog»!

Grenzslalom, Irrfahrten und es fehlt der Plan


  1. Tag: Mittwoch, 1. Juli

Strecke: Brod nad Dyjí – Dolní Dunajovice – Mikulov (CZ) – Drasenhofen (A) – Steinebrunn – Schrattenberg – Valtice (CZ)

Kilometer: 51 Kilometer

Nur die Hähne der Umgebung waren frhhüher wach, die Morgensonne verhindert einen ausgedehnten Schlaf. Der Streckenverlauf wird kurzfristig geändert, nächster Halt Mikulov. Die Grenzstadt liegt am Fuß der Pollauer Berge. Mitten im schmucken Zentrum thront auf einem Felshügel das Lichtenstein-Schloss Mikulov. Bis zur Kaffeepause läuft noch alles nach Plan. Rüber über die Grenze nach Drasenhofen auf der Suche nach der Gedenktafel für die Opfer der aus Brünn vertriebenen Altösterreicher. Eine Expedition beginnt. Die Wirtin im Ortswirtshaus wirkt glaubwürdig sicher: «Das Südmährenkreuz.» Ein Irrtum! Gegen die Fahrtrichtung raus aus der Ortschaft. Die gelbe Sau ist abermals in Bestform, die schon beleidigte Haut brennt wie Hölle. Was folgt ist eine ungewollte Fleißaufgabe. Die kindergerechte Kurzfassung: das Südmährenkreuz wäre ein kleiner Wandertag ohne Rad und die gesuchte Gedenktafel befindet sich unweit der Gaststätte am Drasenhofener Friedhof.
Auf kleinen Landstraße ohne Wegweiser geht es immer entlang der Grenze Richtung Osten. Feld reiht sich an Feld, Hügel an Hügel, dazwischen kleine scheinbar ausgestorbene Ortschaften. Im Ländervergleich zwischen Tschechien und Österreich zieht die Heimat den Kürzeren: Die Radwege jenseits der Grenze sind eindeutiger besser ausgeschildert, darüber hinaus verfügt jede Ansiedlung über mindestens eine Gaststätte. Diesseits der Grenze ist die Dichte an tschechischen Kennzeichen viel höher als die einheimischen Taferln. Die Weinviertler spielen Karten, die Tschech_innen arbeiten.
Bei Schrattenberg geht es wieder über die Grenze. Die ehemalige Übergangsstelle beherbergt ein kleines Eiserner-Vorhang-Museum. Am Hügel über Valtice erhebt sich eine an die Gloriette in Schönbunn angelehnte Reistenkolonnade. Auch Valtice hat sein Lichtenstein-Schloss, rundherum wuchert der Wein. Verweilen oder weiter treten? Die bisherige Kilometerleistung ist bescheiden, die Haut glüht, der Tag dauert noch zu lange und die Lust ist längst beim Teufel! Fortsetzung folgt …

Verstreute Dörfer, dunkle Geschichte, gefährliche Einfärbungen


  1. Tag: Dienstag, 30. Juni

Strecke: Brünn – Rajhradice – Židlochovice – Pohořelice – Ivan – Brod nad Dyjí

Kilometer: 56

Im Garten des Augustinerklosters St. Thomas in Alt-Brünn erinnert ein Gedenkstein an die vertriebenen deutschsprachigen Einwohner_innen der Stadt. Es ist wenig Betrieb im Klostergarten, ein junger Tscheche hinterlegt einen Blumenstrauß mit schwarz-rot-goldener Schleife.
Entlang des Flusses Svratka führt ein gut ausgebauter Radweg raus aus der Stadt. Stadtausfahrten gleichen Stadtzentren, nur anstatt Fleischlaberlkaiser und Designertrash verschandeln Möbelgiganten und Heimwerkertempel die Umgebung. Irgendwann nimmt die Dichte ab und es erstrecken sich Felder bis zum Blickende. Es geht durch verstreute Dörfer, Schrebergärten und tschechische Landwirtschaft. Nach Židlochovice, eine Abzweigung vom EuroVelo 9 (Ostsee-Adria-Radweg) Richtung Pohořelice. Raus aus der Idylle, zurück in die schwarze Zeitgeschichte. Die meisten Gräber des Brünner Todesmarsches sind cht gekennzeichnet, eine Ausnahme machen neun in Dreiergruppen angeordnete Steinkreuze auf einem Acker nahe Pohořelice. Seit 2015 führen Versöhnungsmärsche (www.meetingbrno.cz/de) vom Massengrab in Pohořelice zurück in den Augustinergarten in Alt-Brünn.
Weg vom Tod zurück ins Leben führt eine Schotterstraße über Weinebenen ins Dorf Ivan. Das Weingut Holánek erhellt mit bekömmlichen Tröpferln und einem unvergesslichen Fleisch-Schmalz-Sulz im Einwegglas die angeschlagene Gedankenwelt.
Inzwischen haben alle nicht von Stoff bedeckten Extremitäten eine ungesunde Rotfärbung angenommen. Gestern nicht im Spiel, läuft die gelbe Sau heute zur Bestform auf. Eine gemäßigte Abfahrt führt über Pasohlávky und die Thaya, die sich zum See ausbreitet nach Brod nad Dyjí. Dort steht heute auf einem versteckten Campingplatz das mobile Wohnheim: Die Vogerl zwitschern, die Katzerln streunen, ein Flascherl Veltlínské Zelené steht am Tisch!

Freiheit schnuppern, Regen auf allen Wegen, ein Lokalaugenschein in Brünn


  1. Tag, 29. Juni

Strecke: Wien – Brünn

Schluss mit Einschränkungen, es ist an der Zeit für Ausschweifungen. Eine Stadtflucht! Endlich wieder einmal die Freiheit riechen, auch wenn die Zeit nur eine Kurzstrecke zulässt. Ein zusammengefaltetes Rad und ein Zugbegleiter statt ein Flugbegleiter. Eineinhalb Stunden später ist eine Grenze überschritten und das Brompton rollt über Brünner Asphalt. Die Reisefreuden kann auch der prompt bei Ankunft einsetzende Dauerregen nur marginal trüben. Eine Stadtflanerie dies- und jenseits der klassischen Sehenswürdigkeiten: Stadtzentren sind in kapitalistischen Zeiten austauschbar – Fleischlaberlketten, Designerhütten, Dufttempel, weltweit das gleiche Bild. Rund um die Špilberk Festung breitet sich das historische Zentrum Mährens aus. Hinter den heiligen Türmchen der Innenstadt drängen sich Schlote und auf den umliegenden Hügeln reihen sich Plattenbausiedlungen. An den Rändern präsentiert sich eine Stadt im Wandel, k. u. k. Zeit Architektur vermischt sich mit realsozialistischer Schlichtheit, dazwischen zwängen sich Neubauten. Abseits der ausgetretenen Pfade finden sich lauschige Stilmixecken welche zum Verweilen einladen.
Ab morgen führt die Greenway-Radroute in Etappen retour nach Wien. Romantische Wege führen durch Dörfer, Felder und Weinberge. Dieser grenzüberschreitende Radweg hat aber auch seine historisch tragische Seite. Auf selbiger Strecke wurden am 31. Mai 1945 die deutschsprachigen Bürger_innen Brünns in Richtung österreichischer Grenze vertrieben, eingegangen in die Geschichtsbücher als Brünner Todesmarsch.

Reise, Reise und eine Zusammenfassung


12. Tag: Montag, 23. Dezember

Strecke: Liberec – Prag – Wien

Reise, Reise und eine Zusammenfassung

Liberec steckt im Nebel, das Wahrzeichen der Stadt der Jeschkenturm auf dem 1.012 Meter hohen Bergrücken des Jeschken bleibt auch heute fest zugedeckt. Zu ebener Erde bilden sich bereits in den Morgenstunden lange Schlangen vor den Weihnachts-Karpfen-Becken.
An- und Abreisetage haben selten etwas Lustvolles. Die verflixte Bus-Station wurde gestern noch ausfindig gemacht, es folgt ein reibungsloser Transfer nach Prag. Die einzige Unebenheit im Rückreiseverkehr, die Radkurzstrecke vom Bus- zum Zug-Bahnhof. Einmal das Prager Zentrum streifen, Ticket lösen, Zug fährt ab! Coming Home for Christmas!

Zusammenfassung:

Reisetage: 12
Radtage: 9
Anreise: Wien – Berlin – Stralsund (D) – Świnoujście (PL) mit der Bahn
Radreise: Świnoujście (PL) – Seebad Ahlbeck (D) – Anklam – Seebad Ueckermünde – Penkun – Schwedt/Oder – Felchow – Kostrzyn nad Odra (PL) – Frankfurt/Oder (D) – Eisenhüttenstadt – Forst/Lausitz – Rothenburg/O.L. – Görlitz –
Zittau – Liberec
Kilometer: 635
Abreise: Liberec – Prag – Wien mit Bus und Bahn

Vielen Dank für’s Mitreisen!
Alles Liebe
MaRio

Doch keine Kleinigkeit, rauer Charme und Kübelkarpfen


11. Tag: Sonntag, 22. Dezember

Strecke: Zittau (D) – Liberec (CZ)

Streckenlänge: 33 km

Ein Katzensprung sollte es werden, bis zur Endstation Liberec. Noch einmal durch das noch schlafende Zittau, heute laufen die Uhren langsamer. Das Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien liegt in Greifweite. Ab dem Grenzübertritt ändern sich auch die Verhältnisse, der perfekte Radweg wird zur Rumpelstraße. Aus eigener Blödheit und der Gier nach einer Abkürzung rollen die Räder auf einmal auf einer Hauptverkehrsroute. Nächste Ausfahrt abzweigen! Der vermeintliche Katzensprung wird zur Herausforderung, rauf und runter auf zweifelhaften Untergründen. Die heutige Schlafstation liegt in einem Randbezirk von Liberec, mehrere Versuche führen zum Ziel. Wie immer bei Zieleinläufen lässt auch heute das große Glücksgefühl auf sich warten. Zuerst will die Rückführung nach Wien geplant werden. Die Industriestadt Liberec birgt einen rauen Charme, das Herz will erst entdeckt werden. Bei aller Sympathie es gelingt nicht. Ehemaliger Ostblock gepaart mit billigem Kapitalismus, keine Stadt für zarte Gemüter. Beim ersten Erfrischungsgetränk in einer versteckten Innenstadt-Kneipe, deuten Blicke und Gesten der Stammgäste hin auf einen Wickel (= Probleme). Austrinken, gehen!
Auf den Straßen schwimmen die Weihnachts-Karpfen in großen Kübeln, vor dem Rathaus werden Glüh-Getränke gebürschtelt (= gesoffen) und den Einkaufstempeln sind Sonntagsruhezeiten ein Fremdwort. Und wo ist die verflixte Bus-Station für den morgigen Prag-Transfer!

Ein verseuchtes Schmuckkasterl, harte Arbeit und ein eindeutiger Sieger im Sachsen-Städte-Duell


10. Tag: Samstag, 21. Dezember

Strecke: Rothenburg/O.L. – Görlitz – Ostritz – Zittau

Streckenlänge: 70 km

Wiederholungen am laufenden Band, Görlitz soll Abhilfe schaffen. Die Mittelalterstadt ist im Zweiten Weltkrieg von der großen Zerstörung verschont geblieben und kann deshalb mit einem der besterhaltenen historischen Stadtbildern in ganz Deutschland prahlen. Darüber hinaus hatte Görlitz einen mysteriösen Spender der die Stadt über Jahre mit «Millionen» versorgte, einzige Bedingung: die Restaurierung der Kulturdenkmäler. Also, ein historisches Schmuckkasterl, das Dumme ist nur, das Altstadtparadies ist von einem Mega-Weihnachtsmarkt zugeschissen! Deshalb gibt es heute ein anderes Görlitz-Bild, ein Fundstück auf der Stadtausfahrt, die Fassade des ehemaligen «VEB (Volkseigener Betrieb) Kondensatorenwerk Görlitz», 100 Prozent Weihnachts-resistent! Die restliche Strecke ist harte Arbeit: den Stille-Nacht-Schlager im Ohr, die Sonne meldet sich ab, die Wegweiser spinnen, ein trostloses Ostritz ohne Verpflegung, Beine die nicht mehr treten wollen und, und, und. Jetzt muss Zittau der südöstlichste deutsche Außenposten im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien für alles herhalten. Im Vergleich mit Görlitz ist Zittau nicht so herausgeputzt dafür punktet Zittau mit einer romantisch bröckelnden Innenstadt, mit charmanten DDR-Überbleibsel (unter anderem ein heruntergekommenes Eingangsportal mit einer gerade noch lesbaren Aufschrift: «Grüner Ring – Jugend Tanz») und mit nur einer Punschausschank am zentralen Platz. Das innersächsische Städte-Duell geht somit mit 3:1 an Zittau.

Gleiche Bilder, ein Pilgerreisen-Tourbegleiter und ein Gesamtkunstwerk in Buchform


9. Tag: Freitag, 20. Dezember

Strecke: Forst – Bad Muskau – Rothenburg/O.L.

Streckenlänge: 70 km

Hoppala, der Hosenschlitz-Zipp gibt den Geist auf, ein kleines Missgeschick zu Tagesbeginn. Mein Freund Lechner würde sagen – Achtung Herrenwitz! – «Ein gutes Geschäft hat immer offen»! Im Übrigen verläuft der Tag nach Vorgabe: Runter zum Fluss, immer auf der linken Seite, gleich dahinter breitet sich Polen aus und scharfe 70 Kilometer bis zum Tagesziel. Die Bilder wiederholen sich, Natur, Natur, … In der Natur wird auch die innerdeutsche Grenze von Brandenburg nach Sachsen überrollt. Bad Muska, die einzig erwähnenswerte Zwischenstation kennt man wegen des «Fürst-Pückler-Parks» inklusive Teichen, Brücken, Schlössern, wer’s mag. Vor der Grenzbrücke macht sich, wie schon in Frankfurt/Oder, die Polizei wichtig, indem sie Menschen mit gesunder Gesichtsfarbe belästigt.
Die große Motivation macht heute Pause und in den Pausen wird die Radkarte studiert. Wie auch schon entlang des «Eisernen Vorhangs» ist ein «bikeline» Tourenbuch mein täglicher Begleiter. Eine Hass-Liebe verbindet uns, immer wieder tauchen Ungereimtheiten auf. Die Karten sind hilfreich, die geschriebenen Wegbeschreibungen mitunter irreführend und die Infos sehr kirchenlastig, ein Pilger-Radreiseführer. Die bessere Lektüre ist heute mein Betthupferl: «Die Nacht ist Leben», die Autobiographie von Sven Marquardt, schwuler Punk zu DDR-Zeiten, Fotograf, ganzkörpertätowiert und die Türe zum Techno-Schuppen Berghain – ein Gesamtkunstwerk!

Stadt im Nebel, ein Kater fährt mit und auf Rausch folgt Erholung


8. Tag: Donnerstag, 19. Dezember

Strecke: Eisenhüttenstadt – Ratzdorf – Gubin (PL) – Guben (D) – Forst (Lausitz)

Streckenlänge: 63 km

Gespenstisch! Dichter Nebel verhüllt die Wohnblockschluchten und macht Eisenhüttenstadt noch unwirtlicher. Darüber hinaus hat der «Schluckspecht» seine Wirkung nicht verfehlt, heute sitzen wir zu zweit am Rad, ein Kater fährt mit.
Bei Ratzdorf biegt die Oder ab ohne sich zu verabschieden und die Neiße kommt ohne Begrüßung. Der Zusammenfluss lässt sich nur vermuten, die graue Suppe deckt alles zu. Es dauert bis Guben bis sich die Situation wieder normalisiert und sich die Sonne durchsetzt. Guben/Gubin, wieder so eine geteilte Stadt, diesmal liegt der ursprüngliche Stadtkern auf der östlichen, polnischen Seite. Gubin trägt nicht dieses tragische Gesicht der anderen polnischen Grenzstädte. Was ebenfalls freut, auf deutscher Seite sind in der Lausitz fast alle Wegweiser zweisprachig beschriftet. Am Weg folgt Brücken-Ruine auf Brücken-Ruine, beim Rückzug wurden fast alle Verbindungen über die Neiße von der deutschen Wehrmacht gesprengt. Später bei Grießen breitet sich eine riesige Kraterlandschaft aus, der Braunkohle Tagebau Jänschwalde.
Irgendwann steigt auch der Kater ab und Forst wird noch bei Tageslicht erreicht. Ein Bett, eine Mahlzeit, ein Reparier-Bier und ab in die Kiste!

Glückliches Vieh, unglücklicher Karl Marx und die Stalinstadt


7. Tag: Mittwoch, 18. Dezember

Strecke: Kostrzyn nad Odra (PL) – Küstrin-Kietz (D) – Lebus – Frankfurt (Oder) – Eisenhüttenstadt

Streckenlänge: 69 km

Polnische Grenzstädte haben etwas Tragisches. Eine billige Frisur, noch billigere Tschick, ein voller Bauch um wenig Geld und einen günstigen Rausch in der Birne. Weiter, weiter! Auf die Morgensonne ist Verlass, rauf auf den Damm, der Rest gleicht dem gestrigen Tag – Fluss, Schilf, Asphaltband, Viecher. Glückliche Schafe, glückliche Gänse, glückliche Kühe kauen Grashalme auf ausufernden Au-Weideplätzen. Die Rindviecher tragen sogar, entgegen dem Trend, noch ihren spitzen Kopfschmuck. Das Glück währt solange, bis die Tiere auf unseren Tellern landen. Zum Thema Fleischverzehr kommt mir Kollege Fuzzman in den Sinn: «Ich ess doch keine Leichenteile!» Ich arbeite daran.
Frankfurt an der Oder ist wieder eine, als Folge des 2. Weltkrieges, geteilte Stadt. Die ehemalige Dammvorstadt östlich der Oder heißt heute Słubice. Im Lenné-Park steht eine Karl-Marx-Büste, versteinert verzweifelt der Kapitalismus-Kritiker über das Scheitern des realen Sozialismus. An der Brücke über die Oder haben Polizisten einen Flüchtling in der Mangel, eine Fußgeher-Zone ohne Fußgeher, mit leeren Geschäftslokalen und am Brunnenplatz tobt die Weihnachts-Disco.
35 Kilometer weiter oderabwärts in Eisenhüttenstadt ist die Lage wesentlich schlimmer. Es gibt keine Weihnachts-Disco, aber auch keine Gaststätten, keine Kneipen, keine Plätze der Zerstreuung. Was es gibt ist eine Linden-Alle mit dürftigen Einkaufsmöglichkeiten, eine Säule zur Erinnerung an die deutsch-russische Freundschaft, rundherum gleichgeschaltete Wohneinheiten, die «Stalinstadt» und Kaufhallen an den Rändern. Ein tragisches Bild. Was klingt sind die Straßennamen: Friedrich Engels, Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Puschkin, … und selbstredend darf auch der Marx Karl nicht fehlen. Eisenhüttenstadt hat nach der Wende rund die Hälfte seiner Bewohner_innen verloren und ist total überaltert. Wer flüchten kann, der flüchtet. Blöd gesprochen, Parkplatzproblem gibt es hier keines.
Nach einem atemraubenden Fußmarsch findet sich doch noch eine Kneipe, sehr urig, wie der Name vermuten lässt: «Schluckspecht»! Es wird politisch kluggeschwätzt und Freundschaften für einen Abend geschlossen. Ein weiterer Höhepunkt ist die heutige Schlafstation oberhalb von einem Balkan-Grill. Zoran, der Inhaber hat in den 80er Jahren für den Wiener Sportklub gekickt, später für Eisenhüttenstadt und hier ist er auch hängen geblieben. Heute steht mir der Sinn nach Ausschweifung!

Komische Vögel, beschneite Weihnachtsmänner und der Polenmarkt


6. Tag: Dienstag, 17. Dezember

Strecke: Felchow – Alt-Galow – Hohenwutzen – Kienitz (D) – Kostrzyn nad Odra (PL)

Streckenlänge: 78 km

Was für ein Tagesbeginn, die Morgensonne strahlt, ein Radweg für mich alleine, rechts der Fluss, links endlose Aulandschaften. Komische Vögel mit langen Beinen und langen Hälsen tanzen in den wärmenden Strahlen und sind dabei sehr laut. Anders die unzählbaren Rehe die ihr Frühstück stumm zu sich nehmen. Ebenfalls stumm kreuzen Raubvögel meine Spuren.
Nach Lunow biegt die Spur ab vom kleinen Ableger zur großen Oder. Ab jetzt immer den Damm entlang. Alles sehr schön, aber mit steigender Kilometerzahl verliert sich der Zauber. Besonders dann, wenn auch die Sonne sich verabschiedet. Die Trance beim Fahren will sich heute nicht einstellen, wenn die Freude zum Krampf wird hilft der mitgeführte Tee mit Schuss. Die Gastronomie an der Oder ist gerade auf Winterpause, bei Kienitz dann endlich ein geöffnetes Wirtshaus. Was für uns Ösis das Christkind ist für die Ossis der Weihnachtsmann, jede Gaststube hat, wenn geöffnet, mindestens einen. Der Kienitzer «Gasthof zum Hafen» hat sehr viele, darunter auch einen unter Dauerbeschneiung! Kienitz, ursprünglich ein kleines Fischerdorf hatte im Zweiten Weltkrieg unbestellt seinen großen Auftritt. Hier überschritt die Rote Armee am 31. Jänner 1945 erstmals die Oder und befreite uns von dem kleinen Braunauer. Ein russischer Panzer im Ortskern erinnert noch heute an dieses Ereignis. Jetzt ist es nicht mehr weit zur heutigen Bettenstation auf der anderen Seite des Flusses. Kostrzyn, ehemals Küstrin, wurde durch das Potsdamer Abkommen 1945, welches die Westgrenze Polens bis zur Oder verschoben hat, in das polnische Kostrzyn nad Odra und das deutsche Küstrin-Kiez geteilt. Soviel zur Geschichte, wird die Oder überquert warten eine teilweise rekonstruierte Festung, viel mehr aber Tankstellen, Tabakläden, ein kapitalistischer Fleischlaberlhersteller, ein zweifelhaftes Einkaufsparadies, der Polenmarkt und ein XXL-Transparent: «Brauchst du einen Mitarbeiter ruf bei uns an!» Für heute sind alle Ausschweifungen abgesagt!

Ich such die DDR, endlich Oder und immer wieder Schlafplatz-Troubles


5. Tag: Montag, 16. Dezember

Strecke: Penkun – Mescherin – Gartz – Schwedt/Oder – Stützkow – Felchow

Streckenlänge: 70 km

Ich such die DDR. Angefangen hat alles ganz unverfänglich, als Schallplattenunterhalter in einer abgerockten Eckkneipe an der Wiener Augartenmauer, mit einem Musikwunsch: «Spiel mir doch bitte Am Fenster von City!» Am Fenster wo und welche City? Also: City eine der drei großen DDR Bands und Am Fenster ihr größter Hit, erschienen auf dem Staatslabel Amiga. Musik verbunden mit Geschichte(n) und Reisen, ein Feuer war entfacht …
Ich suche noch immer. Der Morgenspaziergang durch Penkun wartet auf mit sensationellen Fundstücken – HO Textilien, Haus der Einheit, … – ein inoffizielles DDR-Freilichtmuseum. Bei der Stadtausfahrt, Felder bis zum Horizont, wirbt eine Tafel «kauft bei der heimischen Landwirtschaft» für die lokale Produktion. Ein Hahn schreit, ein Hund bellt auf, kalte Hände, der Wind zieht auf. Hügelige Beton-Plattenwege führen bis zur polnischen Grenze. Endlich Oder! Nicht der Hauptstrom, ein Nebenzweig. Mescherin liegt bereits im Winterschlaf, nur die Vogelwelt tönt lebendig. Ein Asphaltband durch den Nationalpark «Unteres Odertal». Wälder, Auen, Sumpflandschaften, abgeknickte Bäume – die Biber sind ganzjährig aktiv. Auf die Idylle folgt die Industriestadt Schwedt. Ein kleiner Stadtkern mit einer Fußgängerzone ohne Fußgeher_innen und viel «Platte» (Fertigteilbauwohneinheiten) rundherum. Kein Platz zum Verweilen. Mit dem Stadtende kehrt auch die Idylle zurück. Gänsekolonien campen neben dem Fluss, Rindviecher genießen die satten Wiesen und die Rehe den Sonnenuntergang. Jetzt fehlt nur noch ein Bett. Und auch heute geht es nicht ganz ohne Intervention von außen. Nach mehreren Fehlschlägen führt eine Empfehlung der Nationalparkverwaltung wieder weg vom Fluss zurück ins Land nach Felchow, dort warten ein gemachtes Bett und eine warme Mahlzeit.

Böser Wolf, ein Bahnintermezzo und auf der Suche nach blühenden Dörfern


4. Tag: Sonntag, 15. Dezember

Strecke: Heidemühl – Seebad Ueckermünde – Bellin – Ueckermünde (BH) – Pasewalk – Grambow – Penkun

Streckenlänge: 104 km

«Seemann lass das Träumen …», ein Alleinunterhalter sorgt für Stimmung im Waldgasthof! Außerhalb des Gemäuers grasen Rehe, röhren Hirsche, Wildschweine pflügen den Boden und Wölfe sind auf der Suche nach leichter Beute. «Erst kürzlich haben sie eine wild lebende Herde Mufflons gerissen», berichtet die Wirtin. Aber das bringt die Feierstimmung nicht ins Wanken, sowohl Jubilare als auch Gäste sind ausreichend erfrischt und bei bester Laune.
Bei Tagesanbruch, die ersten Kilometer in das sonntäglich verschlafene Fischerdorf Mönkebude rollen sich wie von selbst. Kurz darauf wartet das Seebad Ueckermünde, noch läuft alles nach Plan. Ein Strandblick geht sich noch aus, dann brechen die Wolken. Noch ist der Wille nicht gebrochen, erst im nächsten Dorf. In Bellin hat die Bekleidung ihren Kampf gegen das Wasser verloren. Rückzug nach Ueckermünde und der Wechsel vom Fahrrad auf die Deutsche Bahn. Mit der Bahn kommt auch die Sonne wieder zurück, zu spät. Eine Kurzstrecke mit Umstieg in Pasewalk. Ein stattlicher Bahnhof ohne Alles. Leere, auf Mieter wartende Hallen, den per Werbetafel angekündigten Imbiss gibt es nicht mehr, einzig eine Spielhalle verspricht bessere Zeiten. Von der Wendeeuphorie ist hier nichts mehr übriggeblieben, wo sind die versprochenen «blühenden Dörfer»?
Bei Abendrot kommt Penkun in Reichweite. Umgeben von mehreren Seen zu ebener Erde, liegt die Kleinstadt auf einem Hügel, oben drauf ein Schloss. Das angepeilte Stadt-Gasthaus mit Bettenstation macht heute Abend Pause. Das übrige Zentrum ist ausgestorben, menschenleere Gehsteige und bis auf die Straßenbeleuchtung, alles finster. Aus eigener Kraft ist auch heute kein Bett aufzutreiben. Im entscheidenden Moment verirrt sich doch wer auf die Straße, die Vizepräsidentin des örtlichen Fischerei-Vereins, und vermittelt mir «Günter’s Bierstübchen» für Bett und Abendbrot. Ein Happy-End in letzter Minute!

Startschwierigkeiten, Vogelwelten und ein DDR-Stammtisch


3. Tag: Samstag, 14. Dezember

Strecke: Świnoujście (PL) – Seebad Ahlbeck (D) – Usedom – Karnin – Anklam – Bugewitz – Heidemühl

Streckenlänge: 78 km

Verdammt! Der erste Radreisetag beginnt unrund. Draußen fällt der Regen, drinnen fällt die Tür ins Schloss, die Schlüsselkarte verweilt noch im Zimmer. Die Reiseroutine ist noch nicht angesprungen. Vom polnischen ins deutsche Wunderland, das Seebad Ahlbeck hat seine unvermeidliche Seebrücke und Residenzen mit «klingenden» Namen wie «Germania» oder «Adler». Weg von den Seebädern, rein ins Land. Abseits vom Seebäderparadies lebt der Alltag, viel Landwirtschaft, viel Rindvieh, viel Holz, viel Wasser, viel Schilf. In den Dörfern lebt die Tristesse, bröckelnde Substanz und geschlossene Wirtshäuser. Offiziell existiert die DDR nur noch in den Geschichtsbüchern, unterwegs blitzt sie immer wieder auf, der Kapitalismus hat sich genommen, was er gebraucht hat, der Rest vergammelt.
Eine Brücke führt über den Peenestrom zurück auf das vorpommersche Festland. Der Peenestrom geht über in das Stettiner Haff, wildromantische Wasser- und Sumpflandschaften. Das Peenethal der «Amazonas des Nordens» ist eines der letzten Urstomtäler Mitteleuropas. Nach Anklam ist Schluss mit asphaltierten Radwegen, DDR-Plattenpisten rütteln aus den Gedanken, später führt ein wassertriefender Schotterstreifen durch Schilfgebiete. Die Radgeräusche schrecken Wasservögel aus ihrer Deckung. Federvieh rundherum so weit das Auge reicht, lange Hälse, kurze Hälse, in allen Farbschattierungen und an den Bäumen nagen die Bieber. Bei Bugewitz geht dem Tag das Licht aus und noch immer kein Bett in Sicht. Ein Insidertipp führt mich ins einzige Wirtshaus im Umkreis, das wunderbare «Waldrestaurant Heidemühl». Hier wird gerade eine Diamanthochzeit gefeiert und an der Theke findet sich ein DDR-Stammtisch zusammen. Es wird in realsozialistischen Zeiten geschwelgt – «wir haben aus Kuhscheiße Bonbons gemacht» – und unterm Strich sind sich alle einig: «Nicht alles was der Westen gebracht hat ist der Weisheit letzter Schluss!»

Was für eine Nacht, auf Schienen durchs Land und auf’s Pepperl!


2. Tag: Freitag, 13. Dezember

Strecke: Berlin – Stralsund (D) – Świnoujście (PL)

Normalerweise sind Zeitangaben Schall und Rauch, vor allem bei Wiedersehensfreuden mit den Berliner Freunden und in Kombination mit Erfrischungsgetränken. Die Nacht kennt keine Stunde. Und manchmal doch, da stockt die Routine, es gibt auch im fortgeschrittenen Alter noch ein erstes Mal: 12. Dezember, 23:21Uhr! Und die Welt ist anders als sie vorher war, der Pepperl ist da, ich bin Opa! Hoch die Tassen, eine feste Umarmung nach Wien, eines geht noch!
Ein Valentino oder doch ein Kurtl? Diese Info ist noch nicht in Berlin gelandet, stattdessen wartet der Regionalzug in Richtung Stralsund. Rauf aufs Brompton die Danziger rüber, vorbei am Mauerpark und runter die Bernauer. Zwei Mal über die nicht mehr unüberwindliche, lediglich am Boden markierte Mauer. Dort wo sie noch steht an der Bernauer, schnappschießen Mobiltelefone Selfies am laufenden Band.
Kennen Sie den? Ein Opa sitzt im Zug und wartet auf Abenteuer! Draußen verschwindet die Stadt, Oranienburg, die Uckermark, Neubrandenburg fliegen vorbei und irgendwann ist das Festland zu Ende und die Ostsee breitet sich aus, Stralsund ist erreicht. Von hier aus rollt die Bäderbahn, setzt bei Wolgast auf die deutsch-polnische Insel Usedom über, klappert die Seebäder ab und hat seine Endstation im polnischen Świnoujście. Hier hat schon der deutsche Kaiser Wilhelm II. seine Zehen in der Ostsee erfrischt. Der erste Ostsee-Blick geht sich nur mehr im Kunstlicht aus, die Strandpromenade befindet sich gerade im Umbau und das Schuhwerk versinkt im Gatsch. Der heutige Abend wird ein kurzer, noch ein Żywiec auf den Pepperl, dann werden für heute die Kerzen ausgeblasen, morgen geht’s los, es wird wieder bromptonisiert!

Keine Angst, ein anderes Berlin und Königsberger Klopse


1. Tag: Donnerstag, 12. Dezember

Strecke: Nachtzug Wien – Berlin

«Wir haben nichts zu verlieren außer unsre Angst», ein unzerstörbarer Satz der Ton Steine Scherben Hymne «Der Traum ist aus»! Vorgestern noch auf der ebenerdigen Bühne des Gasthauses Praschl im zehnten Wiener Hieb (Anm. Gemeindebezirk), gemeinsam mit meinen Kollegen von Die Rio-Reiser. Band und Publikum verschmelzen zu einer unüberhörbaren Stimme – «Macht euch bereit, für den Kampf ums Paradies»! Einen kapitalen Rausch, einen Reparaturtag und eine Nachtbahnfahrt später zu Besuch am Grab des 1996 verstorbenen Sängers und Autors eingangs zitierter Zeilen.
Berlin ist verschnupft, der Fernsehturm versteckt sein Haupt im dichten Nebel. Der Hauptstadtbesuch ist nur ein Zwischenstopp einer Stadtflucht auf der Suche nach Ruhe und Gelassenheit. Die eigentliche Reise, der Oder-Neiße-Radweg von Świnoujście (Polen) der deutsch-polnischen Grenze entlang bis nach Tschechien und weiter zurück nach Hause. Mit dem Faltrad. Coming Home for Christmas!
Im Städtevergleich ist Radfahren in Wien ein Wellnesstrip. Die Stadtausfahrt führt zu Nebenschauplätzen der Metropole: In die Chausseestraße 131, wo Wolf Biermann bis zu seiner Ausbürgerung aus der DDR wohnte und arbeitete. In eine Altberliner Eckkneipe am Mariannenplatz wo die Kundschaft noch richtig «berlinert». Ans Tempelhofer Ufer, wo die Scherben-Familie in den frühen 70er Jahren gemeinsames wohnen übte. Zum Alten St. Matthäus Kirchhof wo Rio Reiser unter der Erde liegt. An das ehemalige Lenné-Dreieck, auf der Westseite gelegen und trotzdem Teil der DDR. Dieser nicht mehr existierende Wildwuchsstreifen erzählt eine andere Flucht-Geschichte. 1988 flüchteten die Besetzter dieses Grün-Dreiecks vor der Polizei über die Mauer nach Ost-Berlin, wurden dort von der Volkspolizei abgeholt, verpflegt und wieder zurückgeschickt. Die vorletzte Station ist der Ernst Thälmann Park, wo der Ernstl noch immer seinen rechten Arm zum kommunistischen Gruß erhebt. Rot Front Genosse! Die letzte ist ein Besuch in der «Bierquelle», meiner Stammkneipe an der Greifswalder Straße, wo die Zeit stecken geblieben ist, in der Vorwendezeit, als Walter Ulbricht das Ruder noch fest in der Hand hatte.
Aber das Beste kommt zum Schluss: die Vertiefung einer deutsch-österreichischen Freundschaft beim gemeinsamen Kochen. Am Speiseplan stehen Königsberger Klopse, der Rest würde zu weit führen …!

Umso dünner die Brieftaschen werden, umso weiter werden die Herzen!


Freies Radio Freistadt strahlt im Rahmen seiner Sendereihe 30 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs – Über die Grenze
in den kommenden Tagen das Interview mit Mario Lang zu seiner rund 10.000 Kilomter langen Reise entlang des Eisernen Vorhangs aus!
Sendezeiten:
Di 10.12. um 18:00
Mi 11.12. um 13:00
Sa 14.12. um 10:00

Es ist aber auch in der Radiothek nachzuhören!

„Umso dünner die Brieftaschen werden, umso weiter werden die Herzen!“

Fotoserie im Falter


Am Mittwoch (27.3.2019) ist bereits der 5. Teil meiner Fotoserie «Vorhangauf» in der Wiener Wochenzeitung Falter erschienen. Das Rad dreht sich weiter, die Serie auch …

12. März 2019 @ Aktionsradius Wien Iron Curtain Tour – Fotos und Reiseblog


Großes Land mit wenigen, im nüchternen Zustand sprachlosen Menschen. Viel Wasser und ganz, ganz viel Holz. Viele Rentiere, ein Vogelparadies, nur das mit den wilden Elchen und Bären ist eine Erfindung der Tourismus-Industrie. Dafür sind alle Horror-Geschichten über Gelsen und Schlechtwetter nicht nur wahr, sondern flächendeckend untertrieben! Trotzdem, es war jeden Kilometer wert zu fahren und am aufregendsten war es in Lappland bei den «Gscherten im Pelz» (© Helmut Qualtinger).

Am 14. Juli dieses Jahres beendete der Fotograf der Straßenzeitung Augustin, Mario Lang, seine Iron Curtain Tour mit dem Fahrrad. Die Strecke entlang des Eisernen Vorhangs zwischen dem Schwarzen Meer und der Barentssee, die er in mehreren Etappen zurücklegte, ist mehr als 10.000 Kilometer lang. Das Zitat oben, seinem Reise-Blog http://www.vorhangauf.international/ entnommen, bezieht sich auf eine der letzten Strecken des Abenteuers: die Tour von Helsinki über Virolahti zum Campingplatz Vaalimaa. Mario Langs Foto-Show im Aktionsradius dokumentiert, wie der Spalt, den der Kalte Krieg quer durch Europa zog, überwunden geglaubte gesellschaftliche, geografische, städtebauliche Zustände bis heute konservierte. Künftige Iron Curtain-BikerInnen werden schon «reformierte» Zustände kennen lernen. Die Schlaglöcher werden bleiben, aber nach jedem zehnten Schlagloch wird globalisierte Systemgastronomie zur Einkehr locken. Denn die kommunistische Vision der Gleichheit wird auf paradoxe Weise realisiert sein: Jedem Menschen, ob arm oder reich, ob russisch oder antirussisch, das gleiche Fastfood aus der argentinischen Pampa!

Dienstag, 12. März

Aktionsradius Wien , Gaußplatz 11, 1200 Wien

Infos: https://aktionsradius.at

E: office@aktionsradius.at

T: +43 1 332 26 94